Im Rathaus kann man Bilder für Pass und Personalausweis gleich selbst anfertigen

Ratzfatz biometrisch

Testete erst, wie das mit den Fotos funktioniert, und fasst den Selbstversuch dann in Worte: Leonie Sauerbrey mit Bürgermeisterin Elke Zehetner.

Penzberg – Ein biometrisches Lächeln in der Kinderspielecke: Wo früher für die kleinen Besucher ein Ort zum Spielen war, findet sich nun eine Fotokabine. Im Rathaus können künftig nicht nur Personalausweis und Reisepass beantragt, sondern auch die passenden Bilder in Eigenregie geschossen werden.

Einen Service aus einem Guss bietet das Bürgerbüro im Rathaus nun an: eine neue Fotokabine, mit der sich biometrische Bilder anfertigen lassen, wie man sie für Reisepass und Personalausweis benötigt; sogar die für einen Pass erforderlichen Fingerabdrücke können dort gespeichert werden. Julian Lademann, der evangelische Pfarrer, „hat sich dafür als Übungsopfer bereit gestellt“, wie Bürgermeisterin Elke Zehetner berichtet. Lademann sei sehr erfreut gewesen, dass dieser neue Service so reibungslos funktioniere und er nach nur 14 Tagen seinen neuen Pass abholen konnte. 

Mit diesem Service, der den Antrag auf Reisepass oder Personalausweis mit dem erforderlichen Bild unmittelbar verknüpft und den gesamten Vorgang per Knopfdruck an die Bundesdruckerei weiterleitet, übernimmt die Stadt eine Vorreiterrolle.„Wir haben die erste derartige Fotokabine in unserem Landkreis“, freut sich Elke Zehetner. In der näheren Umgebung verfügen nur Geretsried und Bad Tölz über solche Geräte. 

Auf die Idee, dies auch in Penzberg zu realisieren, kam die Bürgermeisterin bei einem Gespräch in ihrer Familie: „Durch Zufall sprach ich mit meinen Eltern über dieses Thema, und sie erzählten mir von einer solchen Fotokabine in Geretsried und fragten, warum es so etwas nicht in unserem Rathaus gäbe.“ Damit war die Idee geboren, das Bürgerbüro von der hauseigenen IT-Abteilung unter Stefan Ahne mit so einer Kabine ausstatten zu lassen. 

Jeder ab 10 Jahren muss sich hier fotografieren lassen, wenn er einen neuen Ausweis beantragt. Sobald man die Kabine betreten und den Touchscreen berührt hat, wird man gefragt, für welches Dokument das Foto gedacht ist: Reisepass, Personalausweis oder Kinderpass. Ganz wichtig: „Die Fotokabine darf jedoch nicht für private Fotos verwendet werden“, betont Peter Holzmann, der Leiter des Ordnungsamtes. Und er fügt hinzu, dass dieser Service nur Penzberger Bürgern zur Verfügung steht 

Jetzt wird die Kamera aktiviert, sie fertigt drei Bilder an. Mit einem grünen Haken wird bestätigt, ob die Fotos den biometrischen Anforderungen entsprechen. Eines der drei Fotos darf man sich nun aussuchen, indem man es auf dem Touchscreen anklickt. Jetzt noch eine Unterschrift auf dem Bildschirm leisten – und fertig ist das Procedere. Nur wer einen Reisepass benötigt, muss noch seine Fingerabdrücke hinterlassen. Sehr praktisch ist, dass Brillenträger ihre Brille nicht mehr für das Foto absetzen müssen. All das dauert höchstens zwei Minuten. 

In das Gerät hat die Stadt 19.000 Euro investiert, für jedes Foto werden nun 5 Euro berechnet. Bei rund 2.300 Anwendungen, mit denen pro Jahr gerechnet wird, ist Zehetner zuversichtlich, dass sich die Anschaffungskosten in zwei Jahren amortisiert haben werden. Der einzige Verlust, der durch die Fotokabine verursacht wurde, ist, dass die Kinderspielecke im Bürgerbüro nun nicht mehr existiert. Leonie Sauerbrey

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