Höllenritt zum dritten Sieg in Folge

Kurvenfahrt mit Tempo 90: die „Vögelfreunde Oache sticht vom Kochelsee“ auf dem Weg zum Sieg.

Anton Suttner, Stefan Führler, Erich Skrajewski und Robert Niebling haben es geschafft. Sie haben sich in der Historie des Hornschlittenrennen von Garmisch-Partenkirchen verewigt: Die „Vögelfreunde Oache sticht vom Kochelsee“ holten sich am Dreikönigstag den dritten Sieg in Folge, was bei diesem seit 40 Jahren durchgeführten Traditionsrennen erst eine Mannschaft vor ihnen geschafft hat. Und sie stellten bei ihrem Höllenritt auf dem 60 Kilogramm schweren Schlitten aus Eschenholz in 1:26,56 Minuten auch noch einen neuen Streckenrekord auf.

„Diese Zeit noch keiner geschafft“, strahlt Anton Suttner im Ziel. Völlig außer Atem ist der Pessenbacher noch kurz nach dem Rennen, das für ihn das bisher gefährlichste war. „Wir sind als Drittletzte von 95 Mannschaften gestartet. Da war die Strecke absolut eisig und ausgefahren. Das war schon kriminell.“ Mehrmals sei er in den Kur- ven und bei einer Geschwindigkeit von knapp 90 Kilometern pro Stunde fast vom Schlitten geschleudert worden. Aber er, der Großweiler Stefan Führler, Erich Skrajewski aus Schlehdorf und der Orterer Robert Niebling wollten gewinnen - um jeden Preis. „Unsere schärfsten Konkurrenten aus Trusetal in Thüringen hatten eine Spitzenzeit vorgelegt. Da haben wir gewusst, dass wir einen Höllenritt runter ziehen müssen. Sonst hätten wir keine Chance gehabt“, sagt Suttner. Angst hatten die vier, die für den WSV Schlehdorf an den Start ge- hen, dabei nicht. „Wir sind ein routiniertes und gut eingespieltes Team. Um Angst zu haben, waren wir auch viel zu sehr mit Adrenalin zugeschüttet“, meint Suttner grinsend. Angst mussten da schon die anderen haben - und zwar vor ih- nen, denn die „Vögelfreunde“ gingen als absolute Favoriten auf die rund 1,2 Kilometer lange Strecke. Ihr Ruf als rasante Burschen hat sich in der Szene der Hornschlittenfahrer längst herumgesprochen. „Bevor wir nicht runter gefahren sind, hat keiner unten im Ziel gefeiert“, lacht Suttner. Für ihn steht schon jetzt fest: 2012 werden die „Vögelfreunde“ ihren Titel verteidigen. Und bis dahin? Im März fahren die Loisachtaler erst einmal nach Oberwiesenthal. Beim dortigen Hornschlittenrennen haben sie bereits sechs Mal gewonnen. Heuer soll es das siebte Mal sein. „Da sind wir schon ehrgeizig“, unterstreicht Suttner. Übrigens: Zum ersten Mal war der WSV Schlehdorf heuer mit einem zweiten Schlitten an der Partnachalm am Start. Die „Vögelfreunde Oache sticht vom Kochelsee II“ mit Florian Geweth, Florian Wolf, Markus und Andreas Schnetzer fuhren in 1:35,93 Minuten auf den beachtlichen achten Platz. Und der Schlitten aus Benediktbeuern mit Michael Bauer, Max Schönsteiner, Bernd Schöpf und Peter Strauch kam in 1:37,42 Minuten auf den zwölften Rang.

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