Wie in der Werkstatt

Walter Heußler klärt Förderschüler über Wildtiere auf

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„Der Biber macht keinen Winterschlaf“: Walter Heußler vor der Klasse 3/4 der Förderschule. In seiner linken Hand hält er ein Gebiss des Nagetiers.

Penzberg – Er braucht ein dickes Fell und nutzt eine Kelle als Ruder: Die körperlichen Eigenheiten des Bibers lernten Mädchen und Buben der Janusz-Korczak-Schule haut- oder besser gesagt fellnah kennen, in einer Lehrstunde von Walter Heußler, der sich nicht nur mit den Flussbaumeistern auskennt.

Aufgeregt waren die Kinder der Klasse 3/4 an der Janusz-Korczak-Schule: Walter Heußler, stellvertretender Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Weilheim, berichtete den Mädchen und Buben vom Leben der heimischen Wildtiere. Um seinen Vortrag anschaulich zu gestalten, hatte Walter Heußler ausgestopfte Tiere mitgebracht, die von den Schülern des Förderzentrums aufmerksam begutachtet wurden. Ein Fuchs, ein Dachs, ein Biber, ein Rehkitz und eine kleine Wildsau standen da auf dem Pult von Lehrerin Martina Tille-Schulz. 

„Wo haben Sie die Tiere her?“, wollte ein Schüler wissen. Heußler blickte leicht irritiert drein. „Das würde zu lange dauern, da sitzen wir um zwölf immer noch da“, wich er aus. Mit dem schlagfertigen Konter des Schülers hatte er aber nicht gerechnet: „Wir haben heute bis eins, sie können schon mal los schießen“, meinte der Bub. 

Heußler erklärte den Kindern sodann, dass Rehe immer den gleichen Weg gehen, und imitierte anschließend mit einem Wildlocker den Ruf des Rehkitzes. „Das hört sich ja so an, wie wenn einer in der Werkstatt Reifen wechselt“, meinte ein Schüler unter dem Gelächter der Klasse. 

Als nächstes wandte sich Walter Heußler einem Nagetier zu, dem Biber. „Der ist ein Landschaftsarchitekt, er gestaltet die Natur so, wie er will“, sagte Heußler und wollte wissen, wer denn schon alles einen Biber gesehen habe. Neben einigen Schüler meldete sich auch Regina Bartusch, die in ihrer Funktion als dritte Landrätin - der Landkreis ist Sachaufwandsträger der Förderschule - zu Besuch war. „Sie wird den Biber wohl beim Schwimmen in der Früh im Huber See sehen“, mutmaßte Heußler grinsend, und Bartusch nickte zustimmend. 

Heußler erklärte ferner, dass Biber 20 Minuten unter Wasser bleiben können, dass die Zähne des Nagers immer nachwachsen und dass er keinen Winterschlaf macht. „Er hat ganz dichtes Haar, das braucht er, damit er nicht friert.“ Um dies zu verdeutlichen, hatte Heußler eine beeindruckende Zahl parat: Pro Quadratzentimeter besitzt der Biber unglaubliche 22.000 Haare. Da blieb den Schülern der Klasse 3/4 vor Staunen der Mund offen. akr

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