Hilfe am Hals

Immer mehr BRK-Hausnotrufe im Landkreis Weilheim-Schongau

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Brachten den Hausnotruf persönlich in Seeshaupt vorbei: Hilde Quaschny, zuständig für den Hausnotruf beim BRK Weilheim-Schongau, Lars Petersen und BRK-Kreisgeschäftsführer Hans Eberl (von links).

Landkreis – Eigentlich wollte Lars Petersen nur einen Hausnotruf für sein Zuhause ordern, dass gleich das Bayerische Rote Kreuz (BRK) vorbeikommt, um ihm das Gerät persönlich zu übergeben, damit dürfte der Seeshaupter wohl kaum gerechnet haben. Doch seine Bestellung war etwas ganz Besonderes.

Lars Petersen ist der 1.000 Hausnotruf-Teilnehmer im Landkreis Weilheim-Schongau. Eine Zahl, die den BRK-Mitgliedern vermutlich ein Lächeln ins Gesicht zaubert, zugleich aber auch ein wenig Sorgenfalten, denn je mehr Teilnehmer, desto mehr Einsatz ist gefordert. 

Der Hausnotrufdienst ist keineswegs neu, im Gegenteil, seit über drei Jahrzehnten gibt es den „SOSfon“ Hausnotrufdienst des BRK im Landkreis Weilheim-Schongau schon. Vor allem ältere und alleinstehende Menschen vertrauen auf das Hausnotrufgerät, da es ein Gefühl von Sicherheit im eigenen Zuhause gibt und in brenzligen Situationen ein regelrechter Lebensretter sein kann. 

Ein Lebensretter, der sich in den eigenen vier Wänden jedoch kaum bemerkbar macht, schließlich lässt sich der Notrufsender wie ein Accessoire am Körper tragen, unauffällig am Handgelenk oder auch wie eine Kette um den Hals. So unkompliziert der Sender zu tragen ist, so einfach funktioniert auch der Rest des Systems, für das lediglich ein Telefon- und ein Stromanschluss von Nöten sind. Das Hausnotrufsystem besteht aus besagtem Sender und einer Teilnehmerstation, welche am Telefon mit angeschlossen wird. 

Wird in einem Notfall der Knopf gedrückt, so stellt die Anlage sofort eine Sprechverbindung zur Hausnotrufzentrale des Roten Kreuzes her. Dort sind dann alle relevanten Daten des Teilnehmers gespeichert, so dass im Ernstfall der Notruf rasch abgearbeitet werden kann: Das Personal weiß über bestehende Krankheiten Bescheid, macht Bezugspersonen oder die Angehörigen schnell ausfindig oder benachrichtigt den Hausarzt. Besteht Lebensgefahr, so werden unmittelbar nach Eingang des Notrufs der Notarzt und der Rettungsdienst alarmiert. Diese können dann auch ohne Schlüsseldienst oder fremde Hilfe ins Haus gelangen, sofern der Hausnotruf-Teilnehmer seinen Wohnungsschlüssel anonymisiert in den Rettungswachen hinterlegt hat. 

Seinen Schlüssel vervielfältigen lassen kann nun auch Lars Petersen aus Seeshaupt, mit dem es nun 1.000 Hausnotruf-Teilnehmer im Landkreis gibt, die auf die Hilfe des BRK setzen, und die wissen, dass das Notrufgerät nicht nur bei medizinischen Notfällen aktiviert werden kann, sondern auch bei kleineren Bedarfsfällen, bei denen es ausreicht, Angehörige oder andere Bezugspersonen zu verständigen. Doch trotz engen Bezugs sind ebendiese Personen nicht immer gleich erreichbar. Für solche Fälle hat der BRK-Kreisverband vor rund einem Monat zwei Teams aus ehrenamtlichen Mitarbeitern gebildet. Stets als Duo, in der Regel verfügt mindestens ein Helfer über eine Sanitätsausbildung oder Ähnliches, rücken sie am Abend, am Wochenende oder auch an Feiertagen aus. Anfang Juli nahmen die beiden Teams ihren Dienst auf, und bereits in den ersten zwei Wochen zählten sie zehn Bedarfsfälle. Eine Zahl, die zeigt, das der Knopf Zuspruch findet und der Bedarf gegeben ist. ra

Weitere Informationen zum Hausnotruf sind beim Roten Kreuz in Weilheim unter Tel: 0881/92900 oder 08000/365000 erhältlich. Wer als Helfer den BRK unterstützen möchte, der kann sich ebenfalls dorthin wenden.

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