Wieder einer weniger

Norma kann erweitern, weil ein Bekleidungsladen dicht gemacht hat

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Mehr Platz: Norma darf erweitern, weil „Miller & Monroe“ pleite ist.

Penzberg – Dort, wo einst Hemden, Blusen und Hosen auf Bügeln hingen, wird schon bald Platz gemacht für Lauchzwiebeln, Toastbrot und Müslikartons: Im Penzberger Gewerbegebiet Im Thal bekommt ein Discounter für Lebensmittel mehr Fläche, nachdem sich ein Bekleidungsgeschäft verabschiedet hat.

Der Lebensmitteldiscounter Norma erweitert seine Filiale im Gewerbegebiet Im Thal. Schon lange sucht das Unternehmen nach einer Möglichkeit, sich zu vergrößern. Diese ist nun nach der Schließung der Filiale der niederländischen Modekette „Miller & Monroe“ in direkter Nachbarschaft gegeben. Der Bauausschuss gab nun einstimmig grünes Licht für die Norma-Vergrößerung. 

Wie Stadtbaumeister Justus Klement informierte, will Norma seine Bestandsfläche von 550 Quadratmetern um 250 Quadratmeter erweitern. Die Lagerflächen sollen von 160 auf 265 Quadratmeter wachsen. Die neue Verkaufsfläche von dann exakt 800 Quadratmetern ist übrigens von großer Bedeutung: Liegt dieser Wert über 800, muss eine Untersuchung zur Kaufkraftabschöpfung erfolgen: Es würde dann genau geprüft werden, welche Auswirkungen die Erweiterung auf die Geschäfte in der Innenstadt hat. Das ist hier aber nicht der Fall, weshalb Klement feststellte: „Wir haben hier eine Entwicklung, der im Rahmen des rechtskräftigen Bebauungsplans zuzustimmen ist.“ Die in Penzberg oft kritische Stellplatzsituation bereitet hier keine Probleme, denn die Plätze, die derzeit noch für Textileinzelhandel ausgewiesen sind, „werden nun einfach umgewidmet“, erklärte der Stadtbaumeister. 

Armin Jabs (BfP) bedauerte, dass mit „Miller & Monroe“ erneut ein Einzelhändler die Stadt verlasse: „Penzberg wird damit ein Stück ärmer.“ Zwar werde er für die Norma-Erweiterung stimmen, so Jabs, aber es sei nicht gut für die Stadt, wenn frei werdende Handelsflächen immer von Lebensmitteldiscountern belegt würden. Nach Ansicht von Hardi Lenk (SPD) sei dies aber ein weltweiter Trend: „Die Textilbranche leidet unter dem Internetverkauf, das ist kein Penzberger Problem, sondern ein weltweites.“ Regina Bartusch (SPD) ärgerte sich hingegen, dass der Antrag zur Erweiterung von Norma um ein Dreivierteljahr zu spät komme. Etwas früher hätte diese Anfrage die Diskussion um die Entwicklung des Edeka-Areals entzerrt. Damals stand nämlich im Raum, dass Vögele, der Miller & Monroe-Vorgänger, zum Edeka-Areal abwandert und die Flächen Im Thal für einen neuen Textiler frei würden. Erleichtert über die aktuelle Entwicklung kann hingegen der Gewerbeverein „Pro Innenstadt“ sein, der eine massive Beeinträchtigung für den Einzelhandel befürchtet hatte, sollte Vögele umziehen und ein weiterer Textilmarkt außerhalb des Zentrums entstehen. dd

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