Projekte aus Rücklagen finanzieren

Haushalt 2021: Bichl macht in Corona-Zeiten mehr Schulden

In Pandemie-Zeiten muss so manches Sparschwein angegangen werden – auch in Bichl
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In Pandemie-Zeiten muss so manches Sparschwein angegangen werden – auch in Bichl.

Bichl - Der Bichler Haushalt hat den Gemeinderat passiert. In Corona-Zeiten wird mit weniger Steuereinnahmen gerechnet. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Mit 8,43 Millionen Euro weist der Bichler Haushaltsplan in Einnahmen und Ausgaben ein um rund zehn Prozent größeres Volumen im Vergleich zum Vorjahr auf. Fast hälftig verteilt er sich auf den Vermögenshaushalt (4,09 Millionen Euro) und den Verwaltungshaushalt (4,34 Millionen Euro).

Vor allem rechnet Kämmerer Florian Hlawatsch mit geringeren Einnahmen aus den Gebühren der Kindertageseinrichtungen und des Naturfreibads. „Im letzten und diesem Haushaltsjahr müssen wir aufgrund der Corona-Krise einiges an Kita-Gebühren erstatten“, so Hlawatsch. Darüber hinaus hat der Kämmerer Bedenken, dass auch die Badesaison 2021 wie im vergangenen Jahr, wenn überhaupt, dann nur eingeschränkt laufen wird. „Deshalb haben wir bei den Badegebühren 5000 Euro abgezogen.“ Ebenso plant die Kämmerei 10.000 Euro weniger Pachten und Mieten für den „Bayerischen Löwen“ ein. Schließlich sei damit zu rechnen, dass weiterhin Veranstaltungen ausfallen müssten.

Doch gibt es nicht nur schlechte Nachrichten. Vor allem die Einnahmen aus Gastkinderbeiträgen sollen kräftig steigen (Plus von rund 26.000 Euro). Einen kleinen Gewinn erwartet man sich im Rathaus auch von leicht steigenden Einnahmen bei den Kanalgebühren.

Gleichwohl schlagen heuer deutlich höhere Ausgaben etwa für Personal (fast 29.000 Euro) zu Buche. Ebenso steigen mit 7000 und 19.000 Euro die Betriebskostenumlagen für die Turnhalle und die Kläranlage.

Weniger Steuereinnahmen

Erstmals seit 2011 muss Bichl nach Jahren des Anstiegs einen Rückgang von 74.000 Euro bei der Lohn- und Einkommenssteuer verzeichnen. „Erst in 2022 erwarten wir eine Erholung“ so die vorsichtige Prognose von Hlawatsch. Eindeutig der Corona-Pandemie seien auch die reduzierten Gewerbesteuereinnahmen zuzuweisen: Waren es in 2020 noch 300.000 Euro, rechnet man im Bichler Rathaus heuer mit nur rund 225.000 Euro. Obwohl die wirtschaftliche Lage leicht angespannt ist, bleibt im Verwaltungshaushalt mit knapp über 1,18 Millionen Euro die Kreisumlage der größte Einzelposten. Bemessungsgrundlage dafür ist die Umlagekraft der Gemeinden – „und die orientiert sich an der jeweils gültigen Steuerkraftzahl aus dem Jahr 2019“, so Hlawatsch. Sinken soll nur die Gewerbesteuerumlage (minus 12.000 Euro), während die Schulverbands- und Verwaltungskostenumlagen steigen (plus 7000 und 24.000 Euro).

Dennoch will die Gemeinde Bichl kräftig investieren. „Neben verschiedenen Straßenbaumaßnahmen, dem Breitbandausbau und möglichen Grundstückskäufen wollen wir vor allem den Bauhofneubau vorantreiben“, erklärte Bürgermeister Benedikt Pössenbacher (UBB). Der Rathauschef rechnet für den Bauhof mit 1,8 Millionen Euro an Kosten, von denen in diesem Jahr eine Million Euro anfallen.

Kredit ist nötig

Geplant ist, die Projekte unter anderem aus Rücklagen zu finanzieren. Waren 2020 noch 2,3 Millionen Euro im Geldbeutel, soll dessen Inhalt bis 2024 auf 433.500 Euro zusammenschmelzen. Schon Ende dieses Jahres wird etwa die Hälfte der noch Ende 2020 vorhandenen Rücklagen fehlen (Stand Ende 2021: 1,26 Millionen Euro). Auch kalkuliert die Kämmerei für heuer mit einer Kreditaufnahme in Höhe von 750.000 Euro. Damit einher geht ein sprunghafter Anstieg der Schulden auf etwas über 1,11 Millionen Euro. Im Jahr 2020 hatte Bichl Verbindlichkeiten in Höhe von nur rund 394.000 Euro gehabt.

„Freilich ist die gesamte Haushalts- und Finanzplanung lediglich als Ausgabeermächtigung und nicht -verpflichtung zu sehen“, mahnte Hlawatsch in seiner Schlussbewertung. Alle Ausgaben seien abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und deren Einschränkungen sowie den daraus resultierenden Auswirkungen. Sandra Gerbich

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