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Neue Wohnbaugenossenschaft WWP hat sich gegründet

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Sind zuversichtlich, dass die WWP ein Erfolg wird: Michael Pfeffer, Aleksander Trifunovic, Florian Müller, Paul Hattemer und Christof Seehofer (von links) bei einer Vorbesprechung vor der Mindestabstandsregelung.

Penzberg – Jetzt ist sie also gegründet, die Wohnbaugenossenschaft WWP, was für „Wir wohnen in Penzberg“ steht. Im Wahlkampf aus den Reihen der CSU angekündigt und von der damaligen Bürgermeisterin Elke Zehetner als überflüssig bezeichnet, haben sich fünf Herren auch von Corona nicht abhalten lassen, um unter Einhaltung aller Mindestabstandsregeln und ohne Publikum die Gründungsversammlung der Genossenschaft durchzuführen. An die Spitze von WWP wurden dabei Florian Müller und Paul Hattemer gewählt, dazu kommen noch die Gründungsmitglieder Michael Pfeffer, Christof Seehofer und Aleksandar Trifunovic.

Dass die Gründung nur mit fünf Personen und damit der Mindestzahl für eine Genossenschaft erfolgte, habe nichts mit erlahmendem Interesse zu tun. „Das war ausschließlich wegen Corona in diesem kleinen Kreis“, so Florian Müller. Der 29-Jährige arbeitet als Unternehmensberater und gilt als die treibende Kraft bei WWP, bei der er vor allem für die Finanzen und die Investitionskalkulation verantwortlich ist. Als Vorstand der Genossenschaft fungiert neben ihm Paul Hattemer, zwar schon 80 Jahre alt, aber fit wie ein Turnschuh. Der ehemalige Bauamtsleiter widmet sich vorrangig der Projektentwicklung, dem Kontaktaufbau zu Maklern sowie potentiellen Verkäufern und der Stadt. 

Bisher existiert bei der WWP ausschließlich die Idee, in Penzberg bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der dann an die Mitglieder der Genossenschaft vermietet werden soll.Jetzt geht es für Müller und Hattemer vor allem darum, ein Grundstück zu finden, auf dem sich dieses ehrgeizige Ziel verwirklichen lässt. Florian Müller gibt sich bei diesem Thema ebenso kryptisch wie optimistisch. „Wir sind in sehr guten Gesprächen und glauben deshalb, dass wir schon bald über eine geeignete Immobilie verfügen.“ Außerdem setzt man bei der WWP große Hoffnungen auf den neuen Bürgermeister und den neuen Stadtrat, von denen man mehr Aufgeschlossenheit erwartet als dies unter Elke Zehetner der Fall war. 

Und auch was das Eigenkapital betrifft, ist Müller die Zuversicht in Person: „Mit Aufnahme der ersten Mitglieder werden wir demnächst gut 20.000 Euro zusammenhaben“, betont er. Und nicht nur das: „Sobald wir an ein konkretes Bauprojekt herankommen, werden wir das notwendige Eigenkapital für ein Projekt von der Größe eines schönen Mehrfamilienhauses aufbringen können.“ Hierfür habe man die Zusage von Penzbergern, „denen das Thema am Herzen liegt und die sich für unsere Stadt engagieren wollen“, so Müller. 

Wer bei der WWP als Privatperson oder Unternehmen Mitglied werden will, muss fünf Genossenschaftsanteile à 300 Euro zeichnen, dazu kommt eine Anmeldegebühr von 150 Euro. „Sollte die Mitgliedschaft bei der WWP gekündigt werden, erhält man den Betrag für seine Genossenschaftsanteile wieder zurück“, sagt Müller. Dass pro Kopf also mindestens 1.650 Euro fällig werden, betrachtet Florian Müller nicht als problematisch: „Es ist überhaupt nicht schwierig, Mitglieder für unser Vorhaben zu gewinnen und für unsere Vision zu begeistern.“ So habe man bereits eine „etwas längere Interessentenliste“, die nun sukzessive abgearbeitet werden und in Neuaufnahmen münden soll. 

Sobald ein konkretes Objekt vorliegt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, werde man mit den Mitgliedern dafür Vergaberichtlinien erarbeiten, die etwa die Dauer der Mitgliedschaft und den örtlichen Bezug berücksichtigen sollen. „Die Höhe der Genossenschaftsanteile spielt dabei keine Rolle“, versichert Müller. Außerdem soll weiterhin die bereits vor Monaten postulierte Vorgabe gelten, dass der Mietpreis pro Quadratmeter 10 Euro nicht übersteigt. Dass die Stadt Penzberg vor kurzem erkennen ließ, künftig Grundstücke vorrangig in Erbpacht zu vergeben, wird bei der WWP ausdrücklich begrüßt. „Wir unterstützen dieses Vorhaben, da mit Grund und Boden nicht spekuliert werden soll“, erklärt Florian Müller. Schließlich sei es doch wichtig, dass man in Penzberg zu bezahlbaren Preisen leben könne. Und da gelte: „Je höher die Investitionen und Kosten, desto höher sind dann leider die Mieten“, so Müller.la 

Wer sich für die Ziele der WWP oder eine Mitgliedschaft interessiert, kann sich auf der Homepage www.wwp-penzberg.de, die am 15. Mai online geht, informieren. Dort sind auch die Kontaktmöglichkeiten eingestellt.

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