Umweltschutz mit schwerem Gerät

Fällaktion im Ringseefilz: Für Moor-Renaturierung in Penzberg müssen Fichten weichen

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Die Fällaktion im Fichtenbestand hat begonnen.

Penzberg – Im Penzberger Ringseefilz ist schweres Gerät angerückt: Das dortige Moor wird renaturiert. Dafür müssen zuerst Fichtenbestände im Staatswald gefällt werden. Die Rodungen seien nötig, heißt es aus dem Rathaus.

Das Ringseefilz liegt im nördlichen Stadtgebiet von Penzberg, nordöstlich des Roche-Werks und westlich der Loi-sach. Das Moor und die umliegenden Waldbereiche sind nach Rathausangaben als Staatswaldfläche im Besitz der Bayerischen Staatsforsten/Betrieb Bad Tölz. Das Hochmoor wurde in der Bergwerkszeit aufgeforstet, die Fichten dienten als Grubenholz. Dazu wurde das Gebiet entwässert – mit Hilfe eines exakten „fischgratartigen“ Grabensystems zwischen drei parallelen Hauptgräben und einigen Sammlern, wie Andreas Wowra von der Umwelt- und Klimaschutzabteilung des Rathauses erklärt. Jetzt wird das Gebiet auf circa 4,7 Hektar Fläche in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Weilheim-Schongau renaturiert, wie die Verwaltung mitteilt.

Wieder natürlicher Wasserhaushalt

Die Arbeiten sind angelaufen. Das Ziel ist, den natürlichen Wasserhaushalt „als Grundvoraussetzung“ bei der Moorrenaturierung wieder herzustellen, so Wowra. Dazu werden die Hauptgräben sowie das gesamte fischgratartige Grabensystem vollständig angestaut. Dies soll im Sommer beginnen und laut Wowra im September/Oktober abgeschlossen sein. Zuerst aber müssen Bäume gefällt werden. Die einst aufgeforsteten Fichtenbestände haben allerdings zu weichen. Das Umweltschutzamt begründet die Fällaktion mit mehreren Faktoren: Zum einen würden die Bäume die Wiedervernässung des Areals stören, zum zweiten seien vor allem mittelalte Fichten den dann neuen Standortbedingungen nicht mehr gewachsen und drohten vom Borkenkäfer befallen zu werden. Gerodet wird bis 5. März, erklärt Rathausmitarbeiter Wowra auf Rundschau-Nachfrage. Ein Teil des anfallenden Holzes wird vor Ort für den Dammbau verwendet

Auch Schutz vor Hochwasser

Das Vorhaben lohnt sich ökologisch, heißt es aus dem Penzberger Rathaus. Aufgrund „der mächtigen Torfauflagen und der vergleichsweise wenig tiefgreifenden Gräben für das Ringseefilz“ ist laut Wowra ein gutes Potential für eine Renaturierung des Areals vorhanden. Eine wieder funktionierende Torfbildung sei auch ein bedeutender Schritt zur Kohlendioxideinsparung, zudem würden letztendlich moortypische Flora und Fauna gefördert. Und nicht zuletzt bedeute „das Unwirksammachen von Gräben“ nach Wowras Angaben einen wesentlichen Beitrag zur Minderung von Hochwasserspitzen. Andreas Baar

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