Nur für die Götter

Tag der offenen Tür: Besucher vom neuen Schlehdorfer Seniorenheim begeistert

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„Vor zwei Wochen hatte ich noch Bauchweh“: Heimleiter Jörg Kahl (links) erntete viel Lob für das moderne Gebäude.

Schlehdorf – Wenn das warme Wasser in die Wanne läuft, die Seife Blasen bildet und ein leichter Dampf die Luft trübt, so breitet sich die Landschaft Großweils, in Nebel getaucht, vor dem Badenden aus. Liebe zum Detail, welche Besucher des neuen Seniorenwohn- und Pflegeheims in Schlehdorf entdeckten.

Das Interesse am neuen Schlehdorfer Seniorenwohn- und Pflegeheim in der Bevölkerung ist groß: Beim Tag der offenen Tür wurden rund 300 Besucher gezählt, welche die Gelegenheit nutzten, sich ein Bild von der Einrichtung zu machen. Deutlich mehr als erwartet: „Wir haben mit 100 Besuchern gerechnet, maximal“, strahlte Jörg Kahl, der Leiter des Hauses.

In den vergangenen Jahren war in Schlehdorf vor allem eines gefragt: Geduld, denn der zuständige Zweckverband musste als Bauherr viele Hindernisse aus dem Weg räumen. So wurden etwa auf dem Bauplatz die Reste des zweiten Klosters entdeckt. Aufgrund der notwendigen archäologischen Arbeiten stiegen die Kosten für den Neubau um 315.000 auf rund 8,5 Millionen Euro. Der anvisierte Termin für die Betriebsaufnahme Anfang Januar 2018 war somit nicht zu halten. „Immer wieder mussten wir den Termin verschieben, die Verzögerungen waren schwer zu ertragen“, gibt Kahl zu. Umso erleichterter ist er, dass nun am 21. Mai der Umzug ansteht. 

Bis dahin ist aber noch einiges zu tun, denn das Gebäude ist derzeit noch völlig unmöbliert. Auch einige Elektroarbeiten stehen noch aus, die Maler müssen Ausbesserungsarbeiten erledigen, und der Keller ist noch eine Baustelle. In zehn Tagen sollen zunächst 39 Bewohner aus dem Seniorenheim in Grafenaschau nach Schlehdorf umziehen, nach und nach sind dann auch Neuaufnahmen geplant, denn in dem Gebäude stehen 52 Plätze zur Verfügung. „Vor zwei Wochen hatte ich noch großes Bauchweh“, sagt Kahl, „erst jetzt kann ich mir vorstellen, dass tatsächlich alles rechtzeitig fertig wird.“ 

Auch wenn es im Inneren noch ziemlich kahl aussieht, lässt sich doch erahnen, dass die künftigen Bewohner in ein sehr ansprechend gestaltetes Gebäude einziehen. Verteilt auf drei Etagen, wird es fünf Wohngruppen geben. Herzstück eines jeden Stockwerks sind die großzügig gestalteten und offenen Aufenthaltsbereiche. In der Mitte befindet sich jeweils eine Heizung in Kachelofen-Optik. Aus den Fensterfronten im 1. und 2. Stock schweift der Blick auf den Kochelsee, dahinter der Herzogstand und der Jochberg. Auch die Details wurden liebevoll gestaltet. Wenn die Bewohner etwa in die Badewanne steigen, geht in einem Bilderrahmen das Licht an und es erscheint ein Foto, das eine Großweiler Landschaft im Nebel zeigt, aufgenommen von Bernd Ritschel. 

„Hier ist es so schön, dass man am liebsten gleich einziehen möchte“, schwärmte eine Besucherin während der Führung. Klosterschwester Columba Schäferth war ebenfalls beeindruckt: „Das hier ist völlig überwältigend. Alles ist geräumig und schön gestaltet, freundlich und hell. Und die Aussicht auf den See – einfach nur für die Götter.“ 

Die Aussicht hatte es auch There­sia Kuhbandner angetan. „Mein erster Eindruck ist sehr gut“, sagte sie. Der Außenbereich sei sehr großzügig gestaltet, und die Zimmer seien ausreichend groß. Bedauerlich findet sie nur, dass kein betreutes Wohnen angeboten wird. Roland Moritz hingegen fand keinen Anlass zu Kritik: „Das ist alles sehr schön und sehr modern gestaltet.“ Die Zimmer seien geräumig, die Duschen groß. Besonders beeindruckt haben ihn die Wasserhähne mit Lichtschranke, die für eine bessere Handhygiene sorgten. ps

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