Der Vernunft auf die Sprünge helfen

Margarete Steffens will Hinweisschilder für Hundebesitzer aufstellen, erhält dabei aber kaum Unterstützung

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Leint nicht nur ihren Hund an, sondern zeichnet auch: Margarete Steffens mit dem Prototyp eines Schilds, das an Herrchens Vernunft appellieren soll.

Benediktbeuern – Ein Fuchs, ein Reh sowie zwei Hasen und Vögel zeigen sich auf dem weißen Schild, das Margarete Steffens (CSU) jüngst in die Sitzung des Gemeinderates mitbrachte. Abgezeichnet hatte sie das Bildchen von den Hinweisschildern, die in Kochel Hundebesitzer ans Anleinen erinnern.

Freilaufende Hunde im Benediktbeurer Moos sind Margarete Steffens ein Dorn im Auge. Vor allem an schönen Wochenenden, wenn es dort zu wahren Völkerwanderungen kommt, stromern zahlreiche Vierbeiner leinenlos durch die artenreiche Landschaft. Ihr Jagdtrieb ist für im Moos lebende Wildtiere äußerst gefährlich, zuweilen auch tödlich. Die CSU-Gemeinderätin schlug daher vor, ähnliche Schilder wie in Kochel aufzustellen. Die Begeisterung bei ihren Kollegen hielt sich allerdings in Grenzen.

Ihren eigenen Vierbeiner führt Margarete Steffens nur angeleint durchs Moos. Weil offenbar nicht alle Herrchen und Frauchen ein Bewusstsein für die Gefahr haben, die von freilaufenden Hunden ausgeht, will Steffens „der Vernunft ein bissl auf die Sprünge helfen“. Bei einem Spaziergang in Kochel hat sie passende Hinweisschilder entdeckt, flugs abgezeichnet und bei der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat präsentiert. 

Von der Aussicht auf noch mehr Schilder war die Runde allerdings weniger begeistert als von Steffens Zeichenfertigkeit. „Schon wieder Schilder“, stöhnte etwa Anton Lugauer (CSU), der davon ausgeht, der Lebensraum von Wildbrütern und Rehen müsse doch jedem Hundehalter bewusst sein. Steffens glaubt dies nicht, zumal unter den Hundebesitzern viele Städter seien, wie die Autokennzeichen zeigten. „Schilder haben wir genug“, findet allerdings auch Bürgermeister Toni Ortlieb und will nur solche anbringen, die auch Wirkung zeigen. Ob Steffens nette Zeichnungen darunterfallen oder man sich eher von der Gemeinde Wackersberg inspirieren lassen sollte, wo abschreckende Bilder von gerissenen Rehböcken an die Leinenpflicht erinnern, wurde nicht weiter vertieft. Weil Bilder bekanntermaßen mehr sagen als Worte, konnte sich die Runde Schilder durchaus vorstellen, allerdings der Optik wegen nicht mitten im Moos, sondern in der Nähe des Wanderparkplatzes. Der Meinungsaustausch endete jedoch ohne konkreten Beschluss. cw

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