Erstdiagnose bestätigt

„Diagnose gestellt, Diagnose bestätigt“: Auf diese knappe Medizinerweisheit bringt Ulrich Hack, der Sprecher des Ärzteverbundes der Region Penzberg, die Einschätzung, dass für eine Übernahme des Penzberger Krankenhauses Starnberg als Partner viel besser geeignet sei als Garmisch-Partenkirchen.

Vor zwei Wochen haben die beiden Interessenten den Weilheimer Kreisräten, den Penzberger Bürgermeistern sowie Vertretern von Ärzten und Belegschaft des Penzberger Krankenhauses ihre jeweiligen Konzepte präsentiert. Jetzt haben sich die 36 im Ärzteverbund zusammen geschlossenen Mediziner aus Penzberg, Iffeldorf, Bichl, Bad Heilbrunn, Murnau und Dürnhausen mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt. Darin heißt es: „Die Ärzteschaft der Region Penzberg spricht sich nach nochmaliger Diskussion aller verfügbaren Argumente einstimmig für die Fortführung einer kommunalen Trägerschaft für das Krankenhaus Penzberg unter Leitung des Klinikums Starnberg aus.“ Damit bekräftigen die Ärzte eine bereits am 15. Oktober schriftlich formulierte Haltung. „Daran hat sich auch nach den Vorstellungen der detaillierten Konzepte nichts geändert“, betont Ärztesprecher Hack. Damals hatte der Ärzteverbund seine ablehnende Haltung gegenüber Garmisch damit begründet, dass man befürchte, das dortige Klinikum würde im Verbund mit dem Murnauer Unfallkrankenhaus in Penzberg ein Me- dizinisches Versorgungszentrum (MVZ) errichten. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung zur vorwiegend ambulanten Krankenversorgung, in der beliebig viele zu- gelassene Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen im Angestelltenverhältnis arbeiten können, was in den herkömmlichen Arztpraxen nur sehr eingeschränkt erlaubt ist. Das Ziel der MVZ ist die Konzentration der ambulanten Krankenversorgung auf wenige, kostengünstige Zentren. Bei Starnberg hingegen erkennen die Ärzte offenbar das ernsthafte Bestreben, das Penzberger Krankenhaus in seiner jetzigen Struktur zu erhalten und um einige Fachabteilungen zu ergänzen und somit für die Zukunft zu stärken. Für diese eindeutige Präferenz mussten sich die Penzberger Ärzte nun harsche Kritik aus Garmisch gefallen lassen. Der dortige Chefarzt Hans-Dieter Allescher soll übereinstimmenden Berichten mehrerer Teilnehmer an der Präsentationsveranstaltung seines Hauses zufolge erklärt haben, dass die Penzberger Mediziner sich offenbar nicht richtig informiert hätten. Ärztesprecher Hack wollte dies nicht kommentieren und sagte nur: „Auf dieses Niveau begeben wir uns nicht.“ Für Verärgerung sorgten die Garmischer aber auch bei ihrem Konkurrenten aus Starnberg: Denn zum Zeitpunkt der Konzeptvorstellungen hatten die Garmisch ihr Papier noch nicht komplett fertig. Vor allem fehlten darin die Zahlen, inklusive der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Weil sich die Starnberger aber nicht in die Karten blicken lassen wollten, legten sie den Kreisräten ihre Vorstellungen ebenfalls ohne jegliche Zahlen vor.

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