Zu Fuß zum Golfplatz?

Das Schild zu klein, der Pfosten zu hoch: Unter anderem diese Tafel auf dem Weg nach Eurach stößt auf Missfallen der Polizei.

Es ist immer gut, bei strittigen Fragen den Rat der Polizei einzuholen. Das kann aber auch gewaltig daneben gehen. Iffeldorfs Bürgermeister Hubert Kroiß und Polizeihauptmeister Uwe Ledermüller von der Penzberger Inspektion hatten sich kürzlich an der Gemeindestraße nach Obereurach und Sani- moor getroffen, um ein kleines Problem zu lösen. Das war auch schnell erledigt. Doch Ledermüller hatte sich die Straße und vor allem die Verkehrsschilder alle genau angesehen und laut Kroiß „eine Menge von Schildern entdeckt, die nicht rechtens sind“.

Eine ganze Liste musste jetzt Kroiß dem Gemeinderat vorlegen, um zu dokumentieren, was alles an der sehr wenig befahrenen Nebenstraße, die auch Zufahrt zum Golfplatz Eurach ist, geändert werden muss. Trotz aller Sachlichkeit, um die sich Bürgermeister und Gemeinderäte bemühten, konnte angesichts der bürokratischen Winkel- züge kaum einer sein Schmunzeln verbergen. So erfuhren die Kommunalpolitiker, dass laut Gesetz ein Tempo-30-Schild in einem ausgewiesenen Erholungsgelände nicht zulässig ist und deshalb zwar bleiben darf, aber laut Vorschrift an anderer Stelle und näher zu den Häusern aufgestellt werden muss. Außerdem bemängelte der Gesetzeshüter die Größe des Schildes („es ist zu klein“) und den Masten („der ist zu hoch“). Ähnliches widerfuhr Kroiß bei vielen anderen Schildern, etwa beim „Verbot für Kraftfahrzeuge“, verbunden mit dem Hinweis „Zufahrt nach Eurach frei“. Das sei widersprüchlich und müsse „Anlieger frei“ heißen, wurde dem Bürgermeister klar gemacht. Auch ein Vorfahrtsschild ärgerte Ledermüller, das nun durch das Schild „abknickende Vorfahrt“ ersetzt werden muss. Doch damit nicht genug. Die Gemeinde hatte an einem neuralgischen Punkt mit weißer Farbe einen Zebrastreifen auf den Weg gemalt und das Schild „Fußgängerübergang“ angebracht. Das muss ebenso wieder entfernt werden wie ein anderes Schild mit der Aufschrift „Achtung Kinder“ - und zwar deshalb, weil das die Kommune nur mit Bewilligung der Polizei machen darf. Und diese Genehmigung hatten die Iffeldorfer nicht eingeholt. Ob die Besucher des Golfclubs Eurach künftig die letzten paar hundert Meter zu Fuß gehen müssen, ist noch nicht entschieden. Denn ein Schild „Anlieger frei“ muss dort ebenfalls entfernt werden, weil auch in diesem Fall irgendein Paragraf dem entgegen steht. Auch ist noch nicht bekannt, ob jetzt, wenn die amtlich genehmigten Schilder jene ablösen, die die Iffeldorfer aus dem Gefühl heraus aufgestellt haben, weniger oder mehr Unfälle oder wie bisher weiterhin gar keine Unfälle passieren. Jedenfalls hat das dann aus der Sicht der Bürokratie alles seine Richtigkeit.

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