Ein Hammer

Speeddating, Informationen und viele Gespräche: Penzberger Job-Event übertrifft alle Erwartungen

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Dichtes Gedränge: Der Job-Event scheint den Nerv der Menschen getroffen zu haben, überall sah man jedenfalls zufriedene Gesichter.

Penzberg – Auf ein Speeddating mit dem künftigen Chef. Das könnte Arbeitnehmern in und um Penzberg durchaus passieren. Doch mit der Suche nach Romantik haben die Hochgeschwindigkeitstreffen des Job-Event nichts gemein.

Der Job-Event, der von Neuorientierung null-acht12 in Kooperation mit der Stadtbücherei und der Vhs in der Rathauspassage veranstaltet wurde, war ein voller Erfolg. Was als Wiedereinstiegshilfe für Mütter nach der Kinderpause begann, mausert sich zu einem für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer attraktiven Forum. Vor allem das Job-Speeddating zog viele Interessenten an, manch ein Arbeitgeber hat sogar die Bewerbungsfrist für offene Stellen verschoben, um sie auf dieser Plattform anbieten zu können. 

„Ich bin überwältig! Das ist ja der Hammer, was hier los ist“, kommentierte Bürgermeisterin Elke Zehetner den großen Andrang, als sie sich um kurz nach halb acht ihren Weg durch die Rathauspassage bahnte. Bereits eine halbe Stunde vorher fanden sich die ersten Besucher ein, damit sie sich für das Job-Speeddating eintragen konnten, kurz darauf war die Rathauspassage dicht gefüllt, an den Ständen der Aussteller scharten sich Trauben: ein potenzieller neuer Arbeitgeber neben dem anderen. Und das Angebot war breit gefächert: vom 450-Euro-Job über Teil- und Vollzeitstellen bis zur Beratung in der Selbstständigkeit. Und dazu gab es die entsprechenden Kooperationspartner - von Biotechnologie-Firmen über Gastronomie und Marketingagenturen bis zur Stadtverwaltung. Das einzige Kriterium, das sie alle vereinte: Die Stellen mussten in einem engen geographischen Umfeld von Penzberg liegen. 

Während viele der Aussteller konkrete offene Stellen im Gepäck hatten, wollten andere Firmen auf sich aufmerksam machen. So nutzte etwa die Abteilung Rottmannshöhe der Heckscher Klinik den Job-Event, um die Psychiatrie für Krankenpfleger und Erzieher ins Bewusstsein zu rücken. „Es ist gar nicht so einfach, auch als Arbeitgeber wahrgenommen zu werden“ erklärt Pflegedienstleiterin Andrea Mainz, „wir beginnen gerade erst damit, Öffentlichkeitsarbeit in dieser Richtung zu machen.“ 

Diese Probleme sind Beate Mader von Vision3 sehr vertraut:„Viele Firmen unterschätzen ihre Wirkung in den Sozialen Medien“, erläutert die Trainerin für strategische Positionierung. „Wenn eine Firma in der Öffentlichkeit oder in den sozialen Medien als guter Arbeitgeber wahrgenommen wird, findet sie auch leichter gute Mitarbeiter. Die Leute wollen dann dort arbeiten.“ Claudia Müller vom Stellenvermittler Impact Penzberg hatte keine Stellen im Angebot, dafür jedoch folgenden Ratschlag: „Wenn heute jemand eine neue Stelle sucht, empfehle ich, die Unterlagen einem Profi zu geben und sich mögliche Stellen vorschlagen zu lassen.“ 

In der Tat ist der virtuelle Bewerbungsmarkt ständig am Wachsen. Doch offenbar wächst auch der Wunsch nach Regionalität und guter persönlicher Verbindung, zwei Aspekte, denen sich die Frauen von „Neuorientierung Null-acht12“ verschrieben haben. Auf die Frage, was für eine neue Stelle denn das Wichtigste sei, lautete die Antwort an diesem Abend übereinstimmend: das Team, ein gutes Auskommen mit den Kollegen und die Nähe zum Wohnort. 

So ist es nicht verwunderlich, dass das Job-Speeddating der Hauptanziehungspunkt an diesem Abend war: Sechs Firmen nutzten die Möglichkeit, jeweils fünf Interviewpartner gleichzeitig kennen zu lernen. Das Fazit war positiv, für die Interessenten ebenso wie für die Arbeitgeber. „Da waren tolle Stellen dabei, auf die ich mich über eine Annonce vielleicht nicht beworben hätte. Mal sehen, was daraus wird“, resümierte eine junge Frau. „Ich habe mich sehr kurzfristig zur Teilnahme entschieden und habe hier jetzt ein kostenloses Bewerbungscoaching bekommen“, kommentierte eine andere ihr intensives Gespräch mit Petra Edenhofer, die mit einem Vortrag über „Frisches Selbstvertrauen im Job“ aufwartete. 

Auch für die Arbeitgeber war die Zeit gut investiert: „Das war mein erstes Job-Speeddating“, konstatierte Rainer Knapp nachdem er die Vorstellungsgespräche für die Stadtverwaltung Penzberg geführt hat. „Ich bin sehr gut mit den Leuten ins Gespräch gekommen, und es waren auch Bewerber dabei, die ich im normalen Verfahren wohl nicht gesehen hätte“, zeigte sich Knapp zufrieden. Eine ganz neue Erfahrung war es auch, dass Leute am Speeddating teilgenommen haben, „die einfach mal wissen wollten, wie es sich arbeitet in der Stadtverwaltung oder einem kommunalen Unternehmen“. Knapp jedenfalls ging mit einem ansehnlichen Packen an Lebensläufen nach Hause und meinte über diesen Abend: „Das darf aus unserer Sicht gerne wieder stattfinden.“ me

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