„Nicht zu Ende gedacht“

Hörmann-Areal: Antrag der FLP erntet Kritik der SPD

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Soll Gewerbefläche bleiben: Das Gelände, auf dem das HAP-Werk steht.

Penzberg – Die Freie Liste Penzberg (FLP) fordert in einem Antrag die Stadt dazu auf, in Verhandlung mit dem Besitzer des Grundstücks der Firma Hörmann Automotive Penzberg (HAP) zu treten, um das Areal zu kaufen. Die Penzberger SPD wirft der FLP „Wahlkampf-Aktionismus“ vor und missbilligt die Idee. 

Die Anregung, die Stadt solle mit Hörmann in Verhandlung bezüglich des Grundstückserwerbs treten, begründet die FLP damit, dass die Firma HAP Ihren Betrieb bis zum 30. Juni 2020 schließen wird und über 600 Mitarbeiter in Penzberg ihren Arbeitsplatz verlieren. „Das ist sehr bitter! Diese große Anzahl an Arbeitskräften ortsnah unterzubringen, wird aber trotz der Zeiten des Fachkräftemangels nicht einfach sein“, heißt es in dem Schreiben. Die Stadt solle das Zeitfenster bis 30. Juni 2020 nutzen und mit dem Grundstückseigentümer verhandeln, um auf dem Gelände anschließend die Entstehung von (Klein-)Gewerbeflächen zu ermöglichen. Der Bedarf sei auf jedem Fall vorhanden, wie man an den Gewerbegebieten der umliegenden Gemeinden neidvoll erkennen könne. „Die Vergangenheit hat gezeigt, wie notwendig der Bedarf von Flächen für die Penzberger Unternehmer ist“, so die FLP. 

Der SPD-Ortsverband hält beim Thema HAP ein gemeinschaftliches Vorgehen statt Wahlkampf-Aktionismus für sinnvoll. Auf den Antrag der FLP, die Stadt möge das Hörmann-Areal erwerben, und „auf populistische Reaktionen anderer Gruppierungen“ reagierte der SPD-Vorsitzende und HAP-Betriebsrat Bayram Yerli. „Ich halte den Antrag auf Grundstückserwerb durch die Stadt für völlig abwegig. Hörmann hat das Areal für einen Appel und ein Ei gekauft und würde bei den heutigen Grundstückspreisen ein Vermögen daran verdienen.“ Die Stadt solle vielmehr den Gesellschafter in die Pflicht nehmen und klar machen, dass dieses Grundstück weiter Gewerbegebiet bleibt. „Der Ankauf wäre eine nicht zu Ende gedachte Aktion, die den Ausverkauf des Werkes nur noch beschleunigen würde“, sagt Yerli. Nach dem Status des Bebauungsplanes kann auf dem Areal sowieso nur Gewerbe betrieben werden. Das verdeutlichte auch Bürgermeisterin Elke Zehetner, als sie vor der HAP-Belegschaft ausrief: „Hier wird es keine Wohnflächen geben.“ Yerli plädiert dafür, dass sich alle Akteure in der Stadt mit den Belegschaftsvertretern verbünden sollten. 

Der FDP-Ortsverband appelliert an die Stadt, sich Gedanken zu machen, was auf dem Areal passieren soll. Sprecher Armin Mell: „Eine weitere Industriebrache wie am Edeka-Areal braucht Penz­berg als allerletztes.“ akr

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