Ein Wald wäre besser

Obstbaum-Antrag der FLP scheint zu scheitern, weil der Bauhof nicht hinterkommt

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Noch viel Wiese: Wenn auch nicht direkt auf dem Skihang, so bietet die Berghalde doch reichlich Platz für neue Bäume.

Penzberg – Äpfel, Birnen und Zwetschgen, und davon reichlich, wollte der Verein „Penzberg hilft“ auf einer städtischen Wiese gedeihen sehen. Doch daraus wird wohl nichts, stattdessen könnten aber mehr Eichen, Rubinien und Ahorn in Penzberg Wurzeln schlagen.

Exakt 200 Obstbäume wollte der Verein „Penzberg hilft“ im Stadtgebiet im Rahmen einer groß angelegten Sponsoringak­tion pflanzen, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der Stadtrat fand Gefallen an einem diesbezüglichen, von der FLP-Fraktion eingereichten Antrag und beauftragte die Verwaltung mit der Prüfung geeigneter Flächen. Doch das Ergebnis, das Baumkontrolleurin Anita Suttner nun im Stadtrat präsentierte, war ernüchternd: „Ich tu mir schwer mit so vielen Bäumen“, sagte sie und schlug als Alternative eine Aufforstung der Berghalde vor. 

„Wir können das nicht stemmen“, so Suttner. Die Suche nach geeigneten Standorten für 200 Obstbäume sei jedenfalls alles andere als einfach. Schon aufgrund des lehmhaltigen Bodens schaffe man sich mit der Pflanzung derart vieler Bäume ein Problem. Krankheiten seien da vorprogrammiert, Mehltau oder Schorf etwa. Zudem bräuchte die Stadt 20.000 Quadratmeter, um die 200 Obstbäume unterzubringen. Immerhin hatte Suttner bei der Überprüfung städtischer Grundstücke Platz für 101 Obstbäume gefunden. Großflächige Anpflanzungen seien aber nicht möglich, weder auf der Berghalde, wo es bereits eine hohe ökologische Wertigkeit gebe, noch auf Gut Hub. Das sei auch mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt so abgesprochen. Auch seien die meisten Pächter der Wiesen auf Gut Hub nicht bereit, vorzeitig ihre Pachtverträge für das Obstbaumprojekt zu beenden, sagte Suttner. 

Ein weiteres Problem bei der Vielzahl der von der FLP beantragten neuen Bäume sieht sie in der Wässerung. Schon bei den vorhandenen Bäumen sei man angesichts der Trockenheit des vergangenen Jahres sehr gefordert. „Das schafft uns heuer“, sagte sie, um sogleich unmissverständlich zu erklären: „Zweihundert Obstbäume, das kann der Bauhof nicht leisten.“ Statt dessen schlug Anita Suttner vor, zusammen mit der Initia­tive „Plant for the planet“ einen Wald aus Eichen, Rubinien und Ahorn auf der Berghalde zu pflanzen. So könnte der CO2-Austausch gefördert werden. Auf 5.500 Quadratmetern könnten dort 2.700 Bäume gepflanzt werden, Kostenpunkt: 2 Euro pro Baum. 

Michael Kühberger (FLP) erklärte, dass die von Suttner untersuchten Flächen zu viele seien und wunderte sich mit Blick auf die Pachtlaufzeiten für die Flächen auf Gut Hub darüber, „dass das beim Hotel nie ein Thema war, bei den Bäumen nun aber schon“. Johannes Bauer (Grüne) warnte indes vor zu viel Euphorie bei den Obstbäumen und empfahl der FLP, den Baum-Begriff „größer zu fassen“. Armin Jabs (BfP) wiederum nannte den Antrag zwar „gut gemeint“, warnte aber vor dem hohen Pflegeaufwand.

Jack Eberl zog deshalb den FLP-Antrag zurück. Den Vorschlag von Anita Suttner zur Aufforstung der Berghalde wollte er aber weiter verfolgt wissen. Dazu müsste man aber klären, ob die Bayerischen Staatsforsten als Eigentümer des Areals dies auch mittragen. Genau das wird man im Rathaus nun prüfen. arr

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