Unterstützung im Dschungel

Der Verein SOS Sozialwerk steht vor Gericht und im Kampf gegen Behörden bei

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Der Kommunikationswissenschaftler Burkhard Stüwe (links) und der Bauingenieur Peter Pauker bieten über den Verein SOS Sozialwerk unkomplizierte Hilfe vor allem bei Rechtsfragen im Bau-, Arbeits- und Mietrecht.

Penzberg – Unterstützende Hilfe in fast allen Lebenslagen, so beschreibt Burkhard Stüwe den von ihm gegründeten Verein SOS Sozialwerk. Ob in Rechtsfragen, bei denen das im Jahr 2015 gegründete Sozialwerk für eine angemessene Vertretung vor Gericht sorgt, sich für außergerichtliche Klärungen einsetzt, gegen Behördenwillkür und Rechtsverfehlung vorgeht oder bei baurechtlichen Belangen, allem übergeordnet ist immer die Hilfestellung für Menschen, die sich im Behördendschungel alleingelassen oder zu Unrecht verurteilt fühlen und den Durchblick verloren haben. 

Entstanden ist der Verein, der Niederlassungen in Rostock und im Ruhrgebiet unterhält, aus einer Selbstinitia­tive von Arbeitssuchenden, die ihre soziale Selbstbestimmung wieder erlangen wollten. Stüwe spielt hier vor allem auf die Jobcenter an: „Manche Menschen haben im Leben die falsche Ausfahrt genommen. Sie landen irgendwann bei Hartz IV und bekommen, aus oft unerfindlichen Gründen, ablehnende Bescheide von Arbeitgebern oder Jobcentern. Denen wird es oft sehr schwer gemacht, ins normale Leben zurückzufinden.“ Dies ist nur ein Thema, bei welchem der Kommunikationswissenschaftler seine Hilfe anbietet. „Wir hinterfragen die Bescheide“, so Stüwe. Im Laufe der Jahre hat sich ein Kompetenzteam aus Beratern, Betreuern, Anwälten, Ärzten, Psychiatern und Pädagogen gebildet. „Wir greifen auf ein großes Netzwerk zurück und holen entsprechend Rat und Expertisen“, erklärt der Geretsrieder. 

Neu im Vorstand des Vereins ist der Kochler Bauingenieur Peter Pauker. Zusammen mit der Münchner Juristin Susanne Müller-Büschl bietet der gebürtige Penzberger eine Hilfestellung in allen baurechtlichen Fragen und Unterstützung im Umgang mit den zuständigen Behörden. „Probleme gibt es immer, wenn etwas nicht glatt läuft, und das kommt gerade beim Bau häufig vor“, weiß Pauker nur zu gut. „Zum Beispiel wird eine Baugenehmigung nicht erteilt, die Planung ist jedoch abgeschlossen, die Leute haben kalkuliert. Da rechnet keiner zusätzliche Baukosten, Gerichts- und Anwaltskosten mit ein. Oft geht es dann sehr schnell, dass man dadurch in eine schier ausweglose Lage rutscht.“ Pauker berichtet davon, dass in den Behörden oft „mit unterschiedlichem Maß gemessen wird“ und noch öfter keine konkreten Anhaltspunkte für Ablehnungen genannt werden. „Hier hat man gute Chancen sich außergerichtlich zu einigen“, betont er. 

Die Erfolgsstatistik des Vereins spricht für sich. Laut Stüwe wurden in den vier Jahren für die Mandatschaften mehr als 1,7 Millionen Euro erstritten. Dies seien überwiegend Gelder, welche die Behörden erst verweigert hätten. Vor Gerichten in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland beträgt die Erfolgsquote laut Stüwe rund 85 Prozent, bei außergerichtlichen Vorgängen sogar 91 Prozent. 

Aktuell sucht der Verein zusätzliche Berater im sozialen Bereich, die Ausbildung zum Sozialmanager erfolgt dabei intern. Gesucht werden Menschen mit sozialer Kompetenz, die in ihrer Freizeit gerne Hilfesuchenden beistehen möchten. Interessenten hierfür und Hilfesuchende können sich per E-Mail an soser@web.de melden. au

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