Medusa ohne Lämmchen

Ferienprogramm: Kinder beweisen mit Wappen und Türschildern Kreativität

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Zwar wurde den Kindern hie und da aus kleinen kreativen Krisen herausgeholfen, doch meistens wussten die Kinder ganz genau, wie sie ihr Wappen gestalten können.

Penzberg – Endlich sah der Seminarraum der Volkshochschule Penzberg Farbe. Die weißen Wände wurden zwar nicht bunt gestrichen, doch zumindest auf den ebenso weißen Tischen wurde mit ordentlich viele Pigmenten hantiert. Im Rahmen des Ferienprogramms organisierte die benachbarte Stadtbücherei einen Kurs für Kinder zwischen acht und 15 Jahren, bei dem Wappen und Türschilder gefertigt wurden. Dabei zeigte sich, dass die jungen Kreativen herzlich wenig von faden Vorlagen, und sei es das Penzberger Stadtwappen, halten.

Zeitungspapier als Malunterlagen lag auf den mit reichlich Abstand im Raum verteilten Tischen. Darauf stehen Farbtuben und Wassergläser, in die bereitliegende Pinsel getaucht werden möchten. „Ob ihr das Penzberger Stadtwappen malen möchtet oder ein erfundenes Familienwappen, bleibt eurer Fantasie und Kreativität überlassen“, hieß es in der Beschreibung des Angebots in der Ferienprogrammbroschüre. Fantasie und Kreativität schienen die Kinder reichlich zu haben, denn das altbekannte Stadtwappen mit Farben versehen, dass wollten die Teilnehmer nicht. Zunächst fertigten sie Bleistiftzeichnungen auf Papier an, Skizzen, für die spätere farbige Arbeit. Dann wurde Farbe auf Holztafeln aufgebracht. Mit Bedacht brachten die Kinder Orange, Blau und Gelb auf die Fläche. Die feuchte Farbe zog schnell in die Fasern.

 Vorsichtig platzierte Pinselpunkte etwa setzte die 12-jährige Kim. „Unsere Familie ist mit Pferden sehr verbunden“, sagte das Mädchen, das gerade einen Pferdekopf im Profil auf das Holz aufbrachte. Mit vielen kleinen rosafarbenen Rauten nahm das Tier im wahrsten Sinne des Wortes Formen an. Kim kniff die Lippen zusammen und arbeitete hochkonzen­triert an ihrem pastelllastigen Wappen. 

Ähnlich strukturiert ging auch die 10-jährige Emilia ans Werk. Auch für sie war von Anfang an klar, was sie auf das Holz malt. „Es soll vor die Tür,“, sagt die junge Künstlerin. Und so finden der Familiennamen, der Straßenname und Hausnummer platz auf dem Wappen. Drumherum lässt Emilia Edelweiß blühen, immerhin wohnt ihre Familie an der Edelweißstraße, lächelt das Mädchen. 

Beim gleichaltrigen Tobias schaut das etwas anders aus, zwar wusste er auch gleich zu Beginn, was er malen möchte, doch ein klassisches Hausnummernschild fertigte der Junge nicht. „Das Raumschiff habe ich mir selber ausgedacht“, sagt der Bub. Schon seit längerem schwebe ihm der Entwurf im Kopf herum, nun könne er dieses festhalten. Welche Farben das Raumschiff tragen sollte, wusste Tobias aber noch nicht so genau. Neben ihm saß sein Bruder Sebastian, und der hatte zu diesem Zeitpunkt schon ein Wappen, das als Türschild dienen soll, fertiggestellt und machte sich bereits an seine nächste Arbeit. Mit Bleistiftlinien zeichnete er die Umrisse eines aufwendigen Medusenkopfes, dessen Schlangen in alle Richtungen beißen und bewiesen, dass den Kindern, zumindest den Buben, ein Lämmchen im Wappen wohl nicht aufregend genug ist. ra

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