Teure Tierliebe

Gemeinde Kochel erhöht Hundesteuer - Einschränkung für große Exemplare

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So soll es sein: Dobermannhündin „Fayence“ folgt aufs Wort und wird in öffentlichen Anlagen angeleint.
  • Christine Weikert
    vonChristine Weikert
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Kochel – Auch die Gemeinde Kochel hat ihre Hundesteuer auf eine neue Basis gestellt. Zugleich wurde in der Verordnung das freie Umherlaufen von großen Hunden eingeschränkt.

Rückwirkend zum 1. Januar 2021 müssen Hundehalter in der Zwei-Seen-Gemeinde tiefer in die Tasche greifen. Die Steuersätze für ihre treuen Vierbeiner wurden nach fünfzehn Jahren nun um jeweils 40 Euro angehoben. „Die Hundesteuer ist eine Luxussteuer“, erklärte Bürgermeister Thomas Holz (CSU), mit der man bewusst eine Lenkungsfunktion wahrnehmen wolle. Für den ersten Hund zahlen Halter in Kochel nun 120 Euro, für den zweiten 180 Euro und für jeden weiteren Hund 240 Euro.

Dass man im Gemeindegebiet auf Kampfhunde gern verzichtet, zeigt die Verdoppelung des erhöhten Steuersatzes auf 1000 Euro. Auch die Steuerermäßigung von 25 Prozent für Inhaber eines Hundeführerscheins gilt nicht für Kampfhunde.

Kein Gewinn für Gemeinde

Gewinn macht die Gemeinde mit der Hundesteuer nicht: Den Einnahmen in Höhe von knapp 18.000 Euro im vergangenen Jahr standen laut Holz ein finanzieller Aufwand von rund 19.700 Euro gegenüber. Dazu gehört auch das Aufstellen, Befüllen und Leeren der Hundetoiletten. Frank Sommerschuh (FWG) schlug vor, Hundehalter könnten sich die schwarzen Tüten für tierische Hinterlassenschaften regelmäßig bei der Gemeindeverwaltung abholen. Darüber will Holz nachdenken, erteilte aber kompostierbaren Tüten, wie von Sommerschuh vorgeschlagen, eine Absage, da diese schon während der Lagerung beim Bauhof verrotten würden.

Nach 20 Jahren musste auch die gemeindliche Hundeverordnung gemäß aktueller Rechtsprechung erneuert werden. Eine Leinenpflicht gibt es in Bayern nicht generell. Kommunen können jedoch, basierend auf dem Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG), selbst bestimmen, wo Hunde aus Sicherheitsgründen an der Leine geführt werden müssen.

Pflicht zur Leine

In Gemeindegebiet Kochel sind große Hunde (ab 50 Zentimeter Schulterhöhe) „zu jeder Tages- und Nachtzeit auf allen öffentlichen Anlagen, Wegen, Straßen und Plätzen innerhalb bebauter Ortsteile anzuleinen“. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen sowie in den bayerischen Schulferien gilt eine Anleinpflicht zwischen 8 und 21 Uhr zudem in den Bereichen Kurpark, Seepromenade sowie auf allen Wanderwegen im Gemeindegebiet. Kinderspielplätze dürfen von großen Hunden nicht betreten werden, auch nicht an der Leine.

Michael Zerluth (Freie Bürger Ried) hätte die Anleinpflicht innerorts gern auf alle Hunde ausgedehnt, da kleinere Hunde nicht zwangsläufig das Bei-Fuß-Gehen beherrschten. „Kleine Hunde können wir nicht unter Anleinpflicht stellen“, erklärte Holz und bezog sich auf das Tierschutzgesetz. Über alle Größen hinweg gilt hingegen das vom Landratsamt erlassene Verbot, in der Zeit vom 20. März bis 15. Juli jeden Jahres Hunde im Wiesenbrütergebiet der Loisach-Kochelsee-Moore frei laufen zu lassen.

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