Franz Marc und die Katzen

Die nächste Schallmauer durchbrochen: Museumsdirektorin Cathrin Klingsöhr-Leroy (rechts) mit Roswitha Käufl, der 300.000. Besucherin.

Im Spätherbst begrüßte das Franz-Marc-Museum in Kochel den 300.000. Besucher seit der Neueröffnung im Jahre 2008. Und damit das Museum auch im neuen Jahr wieder der größte Publikumsmagnet in der Gemeinde bleibt, haben Direktorin Cathrin Klingsöhr-Leroy und ihr Team nicht nur attraktive Sonderausstellungen geplant. Auch das Werk von Franz Marc selbst wird eine neue Schwerpunktsetzung erfahren.

Aus den Sammlungsbeständen des Museums werden vor allem jene Werke Marcs ins Zentrum der Betrachtung und damit in die Ausstellungsräume gerückt, welche die Beziehung des Künstlers zur Natur in besonderer Weise erlebbar machen. Darüber hinaus soll aber auch dargestellt werden, wie das Verhältnis Marcs zu den Berliner Malern der „Brücke“ war und welche Einflüsse er bei den Künstlern hinterließ, welche nach dem Zweiten Weltkrieg an seine Grundgedanken anknüpften. Von 29. Januar bis 27. Mai widmet sich dann die erste Sonderausstellung „Ich ist ein anderer“ in Anlehnung an das Zitat von Arthur Rimbaud den grafischen Porträts, Gemälden, Skulpturen und Fotografien von Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Pablo Picasso, Oskar Kokoschka, Paula Modersohn-Becker und August Sander. Der französische Dichter Rimbaud hatte 1871 seine Verwunderung gegenüber dem eigenen Handeln und Befinden in diesem Satz ausgedrückt. Die unter diesem Eindruck in einer Zeit des Umbruchs im gesellschaftlichen und künstlerischen Leben entstandenen Gemälde geben einen Eindruck der Menschen wieder, die sich ihrer eigenen Identität nicht mehr sicher sind. „Katzen“, wie sie Franz Marc öfters auf der Leinwand festgehalten hat, stehen von 20. Mai bis 12. August im Zentrum des Betrachters. Als Dauerleihgabe bekam das Museum heuer das 1912 entstandene Bild „Mädchen mit Katze“ zur Verfügung gestellt, das den Mittelpunkt dieser Ausstellung darstellt. Darauf ist Maria Marc ähnlich einer christlichen Madonnen-Darstellung zu sehen, die allerdings statt eines Kindes ein Kätzchen auf dem Schoß hält. Marc hatte zu diesem späten Zeitpunkt seines Schaffens eigentlich keine Menschen mehr dargestellt, umso mehr sind in diesem Gemälde seine Gedanken nach einer Rettung aus dem irdischen Netz und das Streben nach der Reinheit der Tiere in der Natur zu sehen. Seine Frau wandelt sich von der Geliebten zur Madonna, die anstatt des Erlösers eine Katze bei sich hält. Else Lasker-Schüler gilt schließlich von 23.September bis 6. Januar 2013 die Aufmerksamkeit der Museumsbesucher: „Gestirne und Orient - eine Künstlerin im Kreis des Blauen Reiters“ ist diese Ausstellung überschrieben, welche den Schriftverkehr von Franz Marc mit dieser hauptsächlich als Dichterin bekannten, als Zeichnerin lange unterschätzten, großartigen Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus präsentiert. Im Jahre 1912 begann zwischen den beiden der Austausch von Briefen und gemalten Postkarten, die auch zu Kontakten mit anderen Vertretern des „Blauen Reiter“ führte und die künstlerische Entwicklung der jüdischen Poetin stark beeinflusste.

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