Investitionen wegen der Krise

Haushalt 2020: Kochel trotzt Corona und nimmt sich einige Großprojekte vor

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Auch die Sicherheit der Bürger schlägt sich im Haushalt nieder, wie etwa der Neubau der kombinierten Rettungsstation an der Badstraße zeigt, der sich bislang nur anhand der gefällten Bäume erahnen lässt.

Kochel – Bei seinem ersten Haushalt als neuer Kämmerer der Gemeinde Kochel ließ Thomas Bacher Vorsicht walten. Weil die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die kommunalen Steuereinnahmen nicht abschätzbar sind, kalkulierte er eher vorsichtig und orientierte sich auf der Einnahmenseite an Zahlen aus Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008.

Von Investitionen in die Zukunft der Gemeinde will Kochel sich dennoch nicht abhalten lassen und plant rund 3,2 Millionen Euro für Neubau-, Sanierungs- und Straßenbaumaßnahmen ein. Nicht alle Projekte sind gänzlich neu, sondern wurden zum Teil aus dem Vorjahr übertragen. So wie der Neubau des Bauhofs, dem der Denkmalschutz des ehemaligen Verstärkeramtes in die Quere kam oder die kombinierte Rettungsstation für die Berg- und Wasserwacht. 

Das Gesamtvolumen des Haushalts für das laufende Jahr bleibt mit knapp 13,4 Millionen etwas hinter dem des Vorjahres zurück. Dabei weist der Verwaltungshaushalt mit rund 9,2 Millionen nahezu das gleiche Volumen wie 2019 auf, während der Vermögenshaushalt mit rund 4,1 Millionen Euro um 21 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt und die zurückhaltende Strategie der Finanzverwaltung widerspiegelt. 

Von der Pandemie lässt sich die Gemeinde aber nicht von wichtigen Investitionen abhalten. Eine davon stellt der Neubau der neuen Berg- und Wasserrettungsstation dar. Bereits im Vorjahr war dafür eine halbe Million Euro in den Haushalt eingestellt worden, heuer soll der Bau des Großprojekts an der Badstraße nun starten. Für das Gebäude wird eine Fläche mit Gefälle im Gelände genutzt, so dass von beiden Seiten ebenerdige Zugänge ermöglicht werden. Mit 700.000 Euro wurde eine weitere ansehnliche Summe für die Sanierung der Heizungs- und Lüftungsanlagen der Franz-Marc-Grundschule veranschlagt. Und während eine Gruppe von Denkmalschützern weiterhin versucht, das zum Baudenkmal ernannte ehemalige Verstärkeramt vor dem Abriss zu bewahren, verfolgt die Gemeinde nach wie vor ihre Pläne für das Areal: den Neubau des Bauhofs, für den im Haushalt 400.000 Euro vorgesehen sind. 

Werden die Projekte wie geplant umgesetzt, muss die Gemeinde Kredite in Höhe von etwa 2,8 Millionen Euro aufnehmen. Der aktuelle Schuldenstand von 2,2 Millionen Euro würde dann auf 4,78 Millionen klettern. Zu Buche schlagen dabei allerdings mehrere Restzahlungen für Projekte aus dem Vorjahr, alleine 410.000 Euro für die Sanierung und den Anbau des Feuerwehrgerätehauses, weitere 160.000 Euro für den Geh- und Radweg von Ried nach Pessenbach und fast 178.000 Euro für die abgeschlossene Breitbandversorgung. „Wir hatten in den Vorjahren stets auch eine Kreditaufnahme von insgesamt 3 Millionen Euro geplant,“ erklärt Bürgermeister Thomas Holz. Diese habe man jedoch nie tätigen müssen, weil man gut gewirtschaftet habe, beruhigt er. Die geplanten Ausgaben sind laut Holz nicht nur „sinnvolle Investitionen in die Zukunft unserer Gemeinde“, sondern tragen auch zur Förderung der einheimischen, von den Folgen der Corona-Pandemie betroffenen Wirtschaft bei. „Wir investieren also nicht nur trotz, sondern auch wegen dieser Krise“, resümiert der Rathauschef. cw

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