Schwamm von gestern

Digitalisierte Klassenzimmer an der Birkenstraße begeistern Schüler wie Lehrer

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Kreide und Schwamm verabschiedet: Lehrer Matthias Mackner und seine Schüler sind begeistert von der Technik.

Penzberg – Sein Honigkuchenpferdlächeln sagt schon alles: Lehrer Matthias Mackner steht grinsend vor seiner 4b der Grundschule an der Birkenstraße, um die Deutschstunde einzuleiten. Es geht um die vier Fälle, kein aufregendes Thema. Doch an der neuen Tafel macht selbst das Spaß, allen voran Mackner.

Mit so viel Freude wurde wohl noch nie die Tafel gewischt, doch das neue Wischen hat nichts mehr mit dem alten Putzen zu tun. Wie ein Touchscreen funktioniert die neue Tafel an der Wand von 15 Klassenzimmern und zwei Mehrzweckräumen an der Birkenstraße. Eine Digitalisierung, die der Stadt rund 145.000 Euro gekostet hat, abzüglich der Fördergelder. 

„Es gab am Anfang schon Bedenkenträger im Kollegium“, weiß Mackner. Doch die Bedenken hinsichtlich der Technisierung waren so schnell vergessen wie die alten Tafeln. Vielleicht, weil die neue Technik so viel bequemer ist, wie Mackner und seine Klasse nun im Deutschunterricht auch Bürgermeisterin Elke Zehetner zeigen. Bei Zuordnungsaufgaben muss der Lehrer nun keine Schilder mehr zurecht schnippeln und diese mit Magneten an die Wand heften, sondern er kann einfach ein vorbereitetes Dokument auf den Screen laden. Und die Kinder können die Kästchen einfach mit ihren Fingern auf die richtige Position schieben. „Wem oder was?“ frage man beim Dativ, sagt ein Mädchen und ordnet mit einem Fingerwisch die Frage dem richtigen Kasus zu. Ihre Mitschüler tun es ihr bei den anderen drei Fällen gleich. „Gut gemacht“, ploppt nun auf dem Bildschirm auf. Und Mackner muss nur noch zustimmend nicken. Kreide nehmen er und seine Viertklässler nicht mehr in die Hand, stattdessen formen sie mit tintenlosen Stiften die Buchstaben in allen möglichen Farben auf liniertem oder kariertem Grund. Selbst ein Lineal und ein Geodreieck lassen sich auf den Bildschirm holen, und die ist nicht so unhandlich wie die Zeichengeräte vergangener Tage. 

Da staunt die Bürgermeisterin, die sich mitten unter die Schüler auf eine Schulbank gesetzt hat, nicht schlecht. Sie selbst hat noch mit einem überdimensionalen Lineal Linien auf die Tafel ziehen müssen. Bei ihrem Besuch lässt die Rathauschefin den Stadtjubiläumsfilm sowie den kleinen Streifen zu Hannis Eismärchen auf der großen Bildfläche abspielen. Doch nicht die Kinder staunen, sondern die Bürgermeisterin. „Wie im Kino“ fühle sie sich angesichts der guten Tonqualität, sagt Elke Zehetner und sucht mit ihren Blicken die Lautsprecher. Die seien in der Tafel versteckt, flüstert ihr da ihr Schulbanknachbar zu, der genau wie seine Mitschüler gelegentlich für den Tafeldienst eingeteilt wird. Denn diesen gibt es nach wie vor, auch wenn jetzt nur noch zwei seitlich angebrachte und ausklappbare Whiteboards gewischt werden müssen, ohne triefenden Schwamm und Tafelabzieher. ra

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