„Mandi“ und seine Brüder

Die Penzberger Feuerwehr weiht drei neue Einsatzfahrzeuge ein, von denen zwei mit High Tech bestückt sind

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Drei neue Fahrzeuge für die Feuerwehr: das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (Mitte), der neue Einsatzleitwagen und das Feuerwehrmobil „Mandi“.

Penzberg – Am vergangenen Samstag weihte der evangelische Pfarrer Julian Lademann ein neues Fahrzeug-Trio der Penzberger Feuerwehr. Mit dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), einem hochmodernen Einsatzleitwagen und einem Mannschaftstransportwagen ist die Feuerwehr gerüstet für die Zukunft.

Pfarrer Lademann unterstrich die Wertschätzung der Menschen für ihre Feuerwehr: „Viele flehen um Hilfe und beten, wenn die Feuerwehr ausrückt.“ Auf die drei neuen Fahrzeuge blickend sagte er: „Eigentlich nur teures Blech“, sei es doch vor allem die Mannschaft der Einsatzkräfte, welche die Feuerwehr ausmachten. An die Aktiven richtete er drei Bitten: „Kommt immer heil am Einsatzort an, kommt aber auch immer wieder heil zurück. Und fahrt immer wieder gerne in den Einsatz.“ Das sei mutig, bisweilen aber auch nervig, wie Lademann in Anspielung auf Zwischenfälle mit Gaffern und Handy-Fotografen an Einsatzorten klar machte. „Da kann man nun wirklich nur noch um Hirn beten“, sagte er. 

Bürgermeisterin Elke Zehetner lobte den großen Fleiß, mit dem die Fahrzeuge in eigenen Arbeitsgruppen ausgesucht worden seien. „Hier steht sehr viel Geld“, räumte sie ein und ergänzte: „Geld, das die Stadt gerne in die Hand genommen hat.“ Allen voran für das knapp 410.000 Euro teure Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, dessen Planung Mitte Dezember 2016 begonnen hatte, das Ende November 2017 vom Stadtrat nach einer Ausschreibung genehmigt und nun im Januar ausgeliefert wurde. Dabei gab es vom Freistaat einen Zuschuss in Höhe von 119.000 Euro. Der MAN-Lkw mit einem Aufbau der Firma Lentner, kurz HLF 20, der als Ersatz für das TLF 16 aus dem Jahr 1993 angeschafft wurde, ist den Einsatzkräften schon gut bekannt, denn es ist baugleich mit dem ebenfalls noch recht neuen Löschgruppenfahrzeug. „Damit fahren wir den Übungs- und Ausbildungsaufwand ziemlich herunter“, erklärte Kommandant Christian Abt. Das Fahrzeug, das neun Personen Platz bietet, hat eine Besonderheit: einen akkubetriebenen Rettungssatz, also Schere und Spreizer für Verkehrsunfälle. Das sehr praktische Werkzeug durfte die Penzberger Wehr auf ihrem Fahrzeug mit einer Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern schon einmal verbauen – diese Technik, die ohne Kabel ein weitaus schnelleres Retten ermöglicht, gilt als die Zukunft im Feuerwehrwesen. Sonstige Ausstattung: Notstrom­aggregat, Schnellangriff für Löscheinsätze, Akku-Hochdrucklüfter und ein pneumatischer Lichtmast. 

Die Feuerwehr blieb dank sorgsamer Planung um 40.000 Euro unter dem Budget. „Damit haben wir die Tür in die Zukunft geöffnet“, so Abt, der den Blick sogleich auf eine weitere Neuanschaffung lenkte: den Einsatzleitwagen (ELW), „unsere eierlegende Wollmilchsau“, wie Abt sagte. Das Fahrzeug wird bei Einsätzen als klassische Führungsstelle für die Einsatzleitung, aber auch für die Atemschutzüberwachung eingesetzt. Das mit viel High Tech ausgerüstete ELW verfügt über zwei internetfähige PC-Arbeitsplätze, einen Laptop-Platz, Tablet, Telefone, Fax und einen großen, nach außen klappbaren Monitor, um Schadenslagen darzustellen. Sogar im Umkreis von 100 Metern um das Fahrzeug kann ein eigenes W-LAN-Netz aufgebaut werden – und selbst das Steuern einer Drohne soll künftig möglich werden. Bei dieser Anschaffung blieben die Penzberger um 4.000 Euro unter den veranschlagten 172.000 Euro. „Wir gehen verantwortungsbewusst mit dem städtischen Geld um“, versicherte Kommandant Abt. 

Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta lobte die Penzberger Wehr als sehr junge und agile Mannschaft, die stolz eine Uniform trage und wisse, was sie in Einsätzen zu tun habe. Das Selbstbewusstsein sei angesichts immer größerer Herausforderungen unabdingbar. „Die Feuerwehren müssen sich darauf einstellen“, sagte Sobotta und meinte damit vor allem Einsätze mit Elektrofahrzeugen, die den Mitgliedern der Feuerwehr ein bis vor kurzem noch völlig unbekanntes technisches Wissen abverlangen. Und schließlich wurde von Pfarrer Lademann auch noch „Mandi“ geweiht, der neue Mannschafts­transporter. Das werbefinanzierte Fahrzeug ist bereits eine Weile als Feuerwehrmobil unterwegs, „wir haben es jetzt einfach mal dazugemogelt“, grinste Bürgermeisterin Zehetner. arr

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