Ohne Himbeersirup

Bebauungsplan „Schulweg“ weiter verfeinert

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In der jüngsten Sitzung diskutierte der Habacher Gemeinderat mit viel Distanz den Bebauungsplan „Schulweg“.

Habach – Normalerweise werden die Tische im Sitzungssaal des Habacher Rathauses so zusammengeschoben, dass die Gemeinderäte einen Kreis bilden und jedem einzelnen ins Gesicht schauen können. In der jüngsten Sitzung jedoch glich der Raum einem Klassenzimmer, in dem Bürgermeister Michael Strobl seinen Zöglingen erläuterte, wie es um den Bebauungsplan „Schulweg“ steht.

Die vielen kleinen Tische mit dreieckiger Platte verteilten sich mit reichlich Abstand, coronabedingt musste umgeräumt werden. Auf Gläser verzichtete man auch, stattdessen trank jeder aus einer Plastikflasche. Nicht einmal der obligatorische Himbeersirup, der für gewöhnlich neben Wasserkrügen zu finden ist, war da. Am Bürgermeistertisch, der wie ein Lehrerpult platziert war, stand Desinfektionsmittel, dahinter saß Rathauschef Strobl und erläuterte in aller Eingängigkeit und Zeit schluckend, wie der Bebauungsplan „Schulweg“, der im beschleunigten Verfahren aufgestellt wird, ausgebaut, verändert und verfeinert wurde. Die zwölfseitige Begründung ist fertig, genauso wie der siebenseitige Umweltbericht. Vor Ort habe man auch bereits die Höhen abgesteckt, „damit man sich das vorstellen kann“, sagte Strobl. Und man habe die Maße der umliegenden Häuser genommen. Mit Blick auf die geplante Straße sagte der Bürgermeister, dass diese nicht breiter als vier Meter werden solle, sonst „wird wieder zu schnell gefahren“. Einen Gehweg soll es trotzdem geben, einen Meter breit und ohne Bordstein, damit Autos ohne Probleme aneinander vorbeifahren können. Anschließend zählte Strobl all die Behörden und Ämter auf, die Anregungen, Anforderungen oder Auflagen zu dem geplanten Bauvorhaben geäußert haben, um die eingegangenen Stellungnahmen abzuwägen. Diese wurden stets einstimmig durchgewunken, die Gemeinderäte hoben wie brave Schüler im Einklang ihre Hände. 

Diskutiert wurden aber auch die Anregungen aus der Öffentlichkeit. Auf Missfallen stieß dabei unter anderem die Wandhöhe, die auf 5,8 Meter festgelegt wurde. Auch das Fehlen eines Einfriedungssockels wurde beklagt. Die Wandhöhe sei durchaus mit Bedacht und mit Fachleuten festgelegt worden, „wir hätten auch noch raufgehen können, aber für manche Grundstücke wäre es zu krass gewesen“, begründet Strobl die Entscheidung. Und beim Blick auf die unzulässigen Sockel meinte Strobl nur, dass ein Zaun nun einmal 15 Zentimeter Bodenfreiheit gewähren müsse, „für Igel und Kleingetier“. Ein Ehepaar, Kaufinteressenten, habe vorgeschlagen, alle Dächer farblich einheitlich zu bedecken. Eine Idee, mit der Strobl wenig anzufangen wusste, denn „wir haben das überall recht freizügig gestaltet“. Außerdem werden häufig Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern installiert, da wäre die Einheitlichkeit rasch zunichte gemacht. Nicht zunichte gemacht werden soll dagegen ein kleiner Kiesweg, drei Meter breit, 130 Meter lang, der durch das Baugebiet laufen wird. Dieser öffentlich-beschränkte Weg werde oft von Schulkindern und Eltern benutzt und diene auch als Rettungsweg für den nahe gelegenen Kindergarten und die Schule, sagte Strobl. ra

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