Frischer Wind

Junge Union tritt in Benediktbeuern mit eigener Liste zur Gemeinderatswahl an

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Gruppenbild mit Dame: Christian Kilpatrick, Michael Schmid, Michael Ludwig, Christian Schmid, Korbinian Hoiß, Maximilian Seller und Josef Meindl (hinten von links) sowie Michael Rest, Veronika Bichlmeier und Matthias Bacher (vorne von links) wollen für die JU in den Benediktbeurer Gemeinderat.

Benediktbeuern – Mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren tritt im März die jüngste Liste Benediktbeuerns zur Gemeinderatswahl an. Zwei Wochen nach ihrer Neugründung hat die Junge Union (JU) 18 Mitglieder und darunter auf Anhieb zehn Kandidaten für ihre Liste gefunden, neun Männer und eine Frau. 

Der JU-Kreisvorsitzende Josef Rohrmoser begrüßte 18 Anwesende zur Aufstellungsversammlung in der Waldgaststätte Schreiner, darunter auch der CSU-Ortsvorsitzende Hans-Otto Pielmeier und dessen Vorgänger Dieter Drewanz. „Mit einer eigenen Liste habt ihr die größte Chance, dass junge Leute in den Gemeinderat kommen“, lobte Rohrmoser das Jungvolk und räumte ein, dass Benediktbeuern einen Schritt weiter sei als Bad Heilbrunn, wo ein 22-Jähriger auf der CSU-Liste kandidiert. Die JU-Liste sei keine „CSU 2.0“, meinte Rohrmoser, „sondern ihr werdet die CSU vor euch hertreiben“. 

Als Treibstoff dafür könnte frischer Wind dienen. Einen solchen wollen jedenfalls alle Kandidaten in das Kommunalparlament einbringen. Woher und in welche Richtung die frische Brise wehen wird, blieb bei der Aufstellungsversammlung offen, denn an einem konkreten Programm wird noch gefeilt. „Wir haben uns erst vor zwei Wochen gegründet und mussten erstmal an der Liste rumbasteln, das ist alles Neuland für uns“, erklärte der JU-Ortsvorsitzende Korbinian Hoiß. Man wolle sich zunächst im Team absprechen, mit welchen Themen man in den Wahlkampf gehen werde, dann einen Flyer rausbringen und im Dorf präsent sein, um das Programm näher zu erläutern, kündigte Hoiß an. „Wir wollen das Sprachrohr für die junge Generation sein und die Ziele der jungen Leute verfolgen“, betonte er. Dass die Jungen im Klosterdorf aus ganz unterschiedlichen Ecken kommen, ist den JU-Leuten bewusst. Sie wollen unter anderem Kontakt mit den Studenten der KSH aufnehmen, „darunter sind auch viele politisch Engagierte“, weiß Schatzmeister Michael Rest. „Wir gehen ganz unvoreingenommen in den Gemeinderat“, meinte er und betonte, man wolle zwar „frischen Wind und die Gedanken unserer Generation“ einbringen, aber ebenso von den Erfahrungen der Alten lernen, schließlich laufe ja bislang nicht alles falsch. 

Anschließend stellten sich die zehn Kandidaten vor, von denen die ersten sechs doppelt gelistet werden, damit keine Stimmen verloren gehen. Alle sind bereits im Dorf ehrenamtlich engagiert, teilweise in mehreren Vereinen. Korbinian Hoiß (28, Zimmerermeister und Bautechniker) etwa ist im Trachtenverein und der Jugendarbeit der Feuerwehr aktiv, so wie Christian Schmid (23, Zerspanungsmechaniker), der es mit den Gebirgsschützen sogar auf drei Vereine bringt. Dort, sowie im Trachtenverein, ist auch Michael Schmid (31, Berufsoffizier bei den Gebirgsjägern in Mittenwald und Student der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften) engagiert, der kurz vor seinem dritten Mali-Einsatz steht und bei der Wahl im März außer Landes sein wird. Student ist auch Michael Ludwig (24, Kfz-Mechanikermeister) und zwar im Fach Fahrzeugtechnik, zudem ist er beim Skiclub und den Sportschützen aktiv. Ebenfalls aus der Techniksparte kommt Christian Kilpatrick, der als Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung mit der Entwicklung von Computerprogrammen sein Geld verdient. Den Reigen der Floriansjünger setzen Michael Rest (31, Kaminkehrer- und Ofenbaumeister), Maximilian Seller (22, Lehrling im Brauer- und Mälzerhandwerk) und Josef Meindl (23, Landschaftsgärtner) fort. Meindl engagiert sich zudem in der Jugendarbeit der Pfarrei, ebenso wie Matthias Bacher (27, Mesner in Rottach-Egern) und Veronika Bichlmeier (pharmazeutisch-technische Assistentin, derzeit Fachabiturientin). Sie ist die Jüngste im Bunde und zugleich die einzige weibliche Kandidatin. „Passt schon“, findet die 20-Jährige und mutmaßt, dass manche vor der zeitlichen Belastung zurückschrecken. Maximilian Seller könnte es im Übrigen blühen, dass er am Ratstisch seinem Vater gegenübersitzt. „Damit hätten wir beide kein Problem“, meinte er und betonte, er und Vater Hanns-Frank (CSU) hätten ihre Entscheidungen zur Aufstellung völlig unabhängig voneinander getroffen. Der JU-Ortsvorsitzende Korbinian Hoiß jedenfalls freute sich „sakrisch“, dass die erste Hürde genommen sei, nun müsse man noch 80 Unterschriften zusammenbringen. „Wir haben schon eine recht männerdominierte Liste“, gab Hoiß zu. Man habe zwar einige junge Frauen gefragt, aber fürs Erste sei eben nur eine zur Kandidatur bereit gewesen. Damit diese sich im Gemeinderat wiederfindet, müsste sie allerdings von den Wählern von ihrem letzten Listenplatz nach vorne gehäufelt werden. Um es als neue Gruppierung aber erst einmal auf die Wahlzettel zu schaffen, muss die JU erst noch 80 Unterstützer im Dorf finden. cw

Die JU-Kandidaten nach Listenplätzen: 1. Korbinian Hoiß, 2. Korbinian Hoiß , 3. Michael Rest, 4. Michael Rest, 5. Maximilian Seller, 6. Maximilian Seller, 7. Josef Meindl, 8. Josef Meindl, 9. Michael Ludwig, 10. Michael Ludwig, 11. Christian Kilpatrick, 12. Christian Kilpatrick, 13. Christian Schmid, 14. Matthias Bacher, 15. Michael Schmid, 16. Veronika Bichlmeier.

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