Die Lücke ist geschlossen

Geh- und Radweg zwischen Ried und Pessenbach offiziell eröffnet

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Schnipp schnapp, freie Fahrt: Bürgermeister Thomas Holz, Planer Klaus Schulte, Martin Herda vom Bauamt und Markus Fastl von der Firma Richard Schulz Tiefbau (von links) geben den neuen Geh- und Radweg frei.

Kochel – Im März 2018 war der Spatenstich erfolgt, nun wurde der knapp drei Kilometer lange Geh- und Radweg zwischen Kochels Ortsteilen Ried und Pessenbach eröffnet. Mehr als eine halbe Million Euro hat das von der Regierung von Oberbayern geförderte Infrastrukturprojekt gekostet.

Kochels Bürgermeister dankte bei einer kleinen Feier den beteiligten Grundeigentümern, von denen die Gemeinde Flächen erworben oder eingetauscht hatte, den mit Planung und Bau beauftragten Fachfirmen sowie dem Staatlichen Bauamt Weilheim und der Regierung von Oberbayern für die Unterstützung. 

Fertig ist der Geh- und Radweg bereits seit längerem, wird auch schon regelmäßig genutzt und erhielt dieser Tage vom gemeindlichen Bauhof eine Beschilderung. Die ursprünglich für Sommer in einem größeren Rahmen geplante offizielle Eröffnung war jedoch aufgrund eines tragischen Unfalls, bei dem ein Landwirt und sein Enkel am Bahnübergang Ried ihr Leben verloren, verschoben worden. Bürgermeister Thomas Holz begann seine Eröffnungsrede dann auch mit einer Gedenkminute an den Verstorbenen, der als Grundstückseigentümer von Anfang an zu Verhandlungen mit der Gemeinde über die benötigte Fläche bereit gewesen sei. 

„Für die Infrastruktur der Gemeinde ist der neue Weg ein wichtiges Projekt“, erläuterte Holz, denn dieser verbinde nicht nur die nördlichen Ortsteile Ried und Pessenbach, sondern stelle auch einen Lückenschluss des Radwegenetzes zwischen Kochel und Benediktbeuern her. Auch das Gewerbegebiet Pessenbach mit seinen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie den Einkaufsmöglichkeiten sei nun umweltfreundlich und sicher mit dem Rad oder zu Fuß erreichbar, betonte Holz. 

Mit der Trassenführung sei man ganz bewusst von der viel befahrenen Bundesstraße abgerückt, denn zum einen seien die Grundstücksverhältnisse nahe der Bahnlinie einfacher gewesen, zum Teil in gemeindlichem Besitz, zum anderen sei die Trasse dort schöner und vor allem sicherer. „Das hatte natürlich spezielle Anforderungen an die Planung zur Folge“, ergänzte der Rathauschef. Planer Klaus Schulte konnte dies nur bestätigen. „Es waren drei Brückenbauwerke zu errichten, eines davon aufgrund von Hochwasserschutzvorgaben des Wasserwirtschaftsamtes relativ massiv“, erklärte der Ingenieur, der zudem von den schwierigen Baugrundverhältnisse am Enzengraben und Schwaigbach überrascht worden war. Schulte lobte hierbei den Kochler Statiker Hans Eberl, der sich eine Gründung ausgedacht habe, die dennoch im Kostenrahmen geblieben sei. „Alle Brücken sind von der Belastung her so ausgelegt, dass sie in Notfällen für Rettungsfahrzeuge befahrbar sind“, versicherte Schulte. 

Eine Schlussrechnung steht noch aus, Holz geht aber aktuell von Gesamtkosten von rund 555.000 Euro aus. Weil der Radweg gut ins „Radverkehrsprogramm Bayern 2025“ passt, übernimmt die Regierung von Oberbayern knapp 54 Prozent der förderfähigen Kosten und damit rund 270.000 Euro. Holz hält das Geld gerade in Zeiten, in denen man eine stetig zunehmende Belastung durch Straßenverkehr verzeichnen müsse, für eine gute Investition in die Zukunft. „Wir haben hiermit ein alternatives Angebot geschaffen, um eben auf das Auto verzichten zu können, wenn man zur Arbeit, zum Ausbildungsplatz oder zum Einkaufen fährt“, betonte er. 

Martin Herda vom Staatlichen Bauamt Weilheim lobte Kochel als „Paradebeispiel für den Bau eines Radwegs“, denn wie ähnliche Vorhaben im Landkreis zeigten, sei der hier geglückte Grunderwerb ein „absoluter Knackpunkt“, der ein solches Projekt auch zu Fall bringen könne. Mit guten Wünschen für eine allzeit unfallfreie Fahrt, respektive einen unfall­freien Marsch auf dem neuen Geh- und Radweg und anschließendem Weißwurstessen klang die kleine Feier aus. cw

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