Erste Lösungen

Walchensee-Konzept: Workshops erzielen Fortschritte

Autos mitten im Rettungsweg – im Sommer am Walchensee die Normalität. Jetzt sollen Lösungen umgesetzt werden, um dies künftig zu verhindern.

Walchensee/Jachenau – Auto reiht sich an Auto, kein Problem auf einem Parkplatz. Doch wenn dieser Parkplatz die Straße und obendrein ein Rettungsweg ist, sieht die Sache schon ganz anders aus: rund um den Walchensee herrscht in den Sommermonaten ein Parkchaos. Aber das soll sich nun ändern. 

Der nächste Sommer ist nicht mehr weit und damit das Parkchaos am Walchensee wieder vorprogrammiert. Mit der Frage, wie man diese Situation in Griff kriegen kann, hat sich im vergangenen halben Jahr das Projekt „Entwicklungskonzept Walchenseeregion“ befasst. Unter der Federführung der Gemeinden Kochel und Jachenau, der Bayerischen Staatsforsten und des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen wurden zahlreiche Interessensvertreter an einem Tisch versammelt. Nach einer Auftaktveranstaltung und drei Workshops präsentierten die Projektpartner nun die Ansätze, die es zu prüfen gilt. 

„Wir haben ein Juwel, und das müssen wir für uns und unsere Gäste schützen“, so hatte es der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch bereits bei der Auftaktveranstaltung auf den Punkt gebracht. Verkehrsreduzierung, nachhaltige touristische Wertschöpfung und besserer Informationsfluss zum Verkehrsaufkommen waren die drei zentralen Aufgabenstellungen, die daraufhin in den Workshops behandelt und diskutiert worden waren. Gemeinsam wurden unterschiedliche Lösungsansätze erarbeitet, die von den verschiedenen Stellen nun auf ihre Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit analysiert werden müssen. Die Bandbreite darin reicht von technischen Lösungsmöglichkeiten wie Apps und Internetseiten bis hin zu attraktiveren ÖPNV-Angeboten sowie von Verkehrszählungen, um tatsächlich einmal mit belastbaren Zahlen arbeiten zu können, bis zu angepassten Parkgebühren und einem neuen Parkraummanagement. 

Christian Oberleiter, Moderator des Prozesses, blickt dabei realistisch auf die Situation: „Natürlich sollen die Menschen, die in der Region unterwegs sind, zu einem bewussten und sensiblen Umgang mit der Region quasi erzogen werden. Ganz ohne Regeln wird es aber wohl nicht gehen.“ Landrat Josef Niedermaier sieht dies genauso und wünscht sich, dass die Interessenvertreter bei all ihren eigenen Bedürfnissen nicht das große Ganze aus den Augen verlieren. „Deswegen finde ich es auch so gut, dass das Entwicklungskonzept die verschiedenen Akteure zusammengebracht hat. Ich hoffe, so entsteht zunächst ein anderes Verständnis füreinander, auf dem basierend können wir nun versuchen, Lösungsvorschläge tatsächlich umzusetzen.“ 

Thomas Holz, Bürgermeister der Gemeinde Kochel, der weiteren Anrainergemeinde am Walchensee, erhofft sich auch beim Verkehr eine Entlastung. „In den vergangenen Jahren hat die Verkehrsbelastung an schönen Ausflugstagen in unserer Gemeinde eine Dimension erreicht, die für die einheimische Bevölkerung nicht mehr erträglich ist“, sagte er. Da diese Belastung vor allem durch Tagesausflügler aus dem Großraum München und Innsbruck sowie durch den Umgehungsverkehr bei Stau am Autobahnende nach Garmisch verursacht werden, „müssen hier entsprechende Maßnahmen gefunden werden“, forderte er. 

Und auch Rudolf Plochmann, Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, die größter Grundeigentümer in der Walchenseeregion sind, ist froh, dass endlich einmal alle miteinander reden. „Gerade weil wir für viele Bereiche wie für die Mautstraße und nicht zuletzt auch den See die Verantwortung tragen, haben wir größtes Interesse an einem für alle verträglichen Konzept. Nur wenn wir dieses Konzept gemeinsam erarbeiten und mittragen, kann es langfristig wirken“, betonte er. 

In den nächsten Wochen und Monaten setzen sich nun die verschiedenen zuständigen Stellen mit den einzelnen Themen auseinander. Unter anderem geht es darum, die Umsetzbarkeit mit den zuständigen Behörden abzustimmen und die Zuständigkeiten festzulegen, Und auch an anderer Stelle findet das Thema Beachtung: Auf Anregung von Tölzer Land Tourismus befasste sich auch der Tourismusverband Oberbayern-München Ende April mit der Lenkung von Besucherströmen. Dabei wurde eine engere Verzahnung mit dem Öffentlichen Personennah- und Schienenverkehr vereinbart, wovon auch die Walchensee-Region profitieren soll. la

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