Fußwege, Energiekonzept und Marterl

Zeigte sich begeistert vom regen Interesse der Bevölkerung an der Dorfentwicklung: Bürgermeister Georg Rauchenberger

Der Andrang war überwältigend: Rund 70 interessierte Benediktbeurer kamen in der vergangenen Woche im Gasthof „Zur Post” zusammen, um über den Maßnahmenkatalog im Rahmen der Dorfentwicklung zu beraten. „Ich empfinde es unheimlich positiv, dass die Leute hinter der Dorfentwicklung stehen“, war Bürgermeister Georg Rauchenberger von der Resonanz begeistert. Und Planer Stefan Goller war schlichtweg „platt“, wie groß die Beteiligung der Bürger an dem Konzept ist.

Bei Goller, dem Landschaftsarchitekten aus Uffing, laufen derzeit alle Fäden zusammen, wenn es ums die Dorfentwicklung geht. Wie soll Benediktbeuern in einigen Jahren aussehen? Welche Konzepte sind für die Entwicklung des Dorfes nötig? Darum ging es im Rahmen der Versammlung. Goller stellte den Gemeinderäten, den Mitgliedern der Arbeitskreise, Vertretern des Klosters und der Vereine sowie den zahlreichen Bürgern den Maßnahmenkatalog vor. An Schautafeln wurden die Projekte kurz beschrieben. Die Bürger markierten mit farbigen Klebepunkten jene Vorhaben, die ihnen als besonders wichtig erschienen. Diese so genannte Priorisierung wird nun in den Dorf- entwicklungsbericht aufgenommen und an das Amt für ländliche Entwicklung weitergegeben. Aufgegliedert waren die Projekte in vier Bereiche: bauliche, grüne, soziokulturelle und gewerbliche Maßnahmen. Eine breite Mehrheit fand nach Auswertung der Klebepunkte die Gestaltung des Dorfplatzes. „Momentan ist der Platz an sich nicht erkennbar“, kritisierte Goller. Wichtige Themen, die es nach An-sicht der Bürger dringend zu realisieren gibt, sind darüber hinaus die Renovierung des Don-Bosco-Clubs, der Alpenpanoramaweg und die Reaktivierung der Fußwege. Grüne Projekte, die es zu bewerkstelligen gilt, sind demnach das Konzept der autarken Energieversorgung und ein nachhaltiges Energiekonzept für gemeindliche Ge- bäude. „Das umfasst das Rathaus, die Gäste-Information, den Kindergarten und die alte Apotheke“, erklärt Goller. Bei den soziokulturellen Aktionen hat es keinen großen Favoriten gegeben. In Angriff genommen werden sollen aber die Entwicklung eines Ortsrundgangs, der Erhalt von Marterln und Feldkreuzen sowie ein Geschichtsweg am Mühlbach. Gewerbliche Maßnahmen traten an diesem Abend erst einmal in den Hintergrund. Abgelehnt wurden unter anderem Tempo-30-Zonen in der Dorfmitte, ein Hand- werkermarkt sowie Umgestaltungsaktionen entlang der B11. Bürgermeister Rauchenberger lobte vor allem die Arbeitskreise, die sich „sehr viel Arbeit” gemacht hätten, gute Vorschläge zu liefern. Dass deren Bemühungen nun Früchte tragen, hofft auch Stefan Goller. Auf Grundlage der in der Versammlung entstandenen Prioritätenliste erstellt er einen Dorfentwicklungsbericht, den er im März dem Amt für ländliche Entwicklung vorlegt, das auch die Zuschüsse verteilt. Nach „einigen Ergänzungen und Korrekturen” könnte das Amt im Sommer seine Zustimmung für die Vorhaben geben, hofft Goller. Dann sind wieder die Benedikt­beurer am Zug: Eine so genannte Teilnehmergemeinschaft mit Gemeinderäten und Bürgern wird gegründet. Goller geht davon aus, dass diese Gemeinschaft im Herbst ihren Vorstand wählen wird. In die Projektplanung könne man dann im nächsten Jahr einsteigen, verriet Robert Schartl, Bauoberrat vom Amt für ländliche Entwicklung, der bei der Versammlung ebenfalls anwesend war.

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