An der Seeshaupter Straße

Geiger kommt nach Penzberg - mit 400 Jobs

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Penzberg - Jetzt ist es offiziell: Der Autozulieferer Geiger Automotive kommt nach Penzberg. Die Produktionsstätten Murnau und Ziemetshausen werden bis Ende Dezember 2022 im ehemaligen HAP-Werk an der Seeshaupter Straße zusammengelegt. 

Laut Unternehmen sollen circa 400 Mitarbeiter beschäftigt werden. Bestätigen wollte die Umzugspläne bislang offiziell keiner bei Geiger. Noch fehlte aus Tokio das O.k. des japanischen Mutterkonzerns Sanoh Industrial. Die Zukunft der beiden bayerischen Geiger-Werke in Murnau, wo auch der Hauptsitz ist, und Ziemetshausen hatte auf dem Prüfstand gestanden. Zu gering war dort die Auslastung, zudem war die gegenseitige Nähe kein strategischer Vorteil, wie es vom Unternehmen heißt. Außerdem wurde festgestellt, dass Geiger in den Werken „keine wettbewerbsfähige Infrastruktur“ hat, so Geschäftsführer Martin Thorbjörnson. 

HAP-Aus war schwerer Schlag

Eine Zusammenlegung an einem Standort sei nicht möglich gewesen, auch ein Neubau auf der grünen Wiese flog vom Tisch. Blieb noch das ehemalige HAP-Werk in Penzberg. Dort hatte Hörmann Automotive heuer am 30. Juni den Betrieb eingestellt. Es war ein schwerer Schlag für die Stadt – immerhin beschäftigte HAP in Spitzenzeiten bis zu 700 Menschen in Pernzberg. Jetzt traf der Sanoh-Vorstand die Entschediung: Die Tochter Geiger zieht nach Penzberg, mit Produktion und Hauptsitz. Die beiden Standorte Murnau und Ziemetshausen werden bis 31. Dezember 2022 verlagert, so Geschäftsführer Thorbjörnson.

Circa 400 Mitarbeiter

Das künftige Werk soll eine Produktions- und Logistikfläche von 29.800 Quadratmetern umfassen, dazu 3530 Quadratmeter an Büros und Gesellschaftsräumen. Voraussichtlich circa 400 Mitarbeiter werden beschäftigt. „Was auch die Region Penzberg langfristig stärken wird“, erwartet Thorbjörnson optimistisch. Zudem werde man „stark in den Standort investieren“. Allen Mitarbeitern an den beiden betroffenen Werken wird nach Unternehmensangaben angeboten, in das neue Werk umzuziehen. Mit dem Betriebsrat und der Stadt würden Unterstützungen – wie Zulagen, bei der Wohnungssuche oder einem Immobilienkauf sowie Reisekosten – ausgehandelt.

Der Zeitplan

Die ersten Umzüge sind bereits für Ende des Jahres geplant. Sie betreffen Verwaltung, Vertrieb, Beschaffung, Engineering und Logistik in Murnau. Danach wird die Produktion bis Dezember 2021 aus dem Hauptsitz verlagert. In Ziemetshausen soll der Umzug von August kommenden Jahres bis Ende 2022 erfolgen. 

170 Millionen Euro Umsatz

Geiger wurde 1960 gegründet und verfügt über sechs Werke in Deutschland, China, Mexiko und den USA mit 1000 Mitarbeitern. 2019 wurde ein Umsatz von 170 Millionen Euro erzielt. Im Rathaus ist natürlich die Freude groß. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) hatte am Montag offiziell von der Umzugsbestätigung gehört. Gespräche mit Geiger liefen jedoch bereits das ganze Jahr über. Korpan spricht von einer „namhaften Firma“, die sich für Penzberg entschieden habe. Das Unternehmen habe am neuen Standort „jetzt auch Potential“. 

Andreas Baar

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