Offenes Herz, offener Geist

Pfarrer Konrad Albrecht feiert in Steigenberg sein Goldenes Priesterjubiläum

+
Zunächst zelebrierte Konrad Albrecht sein 50-jähriges Priesterjubiläum mit alten Weggefährten, im Anschluss gratulierte ihm auch Bürgermeisterin Elke Zehetner.

Penzberg – Es war eine Rückkehr an einen Ort, der ihm ganz besonders ans Herz gewachsen ist: Konrad Albrecht, der ehemalige Steigenberger Pfarrer, feierte an seiner einstigen Wirkungsstätte sein Goldenes Priesterjubiläum.

Den Festgottesdienst zelebrierte Konrad Albrecht gemeinsam mit Stadtpfarrer Bernhard Holz sowie Dekan Oliver Grimm von der Pfarrei Asch bei Landsberg am Lech und Diakon Berthold Grolig. Und die Festpredigt hielt einer, den viele Penzberger ebenfalls noch in guter Erinnerung haben: Willi Berchtold, ein enger Freund Albrechts und ehemaliger Pfarrer von Christkönig. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor „Spirit of Generations“ aus Penzberg und der „Regenbogen“-Formation aus Schongau. 

Manchmal meint es der Kalender besonders gut mit einem: Auf den Tag genau vor 50 Jahren, also am 29. Juni 1969, ebenfalls ein Samstag, wurde Albrecht in München zum Priester geweiht, nachdem er ein Studium der Theologie und Philosophie absolviert hatte. Der in Au bei Bad Aibling geborene Geistliche verspürte schon während der Schulzeit den Wunsch Pfarrer zu werden. Sein Vorbild war der Pfarrer in seinem Heimatort gewesen, ein „leutseliger Mensch, der das Dorf­leben zusammengehalten hat“. Diesem Vorbild ist Albrecht bis heute treu geblieben: Die Steigenberger jedenfalls erlebten ihn als einen besonders volksnahen Geistlichen, der nicht nur ein offenes Herz, sondern auch einen stets offenen Geist hatte. Den Gralshüter der Kirche war er nicht selten zu offen. Das hing wohl auch damit zusammen, dass Albrecht vor seinem Studium das Gymnasium im Kloster St. Ottilien besuchte. „Das Klosterleben aber war mir zu eng“, bekannte er. Er wollte doch lieber Pfarrer in einer Gemeinde sein. 

Bevor Pfarrer Albrecht 1982 nach Steigenberg kam, war er als Kaplan in Landsberg am Lech, Weilheim und Schongau tätig. In den folgenden 18 Jahren in Penzberg erlebte er dann „den Höhepunkt meines beruflichen Wirkens“, wie er im Rückblick feststellte. „Hier gelang es mir, meine Vorstellungen von der Tätigkeit eines Geistlichen zu verwirklichen“, betonte er. Und dazu zählte etwa, dass er sehr bald ein aktives Mitglied der Penzberger Feuerwehr wurde, was für einen katholischen Pfarrer nicht unbedingt typisch ist. Er begann jedenfalls bei der Feuerwehr seine Ausbildung, bis er feststellen musste, dass sich Löscheinsätze im wirklichen und im spirituellen Leben nicht unter einen Hut bringen lassen. 

Dafür war Albrecht viel zu umtriebig. Während seiner 18-jährigen Wirkungszeit in Penzberg entstanden zahlreiche Gruppen, die über seinen ureigenen Auftrag der Verkündung der frohen Botschaft weit hinausgingen. Nachdem er bereits als Kaplan in Schongau eine Lernhilfe aufgebaut hatte, tat er dies auch in Penzberg. „Jedes Kind hatte eine Betreuerin“, erinnerte sich Albrecht. Seine Lernhilfe war dabei weit mehr als eine Trainingsanstalt, um einen bestimmten Schulabschluss zu erreichen, er hatte vor allem Kinder aus einem schwierigen sozialen Umfeld im Blick. Und natürlich hat Albrecht auch die immer noch bestehende Partnerschaft mit der Gemeinde im brasilianischen Mãe Luíza begründet. Über die damalige Hausmeisterin des Steigenberger Kindergartens wurde der Kontakt zu dem in Mãe Luíza tätigen Pater Sabino hergestellt. Aus der Freundschaft der beiden Männer entwickelte sich sukzessive die Partnerschaft zwischen Penzberg und Mãe Luíza. Und wenn jetzt, zum Stadtfest, wieder eine Delegation aus Brasilien in der Stadt weilt, dann wäre das ohne Pfarrer Albrecht, der heute in Seestall bei Landsberg am Lech lebt, nicht denkbar. ms

Auch interessant

Meistgelesen

Schüler retten Mann vorm Verbluten
Schüler retten Mann vorm Verbluten
Stadt will sich Vorkaufsrecht am Erwerb des HAP-Areals sichern
Stadt will sich Vorkaufsrecht am Erwerb des HAP-Areals sichern
Grüne wählen ihren Landratskandidaten für den Landkreis Weilheim-Schongau
Grüne wählen ihren Landratskandidaten für den Landkreis Weilheim-Schongau
Stadt lässt vier Birken vor dem Metropol fällen: Naturschützer sind entsetzt
Stadt lässt vier Birken vor dem Metropol fällen: Naturschützer sind entsetzt

Kommentare