Frösche stehen auf viereckige Röhren

Der Naturschutz hat in der Penzberger Kommunalpolitik gegenüber früheren Jahren einen höheren Stellenwert bekommen. Diese erfreuliche Nachricht hat Hannelore Jaresch, die Vorsitzende der Penzberger Ortsgruppe im Bund Naturschutz (BN) bei der Jahreshauptversammlung im Pfarrzentrum Christkönig verkündet. Eine Aussage, die von Stadtrat Klaus Adler (Grüne) voll bestätigt wurde. Der Naturschutz, fügte Adler an, „ist keine Alibisache mehr, sondern wird im Stadtrat hoch bewertet“. Das gelte auch für das Bauamt, seitdem es dort in der Leitung einen Wechsel gegeben habe, wie Adler meinte.

Dennoch herrschte bei der Versammlung nicht nur Freude. Gerade der Amphibienschutz mache Sorgen, berichtete die Vorsitzende. Trotz aktiver Hilfe mehrerer BN-Mitglieder während der Laichwanderungen im Bereich des Stock- und des Zwinkweiher geht die Population der Amphibien zurück. Hannelore Jaresch führt dies auf die massive Bautätigkeit im Nonnenwald, aber auch auf die „nicht optimalen“ Durchlässe unter der Sin- delsdorfer Straße zurück. Dort habe man runde Betonrohre eingebracht, „die von den Fröschen aber kaum angenommen werden“, so Jaresch. Viereckige Durchlässe seien weitaus besser. Außerdem erinnerte sie an das Versprechen des Landkreises, ein Ersatzgewässer anzulegen, um das Überqueren der Straße unnötig zu machen. Das Argument, die Bauern würden das notwendige Grundstück nicht hergeben, lässt der BN nicht gelten. Man habe es gar nicht richtig versucht, lautet das Gegenargument. Weitere Probleme gibt es laut BN in Schönmühl. Weil dort der Straßenverkehr stark zugenommen hat (Hans Knetsch: „Das Navi empfiehlt diese Wegstrecke als Abkürzung nach Beuerberg“), würden dort viele Amphibien überfahren. Diese Probleme will Hannelore Jaresch nun mit den jeweils zuständigen kommunalen Stellen erörtern. Als positiv bezeichnete sie die Gespräche mit Stadtbaumeister Justus Klement bezüglich Stadtökologie, Gestaltung des Schlossbichls und Ausgleichsmaßnahmen bei der Bautätigkeit, auch wenn bei letzterem ein größerer Nachholbedarf erkennbar sei. Für das laufende Jahr hat sich die Ortsgruppe die Kartierung seltener Tiere und Pflanzen im Stadtgebiet vorgenommen, um den Bürgern bessere Kenntnisse über die örtliche Natur und über die Notwendigkeit der Biotopenpflege zu vermitteln. Neben den üblichen Tätigkeiten von der Streuwiesenmahd bis zur Neophyten-Bekämpfung wollen sich die Penzberger Naturschützer auch mit den Perspektiven für eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft beschäftigen.

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