Große Nachfrage

HAP-Mitarbeiter sind begehrt, aber nicht zu den gleichen Konditionen

„Die Stadtwerke München suchen dringend Fachkräfte“: Bayram Yerli, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von HAP.

Penzberg – Noch herrscht recht reger Betrieb an der Seeshaupter Straße. Ein großer Teil der Mitarbeiter von Hörmann Automotive Penzberg (HAP) hat sich noch nicht von dem Werk, das in wenigen Monaten schließen wird, verabschiedet. Dabei ist die Nachfrage von Unternehmen teilweise sehr groß.

Von den rund 700 Mitarbeitern des HAP-Werks, das am 30. Juni geschlossen wird, sind derzeit noch etwa 500 an der Seeshaupter Straße beschäftigt. Wie der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Bayram Yerli im Rahmen des Neujahrsempfangs der SPD in der Stadthalle berichtete, laufen die Bestrebungen, Anschlussjobs in der Region für die Beschäftigten zu finden, auf Hochtouren. Die Nachfrage von Unternehmen ist zum Teil auch groß, allerdings scheinen viele HAP-Mitarbeiter gerade deshalb mit Bewerbungen noch abzuwarten. Denn: Nicht jeder Betrieb ist bereit, die recht hohen Gehälter, die bei HAP bezahlt werden, zu gewähren. 

Wie Yerli sagte, sei vor allem bei den Stadtwerken München der Bedarf an Fachkräften derzeit „unglaublich hoch“. Das Unternehmen kam deshalb Anfang Dezember eigens nach Penzberg, um im HAP-Werk um neue Mitarbeiter zu werben. Vier Kollegen von Yerli haben dieses Angebot spontan angenommen. Die Stadtwerke hatten an diesem Tag auch eine Liste für weitere, an einem Wechsel interessierte HAP-Leute ausgelegt: „Da haben sich 60 Kollegen eingetragen und alle sechzig wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.“ Die Münchner seien auch bereit, Umschulungen zu bezahlen sowie günstige Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Dies gelte auch für HAP-Azubis: Von den drei Lehrlingen, die bisher noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben, hätten die Stadtwerke alle übernommen, „allerdings hat sich nur einer beworben“, so Yerli. Diese zögerliche Haltung führt er vor allem auf zwei Umstände zurück: „Die Anfahrt zum Arbeitsplatz ist zum einen natürlich viel zeitaufwändiger. Zum anderen aber zahlen die Stadtwerke zwar nach Tarifvertrag, aber eben nicht die Gehälter, die wir von HAP gewohnt sind.“ Dass derzeit noch immer rund 500 Mitarbeiter in den Werkshallen an der Seeshaupter Straße anzutreffen sind, hat aber noch einen anderen Grund: „Bis zum 20. Dezember konnte keiner kündigen, ohne seine Abfindung zu gefährden“, erklärt Yerli, der deshalb damit rechnet, „dass die Kollegen nun bei der Suche nach einem neuen Job sicher bald aktiver werden“. Dass alle HAP-Mitarbeiter bis zur Schließung des Werks Ende Juni eine neue Beschäftigung gefunden haben werden, glaubt Yerli aber nicht. „Es werden sicherlich einige auf der Strecke bleiben, schließlich beträgt der Anteil der Schwerbehinderten an unserer Belegschaft rund zehn Prozent.“ 

Um aber möglichst vielen einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen, findet nun am 12. Februar an der Seeshaupter Straße eine Jobmesse statt, in deren Rahmen sich all jene Unternehmen mit ihren Angeboten vorstellen werden, die sich auf Initiative des Rathauses bereit erklärt haben, HAP-Mitarbeiter zu übernehmen. la

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Rasanter Anstieg der Fälle - es droht Ampelphase „Dunkelrot“
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Rasanter Anstieg der Fälle - es droht Ampelphase „Dunkelrot“
Experte mit "Zauberhändchen" - das macht das Penzberger Reparaturcafé so besonders
Experte mit "Zauberhändchen" - das macht das Penzberger Reparaturcafé so besonders
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: 45 neue Fälle - es gibt einen örtlichen Schwerpunkt
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: 45 neue Fälle - es gibt einen örtlichen Schwerpunkt
Stadtrat in Penzberg: Livestream auf Probe?
Stadtrat in Penzberg: Livestream auf Probe?

Kommentare