Gut durch die Krise gekommen

ESV Penzberg zieht Bilanz und wählt neuen Vorstand

ESV Penzberg neuer Vorstand Michael Kügler Michael Ziesmann
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Michael Kügler (l.) und Michael Ziesmann (r.) sind die ersten beziehungsweise zweiten Chefs des ESV Penzberg.
  • VonSandra Gerbich
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Penzberg – Der ESV Penzberg hat einen neuen ersten Vorstand. Ab sofort leitet Michael Kügler die Geschicke des rund 600 Mitglieder starken Fußballvereins.

Kügler will sich für Kontinuität und die Überwindung Corona-bedingter Probleme einsetzen. Besonders liegt ihm die Ausbildung junger Fußballer und vor allem Fußballerinnen am Herzen. Ex-Chef Josef Kriegbaum verabschiedete sich mit einer mahnenden Rede von seinen Kameraden. Seine letzte Amtshandlung: Die Ernennung von Wilhelm Weißenbacher zum Ehrenmitglied des Vereins.

Soviel wurde bei Kriegbaums Kampfansprache schnell klar: Sportlich funktioniert anders. In seiner Rede an die Mitglieder des ESV offenbarte der scheidende Vorsitzende Unstimmigkeiten und Mauscheleien. Hier und da ein Knacks, ein Zwist, ein böses Wort. Nicht alle Mitglieder wollten Kriegbaum in seinem pessimistischen Appell folgen, doch der Chef wäre nicht der Chef, wenn er nicht sagen dürfte, was ihm auf der Seele brennt.

Als letzte Amtshandlung ernannte der scheidende Vereinschef Josef Kriegbaum (l.) den ESV-Kameraden Wilhelm Weißenbacher (r.) zum Ehrenmitglied.

Rund 600 Mitglieder

Und eines wissen die rund 600 Mitglieder des ESV Penzberg auch: Sie sind ihm zutiefst zum Dank verpflichtet. 2019 hatte Kriegbaum den Kauf des Sportgeländes realisiert. Sein Kassenbericht fiel hingegen überraschend erfreulich aus.

„Trotz Corona und nur weniger Spiele hat der Verein die letzten zwei Jahre finanziell gut überstanden“, so der scheidende ESV-Chef, der die Zahlen nicht nur für 2020, sondern auch für 2019 vortrug. Nur wenige Mitglieder hätten in der Pandemie dem Verein den Rücken gekehrt. Jetzt, wo die Krise hoffentlich ein Ende habe, „müssten sich sofort alle ihre Fußballschuhe rauskrallen und spielen“.

2020 endet im Minus

2019 endete mit einem Plus, obwohl alle Spenden für den Kauf des Sportgeländes auf ein Extrakonto geflossen seien. 79.321 Euro sind im Jahr 2019 dafür zusammengekommen. Bei der VR-Bank konnte der Verein bereits zwei Sondertilgungen in Höhe von jeweils 25.000 Euro leisten. Möglich wurde dies auch, weil der Verein von jedem der rund 600 Mitglieder einen Sonderbeitrag von 20 Euro erhob.

In 2020 ergab sich vor allem Pandemie-bedingt ein Minus von rund 10.000 Euro, das der Verein trotz Bandenwerbung und emsiger Papiersammlungen nicht schmälern konnte. Gerade einmal 1800 Euro habe der Verein als Überbrückungshilfe erhalten, „davon ging jedoch ein Drittel direkt an den Steuerberater“, bilanzierte Kriegbaum.

Bürgermeister schwört Treue

Dem Bericht der Abteilungsleiter zufolge verliefen die vergangenen beiden Jahre zufriedenstellend. Laut Arthur Schenk soll in der nächsten Saison eine fünfte Damen-Mannschaft gebildet werden. Jugendleiter Jens Hoffmann lobte die Leistungen der Mädchen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mit den Jungs soweit gekommen wären.“ An Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan, der bis 2020 Trainer der ersten Mannschaft war, richtete er den Appell, über einen Kunstrasenplatz nachzudenken.

Korpan schwor dem ESV auch als Rathauschef die Treue: „Das ist mein Verein. Da bin ich groß geworden.“ Als letzte Amtshandlung ernannte der scheidende Vereinschef Wilhelm Weißenbacher zum Ehrenmitglied des ESV. 40 Jahre lang sei er für die Spieler da gewesen, war 18 Jahre lang in der Vorstandschaft. Weißenbacher gab sich bescheiden: „Die Zeiten haben sich etwas geändert.“ Damals sei alles einfacher gewesen. Weißenbacher dankte Kriegbaum ausdrücklich für seine Initiative beim Kauf des Sportgeländes: „Sonst hätte die Anerkennung meiner Mitgliedschaft nichts und niemandem genützt.“

Erste Amtshandlung

Michael Kügler, der neue Vorsitzende der Fußballer, lebt seit Mitte der 90er Jahre in Penzberg und ist schon gute 20 Jahre lang Mitglied des ESV. Zweiter Vorsitzender wurde Michael Ziesmann. Er löst Michael Fritsch ab, der Alfred Geiger kommissarisch vertreten hatte. In seiner ersten Amtshandlung als ESV-Chef änderte Kügler die Satzung: In erster Linie seien diese Änderungen nötig gewesen, da durch den Erwerb des Platzes Vermögen erworben wurde, erklärte er.

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