Entlastung für Eltern

Höhere Kita-Gebühren in Kochel: Gemeinderat reagiert auf Proteste

Kindertagesstätte kita kochel
+
Schonfrist für Eltern: Die höhere Beiträge für die gemeindliche Kindertagesstätte („KoKiTa“) schlagen sich erst im September durch.

Kochel – Der Kochler Gemeinderat hatte im Dezember eine Erhöhung der Kindergartengebühren beschlossen. Die Anhebung findet jedoch erst im September Anwendung. Dies beschlossen die Räte in ihrer jüngsten Sitzung. Damit reagierte das Gremium auf Proteste aus den Reihen der Eltern.

Die Eltern waren von der Gebührenerhöhung wenig begeistert. Neben der Höhe wurde zudem der Zeitpunkt beklagt, schließlich sind inmitten der Corona-Pandemie auch Eltern von Kurzarbeit und Sorgen um die berufliche Zukunft betroffen. 8100 Euro zahlt die Gemeinde im Jahr pro Kindergartenkind. Abzüglich der Elterngebühren und der staatlichen Förderung belief sich im vergangenen das Defizit für die Kommune auf 420.000 Euro. „Eine Anpassung der Gebühren ist zwingend notwendig“, hatte Bürgermeister Thomas Holz (CSU) in der Dezembersitzung ausgeführt und eine Erhöhung um 80 Euro vorgeschlagen. Dem hatten die Gemeinderäte zugestimmt.

Die Eltern sahen sie finanziell nicht überstrapaziert, da diese – abzüglich der 100 Euro vom Staat – für die meistgebuchte Zeit von 25 Wochenstunden noch 60 Euro pro Monat selbst bezahlen müssen. Neu beschlossen wurde zudem eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 35 Euro für jede Buchungsänderung, da man „fast eine Halbtagskraft braucht, die die ständigen Änderungen bei der Stundenbuchung aufnimmt“, wie der Bürgermeister erklärte.

Mit den neuen Gebühren wird sich laut Holz das Defizit im Gemeindehaushalt auf 400.000 Euro einpendeln. Die Rechnung hatte der Rathauschef allerdings ohne die Eltern gemacht, die sich beim Elternbeirat der örtlichen Kindertagesstätte „KoKiTa“ beschwerten. „In der Verwaltung sind uns verschiedene handwerkliche Fehler unterlaufen“, räumte Holz nun ein und entschuldigte sich, dass man „den ein oder anderen Punkt nicht richtig eingeschätzt“ habe. Inzwischen fanden zwei Gespräche mit Holz sowie Leitung und Elternbeirat der „KoKiTa“, Rathaus-Geschäftsleiterin Nicole Lutterer und Jugendreferentin Rosi Marksteiner (Mitte) statt. „Es waren gute Gespräche“, resümierte Holz und lobte die „gedeihliche und konstruktive Zusammenarbeit“.

Man habe sich darauf geeinigt, für dieses Kindergartenjahr die „massiv von der Corona-Situation betroffenen“ Eltern entsprechend zu entlasten, teilte der Bürgermeister mit.

Freistaat springt ein

Für Januar bis März regelt dies bereits die Bayerische Staatsregierung: Danach trägt der Freistaat die Kita-Gebühren zu 70 Prozent, die Kommunen zu 30 Prozent. Beschränkt ist dies auf Kinder, die weniger als sechs Tage in der Notbetreuung waren. Für die Monate April und Mai übernimmt die Gemeinde Kochel 50 Prozent des Zahlbetrags – also der Gebühren abzüglich der staatlichen Förderung. Die Eltern müssen demnach nur den halben Zahlbetrag leisten. „In der niedrigsten Buchungsstufe sind dies 30 Euro“, rechnete Holz vor. Für Juni, Juli und August fallen für die Eltern dann 75 Prozent des Zahlbetrags an, die restlichen 25 Prozent übernimmt die Gemeinde.

Eine grundsätzliche Anregung äußerte in der Gemeinderatssitzung abschließend Max Leutenbauer (CSU): Angesichts der intensiveren Betreuungsarbeit finde er es „bissl unfair“ und nicht verhältnismäßig, dass ein Krippenplatz gleich viel koste wie ein Kindergartenplatz. In anderen Gemeinden sei dies anders geregelt. Dieser Gedankengang leuchtete dem Bürgermeister durchaus ein. „Wir schauen uns das bei der nächsten Neukalkulation nochmal an“, versprach Holz. Christine Weikert

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Penzberg: Motorradfahrer kracht in Zaun und verliert fast sein rechtes Ohr
Penzberg: Motorradfahrer kracht in Zaun und verliert fast sein rechtes Ohr
Corona in der Region: Inzidenzwert von 118,1 in Weilheim-Schongau
Corona in der Region: Inzidenzwert von 118,1 in Weilheim-Schongau
Corona in der Region: 39 neue Fälle in Weilheim-Schongau
Corona in der Region: 39 neue Fälle in Weilheim-Schongau
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen

Kommentare