Außenbereichssatzung für St. Johannisrain

Klären, was möglich ist

Penzberg - Für die Splittersiedlung St. Johannisrain wurde die Aufstellung einer Außenbereichssatzung verschoben. Der Stadtrat verständigte sich am Dienstag darauf, sich nochmals mit den Anliegern zu treffen und einen möglicherweise vorhandenen Bedarf nach baulicher Erweiterung zu klären. 

Hardy Lenk (SPD) wollte den Tagesordnungspunkt absetzen und lieber mit den Anwohnern des Ortsteils sprechen. Es gebe Entwicklungswünsche, andere dagegen wollten keine Entwicklung in St. Johannisrain, so Lenk. Es sei der „schönste Fleck in Penz­berg“, da müsse man sorgfältig umgehen. Auch Thomas Keller (SPD) will mit den Anwohnern ergebnisoffen diskutieren. „Jetzt, wo der Stein ins Rollen gekommen ist, sollten wir klären, was möglich ist“, empfahl Keller.

Dagegen regte sich jedoch heftiger Widerstand. Kerstin Engel (Grüne) etwa lehnt eine Außenbereichssatzung für St. Johannisrain grundsätzlich ab. „Das ist ein Landschaftsschutzgebiet, die Erschließung ist nicht ausreichend“, hielt sie entgegen und erinnerte daran, dass diesen Stein erst ein Vorstoß von August Liebhardt, der in St. Johannisrain vier Chalets für eine touristische Nutzung errichten möchte, ins Rollen gebracht hatte. Markus Bocksberger (parteifrei) riet deshalb zur raschen Abstimmung - und zwar gegen eine Außenbereichssatzung. „Außenbereiche sollen geschützt bleiben“, forderte Bocksberger. Der Stadtrat müsse sich einig sein, was er wolle: „Wachsen im Außenbereich oder eine vernünftige Städteplanung.“ Bürgermeister Elke Zehetner aber hielt dagegen. „Es geht nicht um eine Nachverdichtung mit Wohnsilos.“ Der Charakter einer Splittersiedlung müsse erhalten bleiben, argumentierte sie und versprach: „Es wird in St. Johannisrain nie eine mehrgeschoßige Bausiedlung geben.“ Gleichwohl müsse man mit den Anliegern des Ortsteils sprechen.

Für die Splittersiedlungen Nantesbuch, Promberg und Neukirnberg stellte die Stadt bereits eine Außenbereichssatzung auf, für St. Johannisrain liegt noch keine vor. Die Voraussetzungen für eine gesicherte Erschließung waren im Beschlussvorschlag auch nicht geregelt. Die Infrastruktur wirft weitere Fragen auf, denn es gibt kenen Kanalanschluss und die Straße ist nicht breit genug.

Wolfgang Sacher (BfP) hatte eine klare Meinung: „Wir wollen keinen Tourismus da draußen“, rief er aus. Und die von Liebhardt angedachten Chalets seien Tourismus, bekräftigte Sacher. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch ein mögliches Hotel. Das trieb Thomas Keller die Zornesröte ins Gesicht. Es sei „völliger Wahnsinn“, hier das Wort „Hotel“ einzubringen, fuhr er Sacher an. Ein Standort für ein Hotel sei hier nie zur Diskussion gestanden. „Herr Sacher, wie sie Ängste schüren, das widert mich an!“, entfuhr es Keller.

Gegen die Stimmen von Bocksberger, Sacher sowie Armin Jabs und Manfred Reitmeier (BfP), Michael Kühberger und Jack Eberl (FLP) sowie Wolfgang Schweiger (Grüne) wurde schließlich beschlossen, erst mal eine Anliegerversammlung durchzuführen. akr

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