Startschuss für Mittagsbetreuung an der Birkenstraße

Leben in der Etage

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Bei der Eröffnung der Mittagsbetreuung zeigte sich, wie wohl sich die Kinder fühlen, vor allem, wenn Axel Geißendörfer Präsente zum Auspacken mitbringt.

Penzberg – Hinten auf den Tischen sammeln sich Muffins mit Schokoglasur, vorne an der Tafel stimmt ein Junge seine Gitarre inmitten einer Gruppe von Kindern, die nervös ihre Textzettel zappeln lassen. Sie wollen ein Lied vortragen, und das fehlerfrei, schließlich widmen sie es einem besonderen Ort.

Kurz vor dem Auftritt stößt das Mädchen mit Flöte zum Chor. Der Junge an der Gitarre freut sich über die instrumentale Unterstützung. Er lässt die Saiten beben und sie die Löcher pfeifen, als ihre Mitschüler zum Gesang anheben. Die Kinder musizieren über den Ort, an dem sie zu Mittag essen und Hausaufgaben machen. „Wir haben Freunde hier und auch ein Kuscheltier“, schallt es bei der offiziellen Eröffnung der AWO-Mittagsbetreuung in der Grundschule an der Birkenstraße durch den Raum. 

Mitten unter den Kindern lässt auch sie ihre Stimmbänder vibrieren: Monika Beyer. Seit über zwei Jahrzehnten hat sie Kinder in ihrer Obhut. Sie leitet das Kinderhaus des Bezirksverbandes Oberbayern der Arbeiterwohlfahrt, das sich an das Schulgebäude anschließt. Dort finden seit vielen Jahren Mädchen und Jungen, die nach der Schule nicht nach Hause können, einen Platz, aktuell sind es 125. Doch Beyer wandert nun immer wieder nach nebenan, ins Erdgeschoß der Grundschule. Im September sind dort 30 Kinder dazugekommen, in der Mittagsbetreuung. 

Da im Parterre der Schule nur noch in einem Zimmer unterrichtet wird, standen zuletzt einige Räume leer. Stühle, Tische und Regale drohten zu vereinsamen. Dann zog die Mittagsbetreuung im Herbst 2018 ein und brachte wieder Leben in die Etage. Sehr zur Erleichterung von Bürgermeisterin Elke Zehetner, schließlich sei es „schlimm, wenn Räume nicht genutzt werden“, vor allem angesichts der Nachfrage nach Betreuungsangeboten. Auch Axel Geißendörfer, beim AWO-Bezirksverband Oberbayern als Fachabteilungsleiter für Kindertageseinrichtungen aktiv, freut sich, dass das Kinderhaus nun erweitert und „so schnell auf den Betreuungsbedarf reagiert“ wurde. Und: Er verteilt Geschenke an die Kinder. 

Die Mittagsbetreuung ist flexibel hinsichtlich Stunden- und Tageszahl. Besuchen Schüler dagegen den Hort im Kinderhaus, so sind die Eltern an eine verbindliche Buchungszeit, verteilt auf fünf Tage die Woche, gebunden. Derzeit sind es 30 Kinder, die nach dem Schlussgong mittags in der Schule bleiben, essen, lernen, spielen, bis sie von ihren Eltern spätestens um 15.30 Uhr abgeholt werden. Mit der „kurzen Betreuung“, so Zehetner, habe man „eine gute Lösung gefunden“. Und Beyer ist froh, dass die Kinder nach der Schule keinen „langen Weg gehen müssen“. Dieser Weg ist tatsächlich kurz, schließlich müssen die Kinder nicht einmal das Gebäude verlassen. ra

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