Förderkreis stößt an seine Grenzen

Grund- und Mittelschule Benediktbeuern: Professioneller Träger für Mittagsbetreuung gesucht

Träger gesucht: Grund- und Mittelschule in Benediktbeuern
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Träger gesucht: Grund- und Mittelschule in Benediktbeuern
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Benediktbeuern - Mit einem Dutzend Grundschulkinder startete der Förderkreis der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern einst seine Mittagsbetreuung. Inzwischen sind über 100 Schüler angemeldet, Tendenz steigend. Für den gemeinnützigen Verein ist dieser Umfang langfristig aber nicht zu bewältigen.

Der Schulverband sucht daher einen professionellen externen Träger und holt derzeit Angebote ein. In einem zweiten Schritt sollen Förderkreis und Elternbeirat mit ins Boot geholt werden, damit alle Beteiligten hinter dem Konzept stehen. Wie Benediktbeuerns Bürgermeister Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung) in der Schulverbandssitzung berichtete, werden derzeit Angebote von drei Trägern eingeholt. Neben der Caritas und der Diakonie Rosenheim ist auch das Bayerische Rote Kreuz angefragt, welches bereits die Mittagsbetreuung an der Grundschule im benachbarten Kochel durchführt. Zudem habe man von der Regierung von Oberbayern eine Liste erhalten mit allen „Playern, die am Markt agieren“, darunter auch kleinere Träger. „Wir lassen uns nun professionell beraten und sind auch mit Marco Graf und Jutta Zimmer vom Förderkreis in Kontakt“, schilderte Ortlieb. Der Rathauschef geht davon aus, dass die derzeit zehn, auf geringfügiger Basis beschäftigten, Mitarbeiter der Mittagsbetreuung vom neuen Träger ein Übernahmeangebot erhalten werden. Das Angebot wird nicht nur von Familien der Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern und Bichl genutzt. Auch Schüler der Ortsteile Ried, Obersteinbach und Rain bleiben nach dem Unterricht in der Mittagsbetreuung, weshalb die zugehörigen Gemeinden Kochel, Bad Heilbrunn und Penzberg ebenfalls Mitglied im Schulverband sind.

Steigen Elternbeiträge?

„Wir müssen bei einem neuen Träger mit einem Defizitausgleich rechnen“, warnte Ortlieb seine Amtskollegen vor. Die Höhe des finanziellen Defizits hänge dabei vom Träger und dessen pädagogischem Konzept ab. Dass der Zweckverband sich zu einem Ausgleich des Defizits verpflichte, gebe dem Träger eine Sicherheit. Dennoch geht Ortlieb davon aus, dass auch die Elternbeiträge steigen werden. Schließlich sei der Betreuungsschlüssel, mit dem man bislang gut hingekommen sei, nach den deutlich gestiegenen Buchungszahlen in diesem Schuljahr „grenzwertig“. Mit einer Entspannung der Lage ist nicht zu rechnen. „Eltern, die schon im Kindergarten eine Ganztagsbetreuung nutzen, wollen diese auch in der Grundschule haben“, weiß Ortlieb. Zudem müsse man im Auge behalten, dass Eltern ab 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ihrer Grundschulkinder hätten. Nach der Ausschreibung werde man „erstmal anhören, was die Träger bieten und auf was sie Wert legen“, erläuterte Ortlieb. Danach werde man den Förderkreis und den Elternbeirat mit einbinden, „denn auch die müssen hinter dem Betreuungsangebot stehen“, begründete er. Finanzierbar müsse das Ganze ebenfalls sein. Auch die Räumlichkeiten kommen auf den Prüfstand. Die Mittelschule hat laut Rektor Peter Mückstein bereits einen Raum an die Mittagsbetreuung abgegeben und für einen weiteren Raum ein Doppelnutzungskonzept erarbeitet. „Vormittags findet dort Schulunterricht statt, ab 11:20 Uhr Mittagsbetreuung“, erzählt Mückstein. „So etwas wollen externe Träger nicht“, weiß er.

Neuer Träger ab September

Auch für die Schule sei solch ein Raumkonzept anstrengend und nicht optimal. Auch die Küche, in der täglich frisch gekocht wird, ist nicht auf die steigenden Zahlen an hungrigen Mäulern ausgerichtet. Bei allen Herausforderungen soll die Mittagsbetreuung aber nahtlos fortgeführt werden. Bis Juli 2021 wird der Förderkreis das Angebot noch stemmen, zum neuen Schuljahr im September will man bereits mit dem neuen Träger weitermachen. Christine Weikert

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