Kunst und künstliche Intelligenz

Tag der Freunde: Buchheim Museum eröffnet gleich drei Ausstellungen

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Eröffnet drei Ausstellungen an einem Tag: das Buchheim Museum

Bernried – Das kommt auch nicht alle Tage vor, dass das Buchheim Museum an einem Tag drei Ausstellungen eröffnet und allen Besucher freien Eintritt gewährt. Am heutigen Samstag aber ist es so weit, die Museumsleute haben den „Tag der Freunde“, von denen man bekanntlich nichts nimmt, ausgerufen.

Thematisch passt das insofern sehr schön, weil sich eine der drei Ausstellungen mit den Freunden der „Brücke“-Maler beschäftigt. Die Künstler der „Brücke“ wollten sich von der akademischen Malerei ihrer Zeit abheben und neue, authentische und zeitgemäße Ausdrucksformen finden. Kunst und Leben bildete für sie eine Einheit, weshalb sie Motive aus ihrem unmittelbaren Umfeld schöpften. Das gilt insbesondere für die Personendarstellungen: Nicht mit professionellen Modellen, sondern mit ihren Freundinnen und Freunden befassten sich Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel oder Karl Schmidt-Rottluff in ihren Werken. Die kleine Sonderausstellung zeigt nun Arbeiten auf Papier und Gemälde aus den Sammlungen Gerlinger und Buchheim, auf denen Freunde von „Brücke“-Künstlern zu sehen sind, und sie stellt die Personen in ihren Verhältnissen zu den Künstlern vor. 

Mit Kunst und künstlicher Intelligenz beschäftigt sich die zweite Ausstellung, die an diesem Tag eröffnet wird. Ob diese beiden scheinbaren Widersprüche zusammenpassen, können die Besucher selbst ausprobieren. An zwei Stationen können sie sich mit dem Computer in der Künstlererkennung messen. Der Algorithmus ordnet unbekannte Bilder mit einer Genauigkeit von 90 Prozent dem jeweils richtigen Maler zu. Die beiden anderen Stationen beschäftigen sich mit dem kreativen Akt des Malens. Hier können eigene Handyfotos in Bilder im Stile berühmter Künstler wie Marc Chagall oder Pablo Picasso verwandelt werden. Die so entstehenden „Gemälde“ des Computers sind zeitgleich in stilechtem Rahmen im Expressionistensaal des Museums zu sehen. 

Und schließlich erinnert das Museum mit einer Sonderschau noch an Kuno Dümler. Der im vergangenen Jahr verstorbene Bildhauer baute seit 1975 sein privates Atelier in Traubing, keine zehn Kilometer vom Buchheim Museum entfernt, zu einem zauberhaften Gesamtkunstwerk aus. Sein von unbändiger Spielfreude, erotischem Drang und handwerklicher Geschicklichkeit geprägtes Werk lässt Auseinandersetzungen mit Expressionismus, Kubismus, Informel und Pop-Kultur erkennen. Nun, da das Ensemble aufgelöst werden muss, soll eine Ausstellung des skulpturalen Werks an diesen „wundervollen Paradiesgarten im Oberland“ und an seinen Schöpfer erinnern. la

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