Höfe, Hopfen und Historie

Glentleiten: Freilichtmuseum soll um drei Gebäude erweitert werden

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Soll wiedererrichtet werden: Der Dreiseithof aus Oberzeitlbach (vor seinem Abbau).
  • Max Müller
    VonMax Müller
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Schlehdorf/Großweil – In der Schlehdorfer Gemeinderatssitzung wird nicht lange diskutiert: Das Freilichtmuseums Glentleiten wird um drei Gebäude erweitert.

  • Freilichtmuseum wird um drei Gebäude erweitert
  • Ein Hopfenbauernhaus, ein Feuerwehrhaus und ein Rüben-, Kartoffel- und Getreidehof kommen
  • Erste Bauetappe kostet 300.000 Euro

Wer über das Gelände des Freilichtmuseums spaziert, der fühlt sich in eine frühere Zeit zurückversetzt. An allen Seiten stehen historische Stadel und Höfe. Einst standen sie andernorts, wurden abgebaut und auf das Museumsgelände gestellt. Nur so konnte etwa der Bundwerkstadel aus Starker, der Müller-Hof aus Hofolding oder der Zehentmaier-Hof aus Sauerlach an die Glentleiten gelangen.

Der Bundwerkstadel aus Starker.

Nun soll das historische Museumsdorf drei weitere Schönheiten bekommen, wobei es geografisch etwas weiter hoch geht. „Es handelt sich um zwei Höfe, die einst im nördlichen Oberbayern standen“, berichtet Museumsleiterin Monika Kania-Schütz. Eine Bereicherung, denn bisher wird diese Region in dem Freilichtmuseum noch nicht durch Zeitzeugnisse repräsentiert.

Der Zehentmaier-Hof aus Sauerlach.

Hopfengarten geplant

Wiederaufgebaut werden soll ein Rüben-, Kartoffel- und Getreidehof aus Oberzeitlbach (Landkreis Dachau). Der Dreiseithof setzt sich aus einem Wohnhaus, einen Wirtschaftsbau und einem Stallstadel aus der ersten Hälfte und der Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen.

Auch ein 1812 gebautes Hopfenbauernhaus, ein eingeschossiger Einfirsthof aus Enzelhausen (Landkreis Freising), soll wiedererrichtet werden. Eine passende Ergänzung für das Museum, das seinen Besuchern bereits mit einer Brauerei, einer Schäfflerei und einem Eiskeller den Anbau, die Verwendung und die Verarbeitung von Hopfen näherbringt. Und: „Die Anlage eines Hopfengartens ist vorgesehen“, heißt es von Seiten des Museums.

Nicht so weit gereist – und nicht Bestandteil der Baugruppe Oberbayern Nord – ist das dritte Gebäude, das wiederaufgebaut werden soll. Es handelt sich dabei um ein Feuerwehrhaus aus Oderding (Landkreis Weilheim-Schongau), das dem ausgehenden 19. Jahrhundert entspringt – „ein Beispiel bedeutsamer technischer ländlicher Infrastruktur“, schwärmt Kania-Schütz.

Das Areal, auf dem die Höfe Platz erhalten sollen, befindet sich hinter dem neuen Eingangsgebäude und gehört seit rund 25 Jahren dem Bezirk Oberbayern. „Es wäre also irreführend, von einer Vergrößerung des Museums zu reden, vielmehr handelt es sich um den ganz normalen Auf- und Ausbau der Glentleiten auf dafür seit langem vorgesehenem Grund“, betont die Museumsleiterin.

Die Fläche des Freilichtmuseums, auf der die beiden Höfe und das Feuerwehrhaus stehen sollen, liegt auf Schlehdorfer Flur – sodass die Gemeinde „im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach dem gemeindlichen Einvernehmen gefragt“ worden sei, erläutert Museumssprecherin Melanie Bauer. Das jüngst erteilte gemeindliche Einvernehmen des Schlehdorfer Gremiums sei nun ein „wichtiger Schritt im Genehmigungsverfahren“, so Bauer.

Ein Schritt, auf den die drei Gebäude vermutlich sehr lange gewartet haben, ist es doch schon eine Zeit lang her, dass diese an ihrem ursprünglichen Standort abgebaut und in ihren Einzelteilen an der Glentleiten eingelagert wurden. Und es wird wohl auch noch eine Zeit lang dauern, bis die historischen Bauten wieder stehen. Zwar soll „mit dem Wiederaufbau des Dreiseithofs aus Oberzeitlbach möglichst in diesem Jahr begonnen werden“, so Bauer, die Genehmigung von der Regierung von Oberbayern sei aber noch nicht erteilt worden.

Tankstelle ab Herbst

Darüber hinaus warten noch andere Aufbauprojekte auf der Liste, darunter die Tankstelle aus Brem (Landkreis Traunstein). Diese wird derzeit unmittelbar an der Straße, die zum Museum hinauf führt, errichtet. Eine Fläche, die sich nicht auf Schlehdorfer, sondern auf Großweiler Flur befindet. Wenn alles nach Plan läuft, so kann der Wiederaufbau noch heuer abgeschlossen werden. Angestrebt werde laut der Museumssprecherin eine Eröffnung im Herbst.

Die Tankstelle ist aktuelles Bauprojekt.

300.000 Euro in Phase 1

„Wenn alles wie geplant klappt, wird der Wiederaufbau des Dreiseithofs aus Oberzeitlbach als nächstes in Angriff genommen“, versichert Bauer, die spekuliert, dass das Wohnhaus 2023 eröffnet werden könnte. Bis die beiden Höfe zur Gänze stehen, geht aber wohl noch reichlich Zeit in der Glentleiten ins Land, denn der „Zeithorizont insgesamt reicht bis etwa 2030 mit der geplanten Fertigstellung des Hopfenbauernhofs“, sagt die Museumssprecherin. 

Was die Finanzen anbelangt, so gewährt Bauer einen ersten Einblick: Für die ersten Etappen zur Wiedererrichtung der Baugruppe Oberbayern Nord sei eine Summe von 300.000 Euro veranschlagt. Antonia Reindl

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