Das Rathaus durchlüften

Freie Wähler stellen Gemeinderatsliste auf / Ehrung für Elisabeth Schnaller

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Sie wollen für die Freien Wähler in den Gemeinderat von Bad Heilbrunn: Konrad Specker, Victoria Seidl, Markus Gebhardt, Corinna Grasser, Friedrich Bauer, Stefanie Grimeis, Iradj Rahimpur, Robert Rieker, Florian Spindler, Karolina Waldmann, Matthias Schröfl, Anton Krinner und Christian Kaul (von links).

Bad Heilbrunn – „Es gilt, den Mief der jahrzehntelangen CSU-Rathauspolitik zu durchlüften und frischen Wind in das Dorfgeschehen zu bringen.“ Bürgermeisterkandidat Konrad Specker meint es ernst, auch wenn er übersehen hat, dass seine Freien Wähler im Gemeinderat so viele Sitze belegen wie die CSU. 

Specker, der als Bäcker früh aufstehen muss, scheint wenig Schlaf zu brauchen: Als wenn die Tagesordnung des einen Termins im Café Waldrast nicht schon genügend geboten hätte, hängte der Ortsvorsitzende der Freien Wähler (FW) gleich noch eine zweite Sitzung hinten dran. Sitzung eins galt der Vorstellung der 15 Kandidaten für den Gemeinderat, Sitzung zwei war eine veritable Jahreshauptversammlung mit einer Ehrungszeremonie und Neuwahlen, die aber gar nicht so viel Neues brachten. Am Ende eines Abends, der sich bis in den frühen Morgen zog, stand dann aber die Liste mit den Gemeinderatskandidaten der FW: ein bunt gemischter Trupp, der vor allem die Entwicklung der Ortsmitte vorantreiben und bezahlbaren Wohnraum schaffen will. Die Vorstellung der Kandidaten wurde durch den Konjunktiv dominiert, ein klares Wahlprogramm gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. 

„Ich freue mich, eine starke, kompetente und gemischte Gruppe anzuführen“, sagte Specker mit Blick auf die Bewerberliste. Besonders stolz sei er auf die hohe Beteiligung von Frauen, die ein Drittel der Listenplätze einnehmen. Obwohl die 15 Kandidaten in vielerlei Hinsicht – sei es ihres Alters oder Berufes wegen – sehr unterschiedlich sind, zog sich durch die Vorstellung ein roter Faden. So monierte Iradj Rahimpur stellvertretend für die anderen Kandidaten die zu langsame Entwicklung der Ortsmitte. Auch Wohnraum, den sich Junge wie Alte und Durchschnittsverdiener wie Familien leisten können, kam immer wieder aufs Tapet. Anton Krinner und Robert Rieker bemängelten in diesem Zusammenhang, es sei „wirklich schlimm, dass sich ein Drittel der jüngeren Fußballspieler aus Bad Heilbrunn hier keine Wohnung leisten kann“. Dafür hat Christian Kaul eine konkrete Vision: Er stellt sich Genossenschaftswohnungen für die Ortsmitte vor. „Es gibt hier viel zu wenig Ein- oder Zweizimmerwohnungen“, sagte der Unternehmer. Darüber hinaus fühlen die Freien Wähler die Arbeit der Vereine zu wenig wertgeschätzt. Sie seien tragende Säulen des Dorfes, die zu wenig Beachtung und Unterstützung fänden. 

Im Anschluss an die Vorstellung der Kandidaten zog Konrad Specker die Jahreshauptversammlung durch. Sie wartete mit einem geheimen Tagesordnungspunkt auf, von dem Schatzmeisterin Elisabeth Schnaller nichts wissen durfte. Ihr galt nämlich die Aufmerksamkeit des FW-Landtagsabgeordneten Benno Zierer, der aus Freising angereist war, um Schnaller für ihre Arbeit zu ehren. „Immer wieder löscht sie das Feuer, bevor es überhaupt ausgebrochen ist“, so Zierer. Gemeinsam mit ihm verlieh Specker der treuen politischen Gefährtin die Ehrennadel in Platin, „eine Auszeichnung, die wir nur ganz selten vergeben“. 

Die Wahl der Vorstandschaft fiel vergleichsweise kurz und einstimmig aus. An der Spitze änderte sich dabei nicht viel, was bedeutet, dass Specker als Vorsitzender ebenso bestätigt wurde wie seine beiden Stellvertreter Markus Spindler und Max Grobauer, Schatzmeisterin Elisabeth Schnaller sowie die Revisoren Lorenz Specker und Rolf Weizmann. Neu ist nur Josef Lorenz als Schriftführer. sg

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