Museum Penzberg - Sammlung Campendonk

Geiger ist wieder im Boot

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Museum Penzberg - Sammlung Campendonk

Penzberg - Die Suche nach einer Interimsleitung fürs Museum gestaltet sich schwieriger als gedacht. Der Finanzausschuss holte am Mittwochabend, offenbar in Ermangelung von Alternativen, die vom Stadtrat zuvor kalt gestellte Museumsleiterin Gisela Geiger, zumindest vorübergehend, wieder mit ins Boot.

Damit wurde Zehetners personelle Marschroute durchkreuzt. Freia Oliv, die designierte Interimsleiterin des Museums, hatte ihr Engagement zuvor mit der Bedingung verknüpft, dass ihr Geiger während der Einarbeitungszeit zur Seite stehe. Dem hat der Finanzausschuss hinter verschlossenen Türen nun zugestimmt. Damit ist auch die von Bürgermeisterin Zehetner bisher als offizielle Version verbreitete Begründung, weshalb Geiger nicht weiter beschäftigt werden sollte, über den Haufen geworfen worden. Die Leiterin des Museums, so hat die Rathaus­chefin bisher argumentiert, habe mit 66 Jahren das Ruhestandsalter bereits überschritten. Eine nochmalige Weiterbeschäftigung um zwölf Monate, sei nicht zu verantworten, weil man damit einen Präzedenzfall für andere Mitarbeiter im Rathaus, die auch länger arbeiten möchten, schaffe.

Entstanden ist diese verworrene Situation dadurch, dass Diana Oesterle, die stellvertretende Museumsleiterin, wegen des Hinterglas-Forschungsprojekts und ihrer damit verbundenen Dissertation die Geiger-Nachfolge erst 2019 antreten kann. Ihr Wunsch, dass sie 2018 die Museumsleitung mit 15 Wochenstunden übernimmt und dabei 20 Stunden von Geiger unterstützt wird, hat der Stadtrat kategorisch abgelehnt. Dass Freia Oliv, die vorgesehene Interimslösung, ihre Arbeit im Museum nun auch mit Geiger verknüpft hat, brachte den Finanzausschuss in Zugzwang. Dessen Mitglieder schluckten jetzt die Kröte einer mindestens zweimonatigen Weiterbeschäftigung von Geiger, womit auch die ob der aktuellen Vorgänge rund um das Museum zusehends nervöser werdenden Leihgeber etwas beruhigt werden sollen. Noch ist dies alles aber nicht schriftlich fixiert.

Bürgermeisterin Zehetner ist bei all dem immer mehr in die Defensive geraten. Im öffentlichen Teil der Finanzausschusssitzung hatte sie zuvor einen Befreiungsschlag versucht, der aber misslang. Zehetner attackierte einen in den Reihen der Stadträte vermuteten, aber nicht namentlich benannten „Maulwurf“, der sowohl die Entscheidung in der Causa Geiger wie auch den Namen von Freia Oliv an die Medien durchgestoßen habe. Was sie dabei aber völlig vergaß: Sie selbst hatte die Medien zur Vorstellung von Freia Oliv erst für den 4. und dann für den 11. Oktober mit den Worten eingeladen, dass die Entscheidung über die Geiger-Interimsnachfolge gefallen sei. Wie man heute weiß, hat das aber nicht gestimmt. la

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