Mit einem Kraftakt zum Jubiläum

Das Familienzentrum Arche Noah wird 30 Jahre alt und feiert ein großes Fest

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Das Familienzentrum Arche Noah feiert sein 30-jähriges Bestehen. Erinnert wird dabei auch an das erste Kindergruppenjahr im Jahr 1989.

Penzberg – Sechs Kinder in einem hölzernen Bollerwagen. Kaum Platz ist in dem Gefährt. Ein Baby weint. Zwei Mädchen ziehen es vor, am Wagen zu posieren, ist ja nur für ein Foto. Ein Foto, das heute, 30 Jahre später, eine besondere Bedeutung für das Familienzentrum Arche Noah hat.

Im Bildungs- und Erziehungsplan des Bayerischen Familienministeriums ist seit zehn Jahren geregelt, dass Kindertagesstätten in ein Familienzentrum eingebettet werden sollen. „Wir machen das schon seit 30 Jahren“, erklärt Annelies Plep, die stolze Gründerin des Familienzentrums Arche Noah. Am kommenden Sonntag, 19. Mai, feiert die Arche, die seit vier Jahren Im Thal 6 untergebracht ist, ihr 30-jähriges Bestehen mit einem großen Familienfest und einer Podiumsdiskussion. 

Aus einer Elterninitiative entstand im September 1989 die Kindergruppe Arche Noah mit Buben und Mädchen im Iffeldorfer Privathaus von Annelies Plep. „Wir begleiten seit 30 Jahren die Stadtgeschichte“, betont sie die Nähe der Einrichtung zu Penzberg. Jedes Jahr nähmen rund 500 Familien die Angebote des Zentrums wahr, so dass sich im Laufe der Jahrzehnte wohl tausende Familien an den höchst unterschiedlichen Programmen beteiligt hätten, ist Annelies Plep überzeugt. „Wir sind auf jeden Fall in der Stadt angekommen. Wir haben hier einen wichtigen Part“, unterstreicht sie. 

Seit 17 Jahren existiert der Kindergarten in der Arche Noah. Rund 40 Buben und Mädchen werden dort betreut, dazu kommen noch zwei Fen-Kid-Gruppen. Sonja Marx, die seit September als Leiterin des Kindergartens fungiert, betont: „Wir sind eine Marke für Penzberg, hier gibt es Hilfe aus einer Hand.“ Das Familienzentrum sei „eine große Familie und eine große Gemeinschaft“. Immerhin hat sich die Arche Noah auf die Fahne geschrieben, ein professionellen Wegbegleiter für Familien von Geburt des Kindes an zu sein. 

Sorgenfalten auf der Stirn von Annelies Plep gibt es jedoch, wenn sie auf Fördermittel angesprochen wird. „Die Finanzierung ist jedes Jahr ein Kraftakt, das ist seit 30 Jahren eine Zitterpartie“, sagt sie. Da durch das Ministerium keine Gesamtförderung der Einrichtung garantiert werde, sei nur der Kindergarten durch die Pflichtförderung finanziell abgesichert. Mit rund 200.000 Euro plant die Leiterin für den Gesamtetat, für die Finanzierung des Familienzentrums ist sie aber nach wie vor auf die freiwilligen Leistungen von Stadt und Landkreis sowie von Stiftungen und Spendern angewiesen. „Es ist immer wieder eine neue Geldakquise für eine Riesensumme“, klagt die Gründerin. 

Im Portfolio des Familienzentrums – zu den 24 fest angestellten Mitarbeitern kommen noch viele ehrenamtliche Helfer dazu – befindet sich unter anderem das Projekt „Pack‘s an“ für Mädchen und Buben, die Schwierigkeiten in der Schule und beim Lernen haben. Darüber hinaus gibt es Elterncoaching, Beratung, Familienbildung, Ferienbetreuung, Seminare und Vorträge. Auf eine Aktion wird im Familienzentrum ein ganz großer Wert gelegt: „Passgenau“, die vertiefte Berufsorientierung, bei der einmal im Monat Vertreter verschiedener Berufsgruppen – Metzger, Fahrradmechaniker oder Rechtsanwälte – ihre Arbeit vorstellen. Allein durch „Passgenau“, das früher „Fit für den Beruf“ hieß, erreiche das Familienzentrum im Jahr etwa 1.000 Schüler, berichtet Annelies Plep. In diesem Zusammenhang lobt sie vor allem die Diplompädagogin Petra Zott-Endres, die Gründerin der Berufsorientierung „Fit für den Beruf“, die auch die Initialzündung für „Pack‘s an“gab. 

Mittlerweile gibt es über das Familienzentrum auch schon die achte Bachelor-Arbeit, das Thema war dabei das zukunftsweisende, präventive Familienmodell. Die Arche Noah ist zudem gut vernetzt mit anderen Einrichtungen wie Jugendamt, Schulen, Horte sowie Ärzten und Therapeuten. „Über die Jahre hinweg sind Beziehungen entstanden. Mütter, die früher selber im Familienzentrum waren, bringen ihre Kinder wieder hierher“, sagt Annelies Plep. Und Kindergartenleiterin Sonja Marx ergänzt: „Es ist ein Projekt, das wächst.“ akr

Die Feier zum 30-jährigen Jubiläum des Familienzentrums Arche Noah beginnt am kommenden Sonntag, 19. Mai, um 13 Uhr im Garten. Um 14 Uhr folgt dann der Festakt. Bei dem in diesem Rahmen anberaumten Podiumsgespräch „Blick zurück und nach vorn“ sind Kooperationspartner, Förderer, Ehrenamtliche und Ehemalige zu Gast. Und: Das Fest ist offen für alle Familien aus Penzberg und Umgebung.

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