Schilder sollen es richten

Verkehrssituation in der Meichelbeckstraße: Ortliebs Vorschlag findet auch Seller gut

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Bereits jetzt weist ein eher versteckt platziertes Schild auf spielende Kinder in der fast gehweglosen Meichelbeckstraße hin. Für Autofahrer ist das aber bislang kein Grund, um ihre Geschwindigkeit zu reduzieren.

Benediktbeuern – Ein großes Dreieck, außen rot umrandet, innen weiß mit dem symbolhaften Abbild spielender Kinder: solche Schilder könnten an und auf der Meichelbeckstraße künftig für mehr Sicherheit sorgen, zumindest wenn es nach Toni Ortlieb (Benediktbeurer Bürger) geht.

Nach wie vor ungelöst ist die Situation an der Meichelbeckstraße bezüglich eines durchgängigen Gehsteigs, welchen die Anwohner bereits seit mehr als acht Jahren fordern. In der Gemeinderatssitzung vom März hatte Rudi Mühlhans (FBM) im Auftrag der betroffenen Bürger einen Brandbrief an Vizebürgermeister Hanns Frank Seller (CSU) überreicht. In der jüngsten Sitzung bat nun Toni Ortlieb um Verteilung des Schreibens an alle Gemeinderäte und schlug ferner vor, als erste Maßnahme mehrere Verkehrsschilder mit dem Gefahrenzeichen „Achtung, spielende Kinder!“ aufzustellen. 

Derzeit entstehen im Baugebiet westlich der Bahnlinie zehn Doppelhaushälften und drei Reihenhäuser. In der Hoffnung, dass im Zuge dieser Baumaßnahmen ein fehlender Bürgersteig und ein Bahnübergang für Fußgänger gleich miterrichtet werden könnten, hatten 101 unterzeichnende Anwohner der Meichelbeckstraße in einem offenen Brief Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit gefordert. Neben einem durchgängigen Gehweg und besserer Straßenbeleuchtung empfahlen sie darin auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30, da zahlreiche Kinder ihren Schulweg auf der viel frequentierten Zubringerstraße antreten müssen. 

Nun ist die Meichelbeckstraße eine Kreisstraße, für die nicht die Gemeinde, sondern der Landkreis zuständig ist. Dass jedoch das achtseitige Anwohnerschreiben drei Monate nach Eingang noch gar nicht jedem Gemeinderatsmitglied vorlag, dürfte so manchen Bürger in Erstaunen versetzt haben. Immerhin stand das Thema in der Mai-Sitzung auf der Tagesordnung, in der Hanns Frank Seller versicherte, man habe „auf einer Seite genügend Grund, um den Gehweg auf Gemeindefläche fortzuführen“. Konkrete Maßnahmen oder ein Zeithorizont waren allerdings nicht besprochen worden, worüber sich einige Bürger anschließend sehr enttäuscht zeigten. Ebenso enttäuscht wie über die Aussage der Deutschen Bahn, ein Bahnübergang für Fußgänger könne frühestens 2025 realisiert werden, was die Gemeinderäte mangels Alternativen beinahe klaglos akzeptiert hatten. 

In der jüngsten Sitzung brachte nun Toni Ortlieb, der inzwischen Kontakt zu Anwohnersprecher Christian Kischkies aufgenommen hatte, das Thema erneut auf den Tisch. „Wir müssen vom Verkehr her eingreifen“, fand Ortlieb, auch wenn es sich bei der Meichelbeckstraße um eine Kreisstraße handele. Als einen ersten, möglicherweise zügig umsetzbaren Punkt schlug er das Aufstellen von Verkehrsschildern „Achtung, Kinder!“ vor. Damit zeige man als Gemeinderat „Goodwill“ und setze ein Signal, dass man verstanden habe, „dass da unten was passieren muss“. Vizebürgermeister Seller nahm den Vorschlag wohlwollend auf und versprach, mit dem zuständigen Staatlichen Bauamt in Weilheim Kontakt aufzunehmen. cw

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