Ortsverband im Internet

Grünen-Neujahrsempfang in Penzberg: Scharfe Attacken bleiben aus

Auf dem Computerbildschirm ist Kerstin Engel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Penzberger Stadtrat, zu sehen.
+
Fraktionsvorsitzende Kerstin Engel sprach über die Stadtpolitik.

Penzberg – Nach der SPD luden auch Penzbergs Grüne zum virtuellen Neujahrsempfang. Scharfe Worte in Richtung Rathausspitze gab es diesmal nicht, Kritik allerdings doch.

Es war bei den Grünen in zweierlei Hinsicht anders als sonst. Während der Neujahrsempfang am Freitagabend, 8. Januar, Corona-bedingt nur virtuell per Internet (und 41 Teilnehmern) stattfand, gab es einen wesentlich inhaltlichen Unterschied: Kerstin Engel, Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, verzichtete heuer auf harsche Kritik an der Stadtspitze. Hatte Engel in den vergangenen Jahren die im März 2020 abgewählte Rathauschefin Elke Zehetner (SPD) stets auf politischer und zwischenmenschlicher Ebene attackiert, gab es diesmal von der Grünen-Frontfrau Lob für die Verhältnisse unter dem neuen Amtsinhaber Stefan Korpan (CSU). „Das Klima ist deutlich besser geworden“, berichtete Engel aus dem Lokalparlament. „Die Arbeit im Stadtrat ist relativ angenehm.“

Erneute Kritik an Roche-Bebauungsplan

Trotzdem ist für Engel nicht alles Gold was glänzt. Obwohl sich die CSU im jüngsten Wahlkampf „gern mit grünen Themen geschmückt hat“, sei es schwer, für die eigenen Positionen Mehrheiten zu bekommen. Engel nannte die abgeschmetterten Radwege-Anträge und den Roche-Bebauungsplan. Bekanntlich möchte der Biotech-Kontzern sein Areal im Nonnenwald erweitern – die vierköpfige Grünen-Fraktion hatte der Aufstellung dieses Bebauungsplans als einzige widersprochen. „Das ist eine enorme Fläche“, begründete Engel das Nein. „Vor allem sehe ich nicht den Bedarf.“ Roche möge erstmal vorhandene Möglichkeiten im Standort nutzen. Kritisch sah Engel die Ansiedlung von Marvel Fusion mit seiner Fusionskraftwerks-Forschung im Nonnenwald. Der Stadtrat soll am Dienstag, 12. Januar, über den Grundstückverkauf befinden. Es gebe „viele Punkte“, die dagegen sprächen und noch Diskussionsbedarf. Engel bezeichnete Marvel Fusion als eine ein „bisschen schwierig zu durchschauende Firma“.

„Nicht alles versiegeln“

In nächster Zeit steht der städtische Haushalt auf der Tagesordnung. Bei diesem ist Engel optimistisch, dass die Stadt finanziell nicht allzu stark von der Pandemiesituation getroffen wird. Immerhin zähle der Hauptsteuerzahler Roche zu „den Profiteuren“ in der Corona-Krise. Auf der Grünen-Agenda steht der neue Flächennutzungsplan für Penzberg. Man müsse aufpassen, „dass wir nicht alles versiegeln“, mahnte die Fraktionschefin. Es gehe darum, dass die Lokalpolitik eine „Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt“ ermöglicht – sprich, es müsse lebenswert sein, in Penzberg zu leben.

Kreisrätin Katharina von Platen berichtete aus dem Kreisgremium. „Positiv“ seien die MVV-Studie für die Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Investitionen des Landkreises in die Schulen. „Sehr negativ“ seien allerdings die Bestrebungen von Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU), immer mehr Themen nichtöffentlich behandeln zu wollen: „Von Transparenz hält man auf seiten der Landrätin nicht sehr viel.“ Als Gäste sprachen Ludwig Hartmann, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Landtag, und Bundestagskandidatin Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski. Andreas Baar

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kein Platz für Besucher: Penzberger „Oase“ sucht neues Domizil
Kein Platz für Besucher: Penzberger „Oase“ sucht neues Domizil
Region: AOK warnt vor Betrügern am Telefon
Region: AOK warnt vor Betrügern am Telefon
Unfall auf der A95 bei Iffeldorf: Ein Schwerverletzter und hoher Schaden
Unfall auf der A95 bei Iffeldorf: Ein Schwerverletzter und hoher Schaden
Das Penzberger OK feiert Fasching virtuell - sogar mit „Prinzenpaar“
Das Penzberger OK feiert Fasching virtuell - sogar mit „Prinzenpaar“

Kommentare