Ein verbranntes Thema

Iffeldorfs Bürgermeister Kroiß scheitert im Gemeinderat mit einer Erhöhung der Kindergartengebühren

Wählte einen unglücklichen Einstieg: Bürgermeister Hubert Kroiß.

Iffeldorf – Wenn ihr Kind jeden Tag drei bis vier Stunden im Iffeldorfer Kindergarten verbringt, so zahlen seine Eltern 102 Euro im Monat. Ein Beitrag, der nun um zwölf Prozent erhöht werden sollte. Doch der Antrag wurde im Gemeinderat vertagt, wegen eines unglücklichen Einstiegs in die Diskussion. 

Eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge ist nach zehn Jahren gleichbleibender Gebühren eigentlich kein großes Ding, und eigentlich hätte auch die Mehrheit des Iffeldorfer Gemeinderates für diese längst überfällige Erhöhung ihre Zustimmung erteilt. Doch durch einen sehr unglücklichen Einstieg von Bürgermeister Hubert Kroiß wurde der Antrag bei der jüngsten Sitzung des Kommunalparlaments vertagt.

Seit zehn Jahren zahlen die Iffeldorfer Eltern bei einer Buchung von drei bis vier Stunden täglich exakt 102 Euro im Monat. Nun sollte der Kindergartenbeitrag um zwölf Prozent erhöht werden, was in diesem Beispiel auf monatlich 115 Euro hinausgelaufen wäre. Die Krippenbeiträge sollten um 1,5 Prozent steigen. Eigentlich kein Grund zum Aufregen, dass es aber darüber zu einer langen und hitzigen Diskussion kam, lag an Bürgermeister Kroiß, der als Grund für die Erhöhung nicht etwa den Neubau des Kindergartens mit seinen gestiegenen Betriebskosten und dem erweiterten Angebot nannte, sondern den neuen „Beitragszuschuss“, mit dem der Freistaat seit 1. April alle Eltern mit einer Zuzahlung von 100 Euro pro Kindergartenkind entlastet. Laut Kroiß hatten sich Kämmerer Georg Beck und die Bistumsleitung als Träger des Kindergartens Folgendes gedacht: Bei momentan gezahlten 102 Euro, werden in Zukunft 100 Euro vom Staat bezuschusst. Bleiben also 2 Euro übrig. Einem Schreiben nach, das die Gemeinderäte erhielten, merkte die Leitung des Kindergartens in einem Gespräch an, „,dass so ein geringer Betrag den Verwaltungsaufwand kaum noch rechtfertigen würde“. Unglücklicher hätte man das Ganze nicht darlegen können, denn von der Ersparnis für die Familien redete im Anschluss keiner mehr. 

Vizebürgermeister Hans Lang (SPD) sah die Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt als falsches Signal: „Hätte man nach dem Neubau oder gleich nach der Haushaltsplanung wegen des eingerechneten Defizits von 13.000 Euro an die Eltern geschrieben, wäre ich dabei gewesen, aber nicht, weil der Staat nun 100 Euro zahlt.“ Und weiter grummelte Lang: „Ich kann keinen Minibetrag aufblasen, nur damit sich der Verwaltungsaufwand lohnt.“ Ria Markowski (PWG) wollte zudem wissen, was diese Erhöhung denn inhaltlich bringe. Dem schlossen sich Andreas Ludewig (UWÖ) und Andreas Michl (CSU) an. Sie waren sich einig, dass man eine ausführliche Darlegung schon verlangen könne, schließlich müssten sie ihre Entscheidung ja auch vor ihren Wählern rechtfertigen können. 

Mit so viel Gegenwind hatte Kroiß nicht gerechnet, weshalb er es sogleich nachholte, die Punkte wie gestiegene Unterhaltskosten des Kindergartens, das erweiterte Angebot oder die neue Küche aufzuzählen. Die Kuh konnte er jedoch nicht mehr vom Eis holen. Hans Lang meinte: „Für mich ist das Thema heuer erledigt. Das Thema ist verbrannt.“ 

Für eine Erhöhung nach so langer Zeit und ungeachtet des unglücklichen Anfangsgeplänkels sprachen sich Isolde Künstler (SPD) und Michaela Liebhardt (CSU) aus. Am Ende einigte sich der Gemeinderat mit 8:5 Stimmen auf eine Vertagung der Entscheidung und eine Aufschlüsselung der Zahlen. Außerdem will man sich bei den Nachbargemeinden erkundigen, wie dort das Thema gehandhabt wird. au

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