Gut hingebogen

Montessori-Schüler Henri Weikert baut eine Skaterrampe für seine „Große Arbeit“

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Freuen sich über das gelungene Werkstück: Zimmerergeselle Kai Schumacher und Montessori-Schüler Henri Weikert.

Penzberg – Mit Holzkonstruktionen aller Art kennen sich Zimmerleute bestens aus, ihr Leistungsspektrum ist vielseitig. Was nun vom Hof der Zimmerei Hardi Lenk rollte, ist allerdings für die Holzbauprofis eher ungewöhnlich, ist es doch nicht zum Wohnen, sondern für die Ausübung eines Sports gedacht.

Ein Skateboard besitzt Kai Schumacher zwar nicht, aber seine Freude über die vor ihm stehende hölzerne Rampe könnte kaum größer sein als die eingefleischter Rollbrettfans. Eigentlich drehte sich in seinem letzten Ausbildungsjahr alles um die Gesellenprüfung, trotzdem übernahm der angehende Zimmerer quasi nebenbei eine Zusatzarbeit und leitete einen Schüler beim Bau einer sogenannten Quarterpipe an. „Ich wollte schon immer eine eigene Skaterampe besitzen“, erklärt der 14-jährige Henri, der dies kurzerhand zum Thema seiner „Großen Arbeit“ an der Montessori-Schule machte. Als Zimmerermeister Hardi Lenk den Anruf bekam, ob er hierbei als Mentor fungieren will, sagte dieser sofort zu. Kai wundert das nicht, denn „der Chef ist offen für alles“, weiß er. Deshalb wuseln neben zahlreichen Lehrlingen auch immer „alle möglichen Praktikanten“ in der Werkstatt umher.

Nachdem Meister Lenk mit dem Achtklässler die Zeichnungen angefertigt und das erforderliche Material beschafft hatte, übertrug er die Betreuung des Projekts seinem angehenden Gesellen. „Es hat total viel Spaß gemacht“, resümiert dieser und streicht über das Sperrholz aus französischer Seekiefer. Die zwölf Millimeter dicke Holzplatte zu einer Fahrbahn zu biegen, war die größte Herausforderung an dem Unterfangen. Mit Spanngurten in Form gezerrt, lag die Platte fast zwei Monate lang bei Wind und Wetter draußen und wurde regelmäßig mit Wasser begossen. „Wenn’s schief läuft, dann geht sie nach dem Entfernen der Spanngurte in ihre alte Position zurück“, erklärt der 19-Jährige. Es ist nicht schiefgelaufen, wie man nun auf dem Schulpausenhof sehen kann. „Kai hat mir super geholfen, vor allem bei den schwierigen Schritten“, lobt Henri. Dass Hardi Lenk ihm das Material einfach geschenkt hat, freut ihn besonders. 

Bevor die Rampe Nantesbuch verließ, weihte der begeisterte Skateboarder sie vor den Augen der Lehrlinge im Hof der Werkstatt ein. Kai hielt die Jungfernfahrt auf Video fest, dann musste er sich von dem gemeinsamen Werkstück trennen. Sollte der junge Zimmerer irgendwann selbst mal vom Skatefieber ergriffen werden, wäre ihm vermutlich ein lebenslanges Nutzungsrecht der Rampe sicher. cw

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