Vom Fisch stinkt nur der Kopf

Aschermittwoch in Iffeldorf: Die CSU speist gediegen, die SPD erweist sich als recht zäh

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Stimmungsschwankungen: Während die CSU eher angestrengt auf den Fisch wartet, geht es bei Michi Schröer und Hans-Dieter Necker um die Wurst.

Iffeldorf – Fisch für die CSU und Fisch, gesalzenen mit Satiren, für die SPD: Die beiden Iffeldorfer Ortsvereine begingen den Aschermittwoch im Restaurant des Landgasthof Osterseen. Und während die Christsozialen hofften, keine Gräten zu erwischen, lauschten die Sozialdemokraten bissigen Worten.

Während die von der örtlichen CSU friedlich ihren Aschermittwochsfisch im Restaurant des Landgasthof Osterseen verspeisten, ging es einen Stock tiefer im Gemeindesaal ans Eingemachte. Seit über zehn Jahren begleitet das Kabarettduo Hans-Dieter Necker und Michi Schröer mit ihren bissigen Satiren und Seitenhieben auf Politik und Wirtschaft schon das Fisch­essen des SPD-Ortsvereins, bei dem nicht nur Iffeldorfer, sondern auch immer mehr Penzberger und sogar Genossen aus Oberhausen gesichtet wurden. Mit ihrem Programm „A Iffedoafa im Himme“ ging‘s der tot geglaubten roten Partei ebenso an den Kragen wie der Dorfgestaltung und den Wutbürgern. Und natürlich bekam auch die Nachbarstadt Penzberg wieder ihr Fett weg. 

Die SPD springt aus dem Sarg

„Sie wurde dem Volk entrissen durch eine Schulzneurose, danach folgte eine Nahlesphobie und die GroKo-2.0-Therapie hat ihr den Rest gegeben“, so das Requiem am roten Sarg, gelesen durch die Trauerredner Schröer und Necker. Aber weil die SPD jetzt ein Kreuz für die Ewigkeit hat, während Söder drei Kreuze macht, weil die Wähler so blöd waren und ihn doch gewählt haben, keimt bei den Genossen die Hoffnung, dass das Volk letztlich erkennt, danach die Wähler merken, die einzig wahre Partei ist die SPD. Mit einem Paukenschlag springt der Sargdeckel auf und die verschlafene Partei (dargestellt von Julia Necker) schält sich aus der Holzkiste: „Wenn du ganz unten bist und ausgeschlafen hast, dann gibt‘s nur eine Richtung und die geht nach oben.“ Geht es also wieder bergauf mit den Roten? 

„Baut werd wia d‘Sau“

Zur selben Zeit diskutiert Vitus Gsangerl, verstorben im Jahr 1986, am Himmelstor mit seinem Chef. Der möchte ihn zurück auf die Erde schicken, um dem Iffeldorfer Bürgermeister ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Mit einer „göttlichen Eingebung“ macht sich der Engel auf den Weg und stolpert in seinem früheren Heimatdorf über unzählige Veränderungen, die sich während seiner 33-jährigen Abwesenheit vollzogen haben. Beim Gasthaus Post will er einen Begrüßungstrunk einnehmen, findet aber nur ein Linoleuminstitut, lacht über den Prunkbau vom Ostersee-Napoleon Albert Strauß und sucht vergebens das Rathaus. „Baut werd wia d‘Sau, ois vom TL, wahrscheinlich a Nachzügler vom August von Liebhardt.“ Und erbost fügt der Himmelsgesandte hinzu: „Tobias, Theo, Tassilo oder so: Der baut nach dem Schweizer Prinzip, klein und teuer.“ Als er endlich das Rathaus im rosaroten Deichstetter-Haus findet, trifft er den Bürgermeister jedoch nicht an. Jetzt muss er unverrichteter Dinge wieder gen Himmel fahren, mitsamt der göttlichen Eingebung. „Des wead eam schee stinga“, feixt Vitus Gsangerl. Was er nicht wissen konnte, der Gesuchte weilte an diesem Abend nur ein Stockwerk höher und ließ sich seinen Fisch schmecken. Hans Lang, der zweite Bürgermeister, durfte die Eingebung, obwohl im Publikum sitzend, nicht entgegennehmen. „Mei Chef hat g‘sagt, persönlich. Der Zweite hats nicht nötig“, so Gsangerl. Naja, der Lang ist ja schließlich auch SPDler, wobei es ja eigentlich immer heißt, im Himmel seien alle gleich. 

Der Kopf stinkt, der Leib nicht - der SPD-Fisch

Während viele Fische an diesem Abend aus der Küche getragen werden, sinniert Michi Schröer in einem sagenhaften Monolog unter anderem über den SPD-Fisch. Und der stinkt seiner Meinung nach nicht vom Kopf her, sondern bei dem stinkt ausschließlich der Kopf, denn der Leib sind seiner Meinung nach die Ortsvereine, die sich alle noch für ihre Umgebung einsetzen und nicht von Gier zerfressen sind. „Die ganzen Bundespolitiker, die kenna mi am Arsch lecken, da is Hopfen und Malz verloren“, poltert Schröer, um sogleich zu sinnieren: „Mit Intelligenz und Wissen allein schafft ma‘s ned, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Do kehrd a eine gehörige Portion Herz dazu.“ 

Parteiunabhängigen Gruppierungen sprießen in Penzberg wie Pilze

Natürlich durfte auch der Seitenhieb auf Penzberg nicht fehlen. Da wurde der SPD-Kandidaten-Kandidat Alexander Vetter durch den Kakao gezogen, oder die wie Pilze aus dem Boden sprießenden parteiunabhängigen Gruppierungen, weshalb gemutmaßt wurde, dass Iffeldorfs Ex-Dauerbürgermeister Albert Strauß nun in Penzberg einen Beratervertrag unterschrieben hat: „Zum Hotelneubau, weil der weiß ja wie‘s geht!“ au

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