Schön, aber giftig

Benediktbeuern warnt vor dem Kreuzkraut

Warnt vor den gelben Giftpflanzen: Bürgermeister Toni Ortlieb.

Benediktbeuern – Die krautigen Pflanzen sehen recht lieblich aus: kleine Blüten, die in einem kräftigen Gelb Schmetterlinge und Bienen anlocken. Menschen, Rinder und Pferde sollten sich aber von den strahlenden Korbblütlern fernhalten, denn ihre Lieblichkeit täuscht.

Es leuchtet sonnengelb in Feld und Wiese, lockt zahlreiche Insekten an und sieht aus wie ein Verwandter des Gänseblümchens. Vom Kreuzkraut gibt es fünfundzwanzig Unterarten, alleine siebzehn davon kommen in Bayern vor und haben eines gemeinsam: Sie sind giftig. Die Gemeinde Benediktbeuern warnt nun Landwirte und Gartenbesitzer vor dem sich ausbreitenden Wildkraut und gibt Handlungsempfehlungen. 

Wie Bürgermeister Toni Ortlieb erläuterte, wurde die Gemeinde jüngst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wolfratshausen (AELF) angeschrieben, welches für die Giftpflanzen sensibilisieren will, die auch in Oberbayern auf dem Vormarsch sind. Kreuzkräuter, auch Greiskräuter genannt, enthalten für Tier und Mensch giftige Inhaltsstoffe in hoher Konzentration. Pyrrolizidin-Alkaloide können zu chronischen Lebervergiftungen führen, vor allem bei Rindern und Pferden mit Todesfolge. Obwohl Weidetiere die frische Pflanze aufgrund des bitteren Geschmacks instinktiv meiden, können sie deren Gift mit Heu oder Silage aufnehmen, denn das Gift baut sich im Trocknungsvorgang nicht ab. Jede Verfütterung sollte daher konsequent vermieden werden. Das AELF fordert deshalb insbesondere Landwirte zum frühzeitigen Handeln auf und bietet Informationen zum sicheren Erkennen der Kreuzkrautarten sowie Möglichkeiten, der Ausbreitung auf den eigenen Wirtschaftsflächen vorzubeugen. 

Auch in Privatgärten können Kreuzkrautarten vorkommen. Menschen sollten sie auf keinen Fall mit bloßen Händen anfassen, denn die Lebergifte treten über die Haut ein und können durch Anreicherung im Organ langfristig zu einem chronischen Krankheitsprozess führen. Auch über Milch und Honig können die Gifte vom Menschen aufgenommen werden, weshalb neben den Landwirten auch Imker für die Thematik sensibilisiert werden sollen. Auf der Internetseite der Gemeinde gibt es unter dem Stichpunkt „Aktuelles“ weitergehende Informationen. cw

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