Penzberger Großbaustelle

Falsch gebohrt: Peinlicher Fehler beim Metropol-Umbau

Ansicht von der Friedrich-Ebert-Straße auf das ehemalige Metropol-Kino in Penzberg.
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Das Metropol-Kino ist mittlerweile entkernt, nur die Außenwände stehen noch.

Penzberg - Peinliches Missgeschick: Weil eine Firma die Bohrpfähle falsch gesetzt hat, verzögert sich der um Umbau des ehemaligen Metropol-Kinos.

Die Stadt Penzberg hat kein Glück mit ihren Großbaustellen. Nach den Planungspannen beim neuen Freizeitbad und den Unwägbarkeiten bei der Turnhallensanierung am Josef-Boos-Platz verzögert sich jetzt auch der Umbau des ehemaligen Metropol-Kinos zu einem Musik- und Kulturzentrum. Die verantwortliche Firma hat die Pfahlgründungen verbockt.

4,85 Millionen Euro Kosten

Im März diesen Jahres war nach jahrelangen Diskussionen das ehrgeizige kommunale Vorhaben endlich mit einem symbolischen Spatenstich angelaufen. Für geschätzte 4,85 Millionen Euro lässt die Stadt Penzberg das einstige Kino an der Friedrich-Ebert-Straße umbauen. Es soll vor allem die städtische Musikschule beherbergen. Eigentlich sollte das Vorhaben am 24. November 2021 fertiggestellt sein. Doch dieser Termin ist nicht zu halten, gab Projektsteuerer Peter-Andreas Müller vom Planegger Büro SM-P jetzt im Bauausschuss bekannt. Der Grund ist ein gravierender „Ausführungsfehler“, wie es der Projektleiter nannte: Die beauftragte Firma habe die „Pfähle falsch gebohrt“. 80 Mikropfähle müssen im Boden versenkt werden, um im bekannt schlechten Penzberger Untergrund vor allem den Kubus zu tragen. Dieser soll etwa die Hälfte des alten Kinosaals einnehmen und bis unters Dach reichen. In ihm kommen wesentliche Einrichtungen des neuen Gebäudes unter.

Baustopp wegen „Missgeschick“

Das „Missgeschick“, so Müller, war Ende September/Anfang Oktober entdeckt worden. Es folgte ein Baustopp, weshalb sich auf der Baustelle deutlich sichtbar nichts mehr tat. Jetzt geht es weiter, lautete Müllers gute Nachricht an die Ausschussmitglieder. Noch diese Woche sollten die Pfähle gesetzt sein, die Baumeisterarbeiten kommenden Montag beginnen. Aber: „Die Zeit können wir nicht mehr einholen“, räumte der Projektsteuerer ein. Neuer Fertigstellungstermin ist jetzt der 1. Februar 2022. Wenn die Witterung und die Corona-Pandemie mitspielen, schränkt man vorsorglich seitens der Verantwortlichen ein. Wenigstens kommen auf die Stadt keine zusätzlichen Kosten zu, war von Müller zu erfahren. Die Mehrausgaben „gehen komplett zu Lasten der Firma“, hieß es. Wie berichtet liegt die letzte Kostenschätzung für den Metropol-Umbau bei 4,85 Millionen Euro. Allerdings kann die Stadt mit 1,1 Millionen Euro aus der Städtebauförderung rechnen. Und es fließen 50.000 Euro aus dem EU-Leadertopf, weil das Kino zu einem Musik- und Kulturzentrum umgebaut wird.

Kritische Stimmen im Ausschuss

Der Bauausschuss nahm die schlechte Nachricht zur Kenntniss. „Es sollte uns eine Lehre sein“, mahnte Jack Eberl (FLP) mit Blick auf künftige Umbauprojekte. Man müsse überlegen, ob man nicht gleich einen Neubau mache. Adrian Leinweber (SPD) wollte die Verzögerung „nicht so lapidar stehen lassen“ – immerhin würden der Stadt in vergleichbaren Fällen durchaus Mehrkosten drohen, auch wenn sie bei der Musikschule auf Mieteinnahmen verzichte. Positiv immerhin trotz aller Bohrpannen: Die vier stehengelassenenen Außenwände des einstigen Kinos seien nicht beschädigt, wie Projektsteuerer Müller erklärte. Andreas Baar

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