Stumme Kreativität

Museum Penzberg wartet und hofft auf weitere Teilnehmer am Fotowettbewerb zur Mordnacht

+
Ein Ausschnitt aus der bislang einzigen eingereichten Fotoarbeit. Sie stammt von der Künstlerin Katharina Vollendorf aus Ascholding.

Penzberg – Ab Herbst leuchtet Penzberg rot. Strahlend, mahnend. Im Rahmen der Kunstaktion „Niemals wieder!“ sollen 300 Mohnblumen, die der Künstler Walter Kuhn als Mahnblumen pflanzt, von 17. Oktober bis 6. Dezember am Museum Penzberg, An der Freiheit und auf dem Friedhof an die Penzberger Mordnacht vor 75 Jahren erinnern. Im Vorfeld sammelt das Museum Penzberg, das im Rahmen eines Fotowettbewerb Motive zum Gedenkjahr. Bislang hält sich die Resonanz aber in Grenzen.

Dabei wird der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt: Fotografien die wie Memorien an die Opfer oder die Orte der Mordnacht in und um Penzberg erinnern, symbolische oder bildhafte Statements gegen Krieg, Rassismus und Antisemitismus oder auch Friedensbotschaften, zu welchen schließlich auch die auf einem Holzsockel und einem Drahtstängel blühenden roten Mahnblumen zählen. 

Die Möglichkeiten sind vielfältig, doch eingereicht wurde bislang erst eine einzige Arbeit, und die kommt nicht einmal aus Penzberg, sondern aus Ascholding, von „Katharina Vollendorf, sie ist selbst auch Künstlerin“, berichtet Museumsleiterin Freia Oliv, die sich über den „sehr anspruchsvollen Beitrag zum Start“ sichtlich freut. Ein paar erläuternde, lyrische oder beschreibende Zeilen zu dem Werk wurden aber nicht mit eingereicht, doch ein Kontext wird auch keineswegs erwartet. „Beim Wettbewerb ist eine Erläuterung nicht Bedingung. Wir haben das bewusst den Teilnehmern überlassen“, erklärt Oliv. 

Die Museumsleiterin bedauert, das auf den guten Start Stille einkehrte. „Wir freuen uns auf weitere Einsendungen – und zwar wirklich auf alle – von Mahnblumen bis Fotocollagen oder mehrteilige Werke ist ja alles möglich“, betont Oilv in freudiger Erwartung auf das, was da noch kommen könnte. 

Nicht nur Künstler können an dem Wettbewerb teilnehmen, sondern auch Einzelpersonen ebenso wie Familien und Gruppen. Wenngleich stets nur eine Arbeit, und zwar im digitalen Format, eingereicht werden kann. Eine Jury, bestehend aus Oliv, Mahnblumen-Künstler Walter Kuhn, Fotograf Rainer Lampadius und Kuratorin Ingrid Gardill, wählt aus den Einsendungen drei Arbeiten aus, die dann großformatig in der Herbstausstellung zum 75. Gedenkjahr der Penzberger Mordnacht im Museum präsentiert werden. „Wir wären happy, wenn da noch was käme“, sagt die Museumsleiterin, die hofft, dass es einfach ein bisschen Zeit braucht, bis die Werke ihre Umsetzung finden. Oliv glaubt, dass es genügend potenzielle Teilnehmer gibt, denn als ihr damals die Idee zu dem Wettbewerb kam, „war das Echo gut“. 

Wer eine Arbeit einreichen will, der hat dazu noch bis 13. September Zeit. Zusendungen sind per E-Mail an foto-­niemalswieder­@web.de zu richten. Detailliertere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.­museum-penzberg.de. ra

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Krise: Absagen, Absagen, Absagen
Corona-Krise: Absagen, Absagen, Absagen
Pflegeausbildung am Klinikum Penzberg gestartet
Pflegeausbildung am Klinikum Penzberg gestartet
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Rasanter Anstieg der Fälle - es droht Ampelphase „Dunkelrot“
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Rasanter Anstieg der Fälle - es droht Ampelphase „Dunkelrot“
Bei der Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen dürfen Verschwörungstheorien nicht fehlen
Bei der Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen dürfen Verschwörungstheorien nicht fehlen

Kommentare