Pläne im Nonnenwald

Fusionskraftwerk in Penzberg: Moderatoren sollen Stadtrat helfen - das schlägt die SPD vor

Die Grafik zeigt ein Werk von Marvel Fusion, wie es im Penzberger Nonnenwald aussehen könnte.
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So könnte das Werk von Marvel Fusion in Penzberg aussehen.

Penzberg – Eine Ansiedlung von Marvel Fusion im Nonnenwald beschäftigt die Penzberger Politik. Die SPD bringt Moderatoren für einen Dialog über das Fusionskraftwerk ins Spiel.

Wie berichtet, werden die Energiepläne des jungen Unternehmens Marvel Fusion hinter den politischen Bühnen kontrovers diskutiert. Grüne und Penzberg miteinander haben sich bereits kritisch zu Wort gemeldet. Nun hat SPD-Stadträtin Elke Zehetner namens ihrer Fraktion sich per E-Mail an Ratskollegen und Verwaltung gewandt. Inhalt: Das weitere Vorgehen zur Ansiedlung des Start Ups und Verkauf eines städtischen Grundstücks im Gewerbe- und Industriepark Nonnenwald an die Münchner. Man habe in Penzberg „Bürger und vor allem fachkompetente Unterstützer“, die bei diesem Thema weiterhelfen könnten, schreibt Zehetner. Und präsentiert gleich zwei Namen, beide mit Industrieerfahrung: Dietmar Ahl, Vorsitzender des heimischen Unternehmerkreises und Geschäftsführer eines Metallbauunternehmens, sowie Dr. Karsten Kemeter, promovierter Quantenphysiker, haben laut Zehetner ihr Hilfe angeboten. Das Duo hat sich bereits Gedanken gemacht. Vorgeschlagen werden zwei Stufen.

Beratung für Stadtrat

Ahl und Kemeter bieten danach dem Stadtrat an, ihn bei einer Grundsatzerklärung zu unterstützen. Start sollte am besten bereits kommenden Montag, 7. Dezember, sein, das Verfahren würde voraussichtlich bis Anfang 2021 dauern. Ziel: „Größere Klarheit in die Sachlage zu bringen“ und dem Stadtrat ein besseres Verständnis für das Vorhaben von Marvel Fusion zu ermöglichen, wie es heißt. Zudem könnten in einem zweiten Schritt weitere Expertisen von Spezialisten eingeholt werden. Angedacht sind Videokonferenzen und Telefonschaltungen. Umsonst wäre das Angebot nicht: Vorgeschlagen wird eine Aufwandsentschädigung – die jedoch an eine soziale Einrichtung gehen soll.

„Man muss sich Zeit nehmen“

„Bürgerengagement ist wichtig“, begründet Zehetner ihren Vorstoß. Auch will sie nichts über das Knie brechen. „Man muss sich Zeit für so einen wichtige Entscheidung nehmen.“ Zudem handele es sich bei dem ins Auge gefassten Areal „um das letzte Industriegrundstück, dass die Stadt hat“, betont die ehemalige Bürgermeisterin. Im Rathaus ist man zurückhaltend. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) habe bereits Kontakt zu verschiedenen Fachstellen im bayerischen Umweltministerium und der TU München aufgenomen, „mit dem Ziel weitere unabhängige Fachmeinungen“ zu dem Thema einzuholen, teilt Rathaussprecher Thomas Sendl auf Rundschau-Nachfrage mit. „Die entsprechenden Antworten gilt es abzuwarten.“

Entscheidung im Januar

Die Informationen würden dann an die Stadträte weitergeleitet und auf der Stadt-Homepage veröffentlicht. Es sei weiter vorgesehen, dass Stellungnahmen auch im Stadtrat vorgetragen werden. Der Bürgermeister „wird auch den Vorschlag der SPD-Fraktion aufgreifen“, so Sendl. Allerdings gelte es abzuklären, inwieweit eine weitergehende Zusammenarbeit machbar und sinnvoll sei. Grundsätzlich gelte: „Die Stadt nimmt Kritik aus der Bevölkerung und von Teilen des Stadtrates sehr ernst.“ Laut Sendl strebt die Verwaltung an, in der Januarsitzung eine Entscheidung zu fällen. Der Beschluss für oder gegen Marvel Fusion soll öffentlich gefasst werden.

Andreas Baar

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